MemoreBox: Pflegebedürftig und aktiv sein

Als innovatives Pilotprojekt kommt die MemoreBox in ausgewählten Hamburger Pflege- und Altenheimen zum Einsatz. Mit diesem digitalen Medium können Senioren ihre geistige und körperliche Fähigkeit gleichermaßen fördern. Auch der Spaß kommt dabei nicht zu kurz!

Videospiele mit der MemoreBox

Mit diesem Filmbeitrag möchten wir einen ersten Einblick in das innovative Pilotprojekt "Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen durch therapeutisch-computerbasierte Trainingsprogramme (MemoreBox)" geben. In diesem Pilotprojekt werden die präventiven und gesundheitsförderlichen Aspekte von Videospielen für Seniorinnen und Senioren derzeit in Deutschlands größtem Seniorenzentrum in Hamburg, dem Hospital zum Heiligen Geist, geprüft und die Wirksamkeit wissenschaftlich durch die Humboldt Universität Berlin untersucht. Die Pilotierung ist auf den Großraum Hamburg begrenzt.

Kooperationspartner des innovativen Vorhabens sind die Barmer und das Start-up Unternehmen RetroBrain. Ermöglicht wird dies durch das Präventionsgesetz, das präventive Maßnahmen nach dem Ansatz der Gesundheitsförderung in Lebenswelten (Settings) fördert. Interventionen in Alten- und Pflegeheimen sollen sowohl die gesundheitlichen Rahmenbedingungen als auch gesundheitliche Kompetenzen von Einzelnen weiterentwickeln. Hauptziel ist es somit, präventive Angebote für pflegebedürftige Menschen anzubieten, um deren Lebensqualität zu verbessern.


Video "Pflegebedürftig und aktiv sein"


Die MemoreBox ist eine Videospiel-Plattform, die über Gesten verschiedene computerbasierte Trainingsprogramme (Kegeln, Briefträger und Motorrad fahren) lebensnah steuern kann. Die MemoreBox kann an jeden handelsüblichen Fernseher angeschlossen werden. Sie wird ausschließlich über Körperbewegungen gesteuert, die über eine Spezialkamera aufgenommen werden. Beim virtuellen "Kegeln" ist beispielsweise nur eine leichte Arm- und Körperbewegung notwendig, um die Kugel auf der Kegelbahn ins Rollen zu bringen. Beim Motorradfahren braucht man nur das Gewicht zu verlagern – ob im Stehen oder Sitzen, z.B. im Rollstuhl. Beim „Briefträger-Spiel“ wird das Reaktionsvermögen unterstützt, wobei beim Fahrradfahren der Briefkasten durch zielgerichtete Armbewegungen erreicht werden muss. Hierbei kann vor allem die Beweglichkeit und das Gleichgewicht trainiert werden. Die Videospiele machen Spaß, sind leicht durchzuführen und werden zum gemeinschaftlichen Erlebnis.

Beim Einsatz der MemoreBox wird sowohl die Koordination, die Multitaskingfähigkeit, das Reaktionsvermögen, die Kognition als auch die Lernfähigkeit und die körperliche Beweglichkeit von Heimbewohnern gestärkt. Darüber hinaus kann die Kommunikation mit allen Beteiligten intensiviert werden und die Teilnahme am öffentlichen Heimleben zur Unterstützung der Lebensqualität aktiviert werden.

Im Rahmen einer begleitenden wissenschaftlichen Untersuchung (Evaluation) wird die Wirksamkeit des Modellvorhabens mit Hilfe der MemoreBox auf körperliche und psychische Auswirkungen der Heimbewohner überprüft: beispielsweise zu Einflüssen auf die kognitive Leistungsfähigkeit, die körperliche Aktivität und die gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Filmproduktion

  • kobayashi film GmbH, Universitätsstraße 44, 44789 Bochum, Telefon: 0234 29 84 111, Telefax: 0234 29 84 099, www.kobayashi-film.de

Drehort

  • Hospital zum Heiligen Geist, Hinsbleek 11, 22391 Hamburg, Telefon: 040 60 601 – 101, Telefax: 040 60 601 – 209, www.hzhg.de

Wir danken allen Seniorinnen und Senioren sowie allen Beteiligten für die Bereitschaft, sich für die Dokumentation des Modellvorhabens zur Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen filmen zu lassen.

Textnachweis

  • Autorin: Andrea Jakob-Pannier, Barmer
  • Qualitätssicherung: Laurin Rötzer, RetroBrain R&D UG

Literatur

Webcode dieser Seite: s000634 Autor: Andrea Jakob-Pannier Erstellt am: 19.05.2016 Letzte Aktualisierung am: 08.12.2016
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