Umfrage zur Kindersicherheit

Bei einem Notfall der Kinder sind Eltern oft unsicher, wie sie Erste Hilfe richtig anwenden sollen. Das hat die Barmer in ihrer Umfrage zur Kindersicherheit herausgefunden. Eine Kinder-Notfall-App ist daher willkommen.

Grundsätzlich gilt: Egal, wie alt die Kinder sind, wie viel Sport sie treiben, ob sie chronisch krank sind oder eine Behinderung haben – Notfälle gibt es überall. Eltern müssen immer damit rechnen, dass Kindern etwas passieren kann. Bei über 1.000 Eltern mit Kindern bis 12 Jahren haben wir daher einmal genauer nachgefragt: Wie werden gesundheitliche Notfälle erlebt? Und wie steht es um die eigene Kompetenz in Sachen Erste Hilfe? Etwa die Hälfte der befragten Eltern geben an, dass sie in Notfall-Situationen eher oder sogar sehr ruhig und besonnen reagieren. Allerdings beschreibt auch knapp jeder Fünfte seine typische Reaktion als eher aufgeregt bis panisch. Wie reagieren Sie üblicherweise in solchen Situationen?

Reaktionen in "Erste-Hilfe"-Situationen in Prozent:

Reaktionen in Erste-Hilfe-Situationen

Notfall-Erfahrung weit verbreitet

Blessuren, akute Krankheiten und Wunden gehören zum Aufwachsen dazu.
Daher haben Eltern auch ein breites Spektrum an Notfall-Erfahrungen. Nur jeder siebte Befragte konnte alle abgefragten Kategorien verneinen. Am häufigsten sind Eltern mit Durchfall und Erbrechen konfrontiert. Schnitt-, Schürf- oder Platzwunden werden aus circa der Hälfte aller Familien berichtet.

TOP 10 "Erste-Hilfe" - Situationen in Prozent:

Krankheiten und Verletzungen
Viele kennen bereits kritische Situationen aus mehreren der erfragten Kategorien. Knapp die Hälfte der befragten Familien erlebte derartige Situationen etwa zwei- bis viermal im Jahr. Jeder siebte noch häufiger. Wie häufig kommen derartige Situationen bei Ihrem Kind beziehungsweise bei Ihren Kindern in etwa vor?

Häufigkeit von "Erste-Hilfe"-Situationen in Prozent:

Häufigkeit von Erste-Hilfe-Situationen
Übrigens: Nach dem 5. Lebensjahr beginnt die Häufigkeit von gesundheitlichen Notfällen abzunehmen.

Welche Notfälle sind kritisch?

Als besonders kritisch bzw. gefährlich empfinden Eltern vor allem Situationen, in denen es zur Störung der Atmung kommt, Herz-Kreislaufprobleme auftreten oder Fieberkrämpfe einsetzen. Eher selten werden dagegen Schnitt-/Schürf- und Platzwunden als kritisch oder eingestuft. Situationen alleine zu bewältigen ist bei kleineren Notfällen weit verbreitet: Wunden wurden in 7 von 10 Fällen alleine versorgt. Für den Gang zum Arzt entschieden sich hier nur knapp zwei von zehn Eltern. Auch Durchfall und Erbrechen sowie Zecken- und Insektenstiche werden in rund einem Drittel der Fälle zunächst selbst und ohne weitere Hilfestellung behandelt.

Dennoch: Alle abgefragten Situationen zusammengenommen, ist der Gang zum Arzt deutlich die elterliche Maßnahme Nummer 1. Können Sie sich erinnern, was Sie inden jeweiligen Situationen unternommen haben beziehungsweise unternommen wurde?


Eingeleitete Maßnahmen in Prozent:
Notfallmassnahmen
Auch unsere Empfehlung kann natürlich nur lauten: im Zweifel immer ärztlichen Rat hinzuziehen – sei es der Notarzt, eine Notaufnahme, der Hausarzt des Vertrauens oder der ärztliche Ansprechpartner der medizinischen Hotline der Krankenkasse.

Erste Hilfe verbessern

Offen gefragt, was an der Ersten Hilfe für Kinder verbessert werden könnte, sprechen einige Eltern negative Erfahrungen mit professionellen Helfern an. Teilweise erschien medizinisches Personal wenig einfühlsam oder der Notfall-Ablauf wenig kindgerecht. Eine Kritik war auch die fehlende Schnelligkeit, bis Hilfe verfügbar war. Die häufigsten Antworten gehen jedoch in Richtung von mehr Aufklärung, Information und Schulung der Eltern. Denn Eltern versuchen immerhin in 6 von 10 Fällen, alleine mit der Situation fertig zu werden.

Eine Notfall-App, die sofort zur Hand ist und entscheidende Informationen fast ohne Zeitverlust bereitstellen kann, wird daher positiv bewertet: Drei von vier Befragten befürworten es, wenn die Krankenkasse eine Kinder-Notfall-App anbietet. Und ebenso viele sind zudem der Auffassung, dass dies ein positives Licht auf ihre Kasse wirft.

Textnachweis

  • Autor: Internetredaktion Barmer
  • Qualitätssicherung:  Dirk Weller und Sybille Kerd, Barmer Marktforschung

Quellen

  • Befragung im Onlinepanel von Research Now im Auftrag der Barmer vom 20. bis 28.07.2017. Befragt wurden 1.022 Eltern zwischen 25-55 Jahren mit Kindern bis 12 Jahren im Haushalt.


 

Webcode dieser Seite: s000848 Autor: Barmer Erstellt am: 12.09.2017 Letzte Aktualisierung am: 19.10.2017
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