Ein Mädchen bekommt eine Spritze.

Keuchhusten-Impfung (Impfung gegen Pertussis)

Keuchhusten, von Medizinern auch Pertussis genannt, gilt als klassische Kinderkrankheit, allerdings erkranken zunehmend auch Erwachsene daran. Zwei Drittel aller Pertussis-Fälle treten laut Robert Koch-Institut bei Menschen über 19 Jahre auf, durchschnittlich sind die Erkrankten zwischen 35 und 42 Jahre alt. Die Zahl der Pertussis-Erkrankten ist seit Einführung der bundesweiten Meldepflicht 2013 gestiegen. Die Zunahme scheint mit der besseren Erfassung, aber auch mit einer Erkrankungswelle zusammenzuhängen, glauben Wissenschaftler.

 

Keuchhusten wird von Bakterien (Bordetella pertussis) verursacht und ist hochansteckend.
Die Keime werden durch Tröpfchen beim Niesen oder Husten übertragen. Auch in einem Abstand von einem Meter kann man sich von seinem hustenden Gegenüber noch anstecken. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt mit den ersten Symptomen und kann bis zu fünf Wochen betragen. Werden Antibiotika eingenommen, verkürzt sich die Ansteckungsfähigkeit auf etwa fünf Tage nach Beginn der Therapie. Antibiotika sind daher wichtig, um die Infektionskette zu unterbrechen.

Impfen ist der  wirksamste Schutz gegen Keuchhusten. Es gibt keine Medikamente, die den quälenden Husten schnell heilen und die Dauer der Erkrankung verkürzen. Auch Antibiotika mildern nicht die Dauer- und Heftigkeit der Hustenattacken, weil sie meist zu spät eingesetzt werden. Bei Erwachsenen ist der Krankheitsverlauf eher mild und ähnelt zunächst einer Erkältung. Bis bzw. wenn überhaupt die Diagnose Keuchhusten gestellt wird, vergeht in der Regel viel Zeit, in der die Erwachsenen ihre Kinder oder andere Personen anstecken können. Nur eine Laboruntersuchung auf Antikörper gegen die Gifte der Bakterien lässt eine verlässliche Diagnose zu. Auch wenn bei einem selbst der Verlauf mild ist, können über eine Ansteckung besonders bei Kindern und älteren Menschen lebensbedrohliche Zustände und Komplikationen entstehen.

Die Keuchhusten-Impfung empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Kindern und Erwachsenen. Säuglinge erhalten eine Grundimmunisierung. Bis zum 18. Lebensjahr erfolgen dann noch zwei Auffrischimpfungen. Der Impfschutz hält nicht lebenslang an. Auch eine durchgemachte Erkrankung bietet keinen lebenslangen Schutz. Deshalb wird Erwachsenen empfohlen, den Impfschutz alle 10 Jahre gemeinsam mit einer Impfung gegen Diphtherie und Tetanus auffrischen zu lassen. Da es einen Kombinationsimpfstoff gibt, der gleichzeitig die Komponenten gegen Keuchhusten, Diphtherie und Tetanus enthält, reicht ein einmaliges Impfen aus.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Keuchhusten-Impfung während der Schwangerschaft derzeit nicht. Frauen mit Kinderwunsch sollten aber darauf achten, ob bei Ihnen eine Impfung notwendig ist. Wenn in den letzten 10 Jahren nicht geimpft wurde, sollten Frauen mit Kinderwunsch eine Kombinationsimpfung erhalten, die nicht nur gegen Keuchhusten, sondern auch gegen Diphtherie und Tetanus schützt. Wurde die Impfung vor der Schwangerschaft versäumt, wird empfohlen diese in den ersten Tagen nach der Geburt nachzuholen. In den USA wird die Impfung gegen Keuchhusten routinemäßig in der Schwangerschaft vorgenommen. Auch die Ständige Impfkommission beschäftigt sich mit der Frage, zumal auch in Deutschland Impfstoffe zugelassen sind, die im letzten Schwangerschaftsdrittel eingesetzt werden können.

Da der Impfstoff die Körperabwehr anregt, kann sich die Einstichstelle röten, anschwellen und eventuell schmerzen. In den ersten drei Tagen können Kopfschmerzen, Unwohlsein und Müdigkeit auftreten. Schwere Nebenwirkungen sind selten.

Bitte lassen Sie sich auch über Ihren Arzt darüber aufklären, welche Impfreaktionen bei Ihnen möglich sein können.


 

Webcode dieser Seite: s000872 Autor: Barmer Erstellt am: 19.06.2018 Letzte Aktualisierung am: 19.06.2018
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