Fragen und Antworten – Unterstützung für Ihre Entscheidung

Ohne das nötige Wissen ist es schwer, eine überzeugte Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu treffen. Viele Fragen beschäftigen die Menschen, wenn es um das Thema Organspende geht.

Dabei handelt es sich um die Übertragung (lat. transplantare = verpflanzen) von funktionstüchtigen Organen oder Geweben einer verstorbenen Person auf einen schwer kranken oder beeinträchtigten Menschen. Ziel solcher Operationen ist es, mit Hilfe der übertragenen Organe oder Gewebe dem oder der Kranken die verloren gegangene Funktion eigener Organe oder Gewebe wiederzugeben. Insbesondere folgende Organe lassen sich derzeit transplantieren: Herz, Lunge, Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse und Darm. Sie stammen von medizinisch geeigneten verstorbenen Menschen, deren Hirntod von zwei unabhängigen Ärzten oder Ärztinnen festgestellt wurde und bei denen eine Zustimmung zur Organentnahme vorlag. Bis zur Organentnahme wird der Blutkreislauf im Körper der verstorbenen Person aufrechterhalten. Für eine Niere oder einen Teil der Leber oder anderer Organe kommt unter bestimmten Umständen eine Lebendspende in Betracht. Zu den Geweben, die sich verpflanzen lassen, gehört u.a. die Hornhaut der Augen. Sie lässt sich bei verstorbenen Spendern bzw. Spenderinnen noch Stunden nach deren Tod entnehmen.
Der Hirntod ist definiert als der endgültige, nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion von Großhirn, Kleinhirn und Hirnstamm (Gesamthirntod). Mit dem Ausfall aller Hirnfunktionen hat der Mensch aufgehört, ein Lebewesen in körperlich-geistiger Einheit zu sein. Mit dem Verlust der integrativen Steuerungsfunktionen des Gehirns ist die "Systemeinheit Mensch" zerbrochen. Jede Möglichkeit der bewussten Wahrnehmung, d.h. auch der Schmerzempfindung, des Denkens usw. , ist unwiederbringlich verloren; eine Wiedererlangung des Bewusstseins ist ausgeschlossen. Das Gehirn ist von der Durchblutung abgekoppelt, seine Zellen zerfallen, auch wenn der übrige Körper noch künstlich durchblutet wird. Mit der künstlichen Beatmung und der intensiv-medizinischen Aufrechterhaltung der Herztätigkeit versuchen die Ärzte und Ärztinnen bei hirntoten Personen, die selbst oder deren Angehörige zuvor in eine Organ- und Gewebeentnahme eingewilligt haben, die zu übertragenden Organe bis zur Entnahme funktionstüchtig zu erhalten. Die Hirntoddiagnostik müssen nach dem Transplantationsgesetz zwei erfahrene Ärzte bzw. Ärztinnen unabhängig voneinander vornehmen.
Es gibt keine feste Altersgrenze für eine Organ- und Gewebespende. Ob gespendete Organe und Gewebe für eine Transplantation geeignet sind, ist im Todesfall medizinisch zu beurteilen. Transplantate, die diese Prüfung nicht bestehen, werden nicht übertragen. Wichtig ist dabei nicht das kalendarische Alter des Spenders oder der Spenderin, sondern der Gesundheitszustand, d.h. das biologische Alter der Organe und Gewebe. Generell gilt: je jünger die verstorbene Person ist, desto mehr Organe eignen sich zur Transplantation. Doch auch die funktionstüchtige Niere einer mit über 70 Jahren verstorbenen Person kann einem Menschen wieder ein fast normales Leben schenken. Einschränkungen gibt es bei der Haut sowie den Sehnen, Bändern und Faszien, deren Spende bis zum 75. bzw. 65. Lebensjahr möglich ist.

Ja, es ist sinnvoll, ihn beim Führerschein oder Personalausweis mit sich zu tragen. Falls man ihn nicht ständig mit sich führt, sollte man seine Entscheidung zur Organ- und Gewebespende den Angehörigen mitteilen und auf den vorliegenden Organspendeausweis hinweisen. Selbstverständlich kann man auch eine nicht verwandte Vertrauensperson informieren, oder bei ihr den Organspendeausweis hinterlegen.


 

Textnachweis

  • Autor: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
  • Endredaktion und Qualitätssicherung Barmer: Dr. Ursula Bertels

Literatur

  • Broschüre: Organpaten werden

Weiterführende Informationen

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Webcode dieser Seite: s000273 Autor: BZgA Erstellt am: 06.12.2012 Letzte Aktualisierung am: 08.12.2016
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