Junger Mann auf einem Fahrrad mit Kopfhören

„Hört, hört“: BARMER-Umfrage zum Hören

Ist das Thema Hören in aller Ohren – oder hören wir da lieber weg? Die Barmer wollte es wissen und hat sich umgehört: Mit einer repräsentativen Online-Befragung unter rund 1.000 Menschen von 14 bis 40 Jahren.

Eine wichtige übergreifende Erkenntnis haben die 15 Fragen rund ums Hören ergeben: Es ist ein sehr emotionales Thema. Und: Viele Einstellungen und Gewohnheiten rund ums Hören unterscheiden sich stark nach dem Alter. Optimistisch war man bei der Frage zum eigenen Hörvermögen: 40 Prozent der Befragten schätzen, sie hören besser als der Durchschnitt ihrer Altersgruppe. Und nur 12 Prozent glauben, dass sie schlechter hören. Es scheint also eine generelle Tendenz zu geben, das eigene Hörvermögen zu überschätzen. Eine „gehörige“ Portion Wunschdenken sozusagen.

Laute Musik mit Folgen

Insgesamt sagen 90%, sie wären sich der möglichen gesundheitlichen Folgen von zu lauter Musik bewusst. Bei den 14-19-jährigen sogar enorme 94%. Die Versorgungsdaten der Barmer sprechen eine andere Sprache: Der Bedarf an Hörhilfen steigt in den letzten Jahren gerade bei jungen Menschen massiv an. Bei der wöchentlichen Dauer und Intensität des Musikhörens per Smartphone oder mp3-Player zeigen sich ausgeprägte Altersunterschiede, die eine Erklärung für den steigenden Bedarf an Hörhilfen anbieten: Je jünger, desto öfter und lauter werden die Ohren beschallt.

Musikhören mit dem Smartphone/mp3-Player

Umfrage zum Hörtest

Häufig Ohrgeräusche

Ein interessantes Ergebnis: Trotz lautem Musik-Hören haben die Jugendlichen danach seltener Ohrgeräusche wie piepen, fiepen oder pfeifen. Immerhin 57 Prozent aus der Altersgruppe haben das noch nie erlebt. Bei den 30- bis 34-Jährigen sind es nur 40 Prozent. Auch laute Veranstaltungen wie Konzerte, Festivals, Partys, Disco- und Club-Besuche sind ein wichtiger Risikofaktor. 44 Prozent aller Befragten besuchen solche Events „manchmal“ oder „häufig“. Und drei Viertel haben danach schon Ohrgeräusche erlebt. Jeder Fünfte erlebt dies „häufig“ oder sogar „immer“. Sehr bedenklich: Die Möglichkeit, das Gehör bei lauten Veranstaltungen mit Ohrstöpseln zu schützen, wird kaum genutzt (65 Prozent „nie“). Den mit Abstand größten Aufholbedarf haben dabei die Jugendlichen mit 80 Prozent „nie“.

Angst vor Schwerhörigkeit: Emotionale Belastung

Insgesamt sagt jeder Zweite, dass es ihn emotional belasten würde, ein vermindertes Hörvermögen festzustellen. Der Anteil derjenigen, bei denen dies sogar „voll und ganz“ zutrifft, ist bei den 14- bis 19-Jährigen mit 30 Prozent am höchsten. Die 35- bis 40-Jährigen zeigen hier mit nur 14 Prozent schon deutlich mehr Gelassenheit. Dazu passen die Altersunterschiede in der Neigung, das Problem zu verdrängen: 29 Prozent der Jugendlichen wollen es lieber gar nicht wissen, wenn sie ein vermindertes Hörvermögen haben. Deutlich mehr als in allen anderen Altersgruppen (Gesamtdurchschnitt 22 Prozent).

Hörgewohnheiten ändern: Hörtest kann den Ausschlag geben

Die Online-Umfrage zeigt aber auch Positives. 56 Prozent der Befragten geben an, dass sie ihr Hörverhalten nach einem schlechten Hörtest-Ergebnis verändern würden. Hier ist die Gruppe der 20- bis 24-Jährigen mit 64 Prozent sogar an der Spitze. Die anderen liegen dicht dahinter eng beisammen. Hörtest-Angebote können demnach eine sehr hohe Relevanz für gesundes Verhalten haben. Immerhin 42 Prozent der Befragten geben an, noch nie einen Hörtest gemacht zu haben. Eine App, die einen Hörtest mit dem Smartphone ermöglicht, würde knapp die Hälfte der Befragten „wahrscheinlich“ oder „bestimmt“ nutzen. Bei den 25- bis 29-Jährigen sogar 59 Prozent.

Hörschutz-App: Besser hören mit der Barmer

Was die Barmer ebenfalls freut: 65 Prozent der Befragten – und sogar 70 Prozent der unter 25-Jährigen – begrüßen es, wenn ihre Krankenkasse Apps wie Mimi-Hörtest und Mimi Music fördert. Für 71 Prozent aller Befragten wirft es ein positives Licht auf eine Krankenkasse,  Apps anzubieten, die das Gehör schützen helfen. Diese Ergebnisse bestärken die Barmer zusätzlich darin, ihr innovatives Engagement für gesundes und gutes Hören im Rahmen der Initiative zum gesunden Hören fortzusetzen.

Textnachweis

  • Autor: Dirk Weller, Internetredaktion der Barmer

Quellen

  • Mimi Hearing Technologies GmbH: mimi.io/de/hearingindex
Webcode dieser Seite: s000877 Autor: Barmer Erstellt am: 04.05.2017 Letzte Aktualisierung am: 02.03.2018
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