Eine Frau führt Rückenübungen aus.

Deutschland hat Rücken

Neun von zehn Menschen klagen mindestens einmal im Leben darüber. In 90 Prozent verschwindet der Schmerz nach spätestens sechs Wochen. Bei einigen hält er länger an. Sie müssen zum Arzt.

Das Leiden beeinträchtigt Alltag und Arbeit. Rund ein Viertel aller betrieblichen Fehltage geht auf das Konto des "gemeinen Rückenschmerzes" – keine andere Beschwerde sorgt für so viele Arbeitsausfälle. Die Erkrankungsdauer steigt übrigens seit einigen Jahren an. Inzwischen hält sie Betroffene durchschnittlich 19,5 Tage von der Arbeit fern. Frauen etwas länger als Männer.

Wer sich nach einer Schmerzepisode wieder schmerzfrei bewegen kann, ist leider nicht aus dem Schneider. Bei sieben von zehn Rückenschmerzpatienten kehren die Beschwerden zurück. Erwartungsgemäß sind Ältere etwas häufiger von Rückenschmerzen betroffen als Jüngere. Während unter 20-jährige im Schnitt fünf Tage wegen Rückenleiden in der Arbeit fehlen müssen, sind es bei 60 bis 64-jährigen 23 Tage.

In den letzten Jahren hat sich die Sicht auf unsere "innere Säule" gewandelt. Nicht Verletzungen oder Abnutzungen lösen die meisten Rückenschmerzen aus, sondern Fehlhaltungen, Muskelverspannungen, Bewegungsmangel und psychischer Stress. Nur selten stecken eindeutige morphologische Ursachen hinter den Schmerzen. Diagnostische Verfahren wie beispielsweise die Kernspintomografie gelten daher in den meisten Fällen als unnötig.

Wenn nicht der Bandscheibenvorfall, das schwere Schleppen, der eingeklemmte Nerv die konkrete Ursache für die Rückenschmerzen ist, wo soll dann die Therapie ansetzen? Die Antwort: im Kopf. Wer erkennt, dass er selbst der beste Therapeut für seine Rückenschmerzen ist, hat schon den ersten wichtigen Schritt getan. Kein Orthopäde, Chirurg oder Physiotherapeut kann Ihren Rücken wieder so ins Lot bringen wie Sie selbst.

Nehmen Sie Rückenschmerzen nicht einfach hin. Je länger der Schmerz anhält, desto stärker "brennt" er sich im Gehirn ein. Vor einigen Jahren haben Forscher entdeckt, dass unser Gehirn ein Schmerzgedächtnis besitzt, das auch dann noch aktiv ist, wenn der Rücken schon lange keine akuten Schmerzsignale mehr aussendet.

Doch auch Menschen, die schon viele Jahre unter Rückenschmerzen leiden, können sich wieder aus dem Schmerzkreislauf befreien. Zum Beispiel mit speziellen Bewegungs- und Entspannungsverfahren.

Sie können die einzelnen Ratgeber-Kapitel der Reihe nach lesen oder zu dem Kapitel springen, das Sie gerade interessiert. Klicken Sie sich einfach nach Lust und Laune durch. Wir möchten Sie mit diesen Texten zu Ihrem eigenen Rücken-Coach machen und ermutigen, den Rückenschmerzen mit Gelassenheit und Einfallsreichtum zu begegnen. Aufgeben gilt nicht.

 

Textnachweis

  • Autor: almeda GmbH
  • Überarbeitung: Internetredaktion Barmer GEK
  • Medizinische Qualitätssicherung durch: Dr. Med. Stephan Lorenz, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin
  • Endredaktion und Qualitätssicherung Barmer GEK: Dr. Med. Utta Petzold, Claudia Tobis

Literatur

  • Barmer GEK Gesundheitsreport 2008. Rückengesundheit – Rückhalt für Arbeit und Alltag
  • Barmer GEK: Rücken aktiv - Bewegen statt schonen, 032015

 

Webcode dieser Seite: s000745 Autor: almeda GmbH Erstellt am: 25.09.2012 Letzte Aktualisierung am: 10.04.2017
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