Bei Verbrennung oder Verbrühung richtig reagieren

Eine Kerze, der frisch gebrühte Kaffee oder eine zu heiße Wärmflasche: Im Alltag lauert für Kinder schnell die Gefahr, sich zu verbrennen oder zu verbrühen. Ausmaß und Tiefe einer Brandwunde werden leicht unterschätzt. Besonders Kleinkinder können sich dabei lebensgefährlich verletzten.

Junge schaut unglücklich

Verbrennungen und Verbrühungen sind die zweithäufigste Verletzungsart bei Kindern. Besonders gefährdet sind sie im Entdeckungsalter zwischen zwei und vier Jahren. Wird mehr als acht Prozent ihrer Körperoberfläche verbrannt oder verbrüht, besteht Lebensgefahr! Als Faustregel gilt: Ein Prozent der Körperoberfläche entspricht etwa der Handfläche des Kindes. Ein Arm macht bereits neun Prozent der Hautfläche eines Kleinkindes aus, ein Bein rund 17 Prozent, die Vorderseite des Rumpfes etwa 16 Prozent. Bei größeren Verbrennungen muss daher sofort der Notarzt gerufen werden.

Was ist bei Verbrennungen und Verbrühungen zu tun?

  • Kleinere Verbrühungen und Verbrennungen sollten Sie sofort gründlich kühlen – am besten mindestens zehn Minuten lang unter ca. 15 Grad kaltes Wasser halten.
  • Vermeiden Sie Eis oder Kühlpads, da die Wunde hierdurch anschließend stärker durchblutet wird und noch mehr schmerzt.
  • Nach einer Verbrühung sollten Sie die Kleidung des Kindes rasch, aber vorsichtig entfernen.
  • Ist Stoff mit der Brandwunde verklebt, lösen Sie diesen im kühlen Wasserbad ab. Alternativ können Sie kalte, nasse, nicht fusselnde Tücher auflegen und häufig wechseln.
  • Verwenden Sie keine Hausmittel wie Mehl, Öl oder ähnliches auf der Wunde.
  • Brandblasen nicht öffnen, da sonst Infektionsgefahr besteht!
  • Decken Sie Brandwunden nach der Kühlung möglichst steril ab.

Die drei Verbrennungsgrade

Bei Verbrennungen 1. Grades ist die Haut gerötet, heiß und geschwollen. Das Kind spürt einen brennenden, ziehenden Schmerz. Kommt es zur Hautrötung mit Schwellung, Blasenbildung und starken Schmerzen, liegt eine Verbrennung 2. Grades vor. Eine Verbrennung 3. Grades zeigt eine vollkommene Zerstörung der Oberhaut und tieferer Gewebsschichten bis hin zur Verkohlung.

Textnachweis

  • Autor: Barmer Internetredaktion
  • Qualitätssicherung: Dr. med. Utta Petzold, Barmer

Literatur

Webcode dieser Seite: s000843 Autor: Barmer Erstellt am: 05.09.2017 Letzte Aktualisierung am: 05.09.2017
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