Kopfschmerzen

Fast jeder hat ab und zu Kopfschmerzen - in der Regel harmlose Spannungskopfschmerzen. Neben diesen gibt es stark belastende Kopfschmerzarten wie Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen - und Kopfschmerzen durch zu häufige Einnahme von Schmerzmitteln.

Nahezu jeder hat ab und zu einmal Kopfschmerzen – dann drückt, hämmert oder sticht es im Schädel. In der Regel sind Kopfschmerzen harmlos und verschwinden rasch wieder von selbst.

Wenn Kopfschmerzen wiederholt ohne konkrete Ursache auftreten, werden sie als primäre Kopfschmerzen bezeichnet, und gelten als eigene Erkrankung. Sie sind der häufigste Grund für Kopfschmerzen.

Zu den primären Kopfschmerzen gehören unter anderem

  • Migräne,
  • Spannungskopfschmerzen und
  • Cluster-Kopfschmerzen.

Kopfschmerzen können aber auch ein Symptom unterschiedlicher Krankheiten sein, etwa einer Erkältung oder Bluthochdruck. Auch eine Verletzung des Kopfes und der Halswirbelsäule können Kopfschmerzen hervorrufen. Dann spricht man von sekundären Kopfschmerzen.

Kopfschmerzen fühlen sich nicht immer gleich an und werden auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich empfunden: zum Beispiel als dumpf und drückend oder auch stechend, bohrend oder pulsierend. Manchmal tut der ganze Kopf weh, manchmal nur eine Schädelhälfte oder die Schläfen. Auch kann sich der Kopfschmerz im Laufe einer Attacke ändern, etwa von dumpf zu pochend.

Je nachdem, um welche Kopfschmerzform es sich handelt, sind zusätzliche Symptome möglich: Eine Migräne kann zum Beispiel von Übelkeit und vorübergehenden Sehstörungen begleitet werden. Typisch für Cluster-Kopfschmerzen sind eine einseitig laufende Nase und ein gerötetes, tränendes Auge.

Warum manche Menschen primäre Kopfschmerzen wie Migräne, Cluster- oder Spannungskopfschmerzen haben, ist noch nicht eindeutig erforscht. Möglicherweise spielt eine genetische Veranlagung eine Rolle. Man kennt außerdem Faktoren, die einzelne Attacken auslösen können. Dazu gehören etwa eine Änderung des Tag-Nacht-Rhythmus, das Auslassen von Mahlzeiten oder Stress. Bekannte Auslöser für Cluster-Kopfschmerzen sind Alkohol oder der Aufenthalt in großer Höhe.

Sekundäre Kopfschmerzen haben meist harmlose Ursachen wie etwa eine Erkältung, eine muskuläre Verspannung oder der „Kater“ nach zu viel Alkohol, bei Frauen auch Hormonschwankungen während des Menstruationszyklus. Auch Medikamente wie Hormonpräparate, Herzmittel, Blutdruckmittel oder Potenzmittel können Kopfschmerzen verursachen. Wer aufgrund von Kopfschmerzen sehr häufig Schmerz- oder Migränemittel einnimmt, kann dadurch zusätzliche Kopfschmerzen bekommen.

Nur selten rufen behandlungsbedürftige Krankheiten Kopfschmerzen hervor – etwa ein ausgeprägter Bluthochdruck, ein erhöhter Augeninnendruck (Glaukom), eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder ein Hirntumor. Anders als bei den primären Kopfschmerzen bestehen dann aber zusätzliche Beschwerden oder Auffälligkeiten. Eine andere Ursache für sekundäre Kopfschmerzen sind Verletzungen des Kopfes oder der Wirbelsäule.

Kopfschmerzen sind sehr verbreitet – bei jungen wie bei alten Menschen, bei Frauen wie Männern. Je nach Kopfschmerzform gibt es aber einige Unterschiede in der Häufigkeit:

  • Spannungskopfschmerzen haben mehr als 300 von 1000 Menschen,
  • Migräne etwa 100 bis 150 von 1000 und
  • Cluster-Kopfschmerzen hat etwa 1 von 1000.

Auch das Geschlechterverhältnis ist nicht immer gleich: Frauen erkranken zum Beispiel öfter an Migräne als Männer, dagegen sind Cluster-Kopfschmerzen bei Männern häufiger.

Kopfschmerzen können ganz unterschiedlich verlaufen. Ein typisches Beispiel für akute Kopfschmerzen sind Migräneanfälle. Fachleute sprechen von Episoden, wenn sich in einem bestimmten Zeitraum akute Kopfschmerzattacken häufen. Solche Episoden können sich regelmäßig wiederholen, die Zeit dazwischen bleibt beschwerdefrei.

Werden Kopfschmerz-Episoden kaum oder gar nicht mehr von schmerzfreien Phasen unterbrochen, spricht man von chronischen Kopfschmerzen. Für die verschiedenen Kopfschmerzformen gibt es dazu festgelegte Richtwerte: Spannungskopfschmerzen gelten zum Beispiel als chronisch, wenn sie an 180 Tagen im Jahr auftreten und jeweils über mehrere Stunden andauern.

Ein ausführliches Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt (Anamnese) reicht meist aus, um eine Diagnose zu erhalten. Wichtige Fragen sind dabei:

  • Wie fühlen sich die Kopfschmerzen genau an?
  • Wo tut es weh – und seit wann?
  • Haben Sie solche Beschwerden früher schon mal gehabt?
  • Haben Sie noch andere Beschwerden?
  • Nehmen Sie zurzeit Medikamente ein?

An das Gespräch schließt sich in der Regel eine gründliche körperliche Untersuchung an. Bleiben danach noch Fragen offen, können selten weitere Maßnahmen angebracht sein, etwa eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Kopfes.

Menschen mit primären Kopfschmerzen können versuchen, möglichen Auslösern mithilfe eines Schmerztagebuchs auf die Spur zu kommen. Wer sie kennt, kann versuchen, sie in Zukunft zu meiden. Es ist auch sinnvoll aufzuschreiben, wann man Schmerzmittel nimmt, um herauszufinden, ob dies zu häufig geschieht. Denn der zu häufige Gebrauch von Schmerzmitteln kann Kopfschmerzen verstärken.

Manchen Menschen helfen auch Ausdauersport oder Entspannungsübungen. Unter Umständen sind bei starken Beschwerden auch Medikamente zur Vorbeugung sinnvoll – etwa Betablocker bei Migräne.

Oft verschwinden Kopfschmerzen von allein. Manchen Menschen tut es gut, Schläfen und Stirn mit Pfefferminzöl zu betupfen, eine kalte Kompresse auf die Stirn zu legen oder an der frischen Luft spazieren zu gehen. Eine Therapie mit Medikamenten ist meist nicht nötig. Wer sich durch akute Kopfschmerzen beeinträchtig fühlt, kann aber kurzfristig Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Paracetamol einnehmen.

Je nach Kopfschmerzform und Verlauf können auch andere Medikamente oder  Behandlungen sinnvoll sein: Bei Migräne und Cluster-Kopfschmerzen sind zum Beispiel sogenannte Triptane geeignet, die etwa bei Spannungskopfschmerzen nicht helfen. Cluster-Kopfschmerzen lassen sich auch durch das Einatmen von reinem Sauerstoff lindern. Bei chronischen Kopfschmerzen kann zudem eine Kombination aus unterschiedlichen Behandlungsformen sinnvoll sein – etwa von Medikamenten und Verhaltenstherapie.

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

Textnachweise

Quelle: Gesundheitsinformation.de

Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

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Webcode dieser Seite: s000938 Autor: Barmer Erstellt am: 30.05.2018 Letzte Aktualisierung am: 09.11.2018
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