Durchfall

Durchfall ist oft die Folge einer Infektion mit Viren, Bakterien oder anderen Erregern. Die häufigsten Auslöser hierzulande sind sogenannte Rotaviren. Bei einem milden Durchfall genügt es meist, den Flüssigkeitsverlust durch viel Trinken auszugleichen und abzuwarten, bis er vorübergeht.

Durchfall ist oft die Folge einer Infektion mit Viren, Bakterien oder anderen Erregern. Die häufigsten Auslöser hierzulande sind sogenannte Rotaviren. Bei einem milden Durchfall genügt es meist, den Flüssigkeitsverlust durch viel Trinken auszugleichen und abzuwarten, bis er vorübergeht. Säuglinge und Kleinkinder haben relativ häufig mit Durchfall zu tun.

Bei sehr starkem Durchfall kann es zu einem gefährlich hohen Flüssigkeitsverlust kommen. Deshalb muss starker Durchfall medizinisch behandelt werden – insbesondere bei kleinen Kindern und alten Menschen.

Von Durchfall spricht man, wenn jemand innerhalb von 24 Stunden drei oder mehr Stuhlgänge hat und der Stuhl sehr weich oder flüssig ist. Es können auch Bauchschmerzen und Blähungen auftreten. Die Infektionen, die Durchfall auslösen können, führen manchmal auch zu Übelkeit und Erbrechen.

Neben Infektionen kann Durchfall auch viele andere Ursachen haben. Dazu gehören:

  • der Verzehr verdorbener Lebensmittel,
  • Lebensmittelunverträglichkeiten wie Laktoseintoleranz oder Glutenunverträglichkeit,
  • ein "nervöser Darm" (Reizdarmsyndrom),
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie
  • Arzneimittel-Nebenwirkungen: Insbesondere Antibiotika lösen manchmal Durchfall aus, weil sie die Darmflora angreifen.

Ein akuter Durchfall ist meist nach wenigen Tagen oder einer Woche überstanden. Hält der Durchfall länger als 14 Tage an, spricht man von anhaltendem (persistentem) Durchfall, nach über 30 Tagen von chronischem Durchfall.

Wer durch Durchfall stark austrocknet, kann im schlimmsten Fall einen lebensgefährlichen Schock bekommen. In Industrieländern wie Deutschland sind lebensgefährliche Durchfall-Attacken zwar selten geworden. Dennoch ist es bei starkem Durchfall mit hohem Flüssigkeitsverlust wichtig, schnell ärztlichen Rat einzuholen. Dies gilt vor allem, wenn Säuglinge und Kleinkinder, Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder ältere Menschen betroffen sind. Da bei älteren Menschen oft das Durstgefühl nachlässt und sie dann zu wenig trinken, ist bei ihnen die Gefahr einer Austrocknung besonders groß.

Bei Kindern können verschiedene Anzeichen auf einen starken Flüssigkeitsverlust (Dehydration) hindeuten:

  • Es geht dem Kind zunehmend schlechter.
  • Das Kind ist teilnahmslos oder reizbar.
  • Augen, Wangen oder Gesicht sind eingefallen.
  • Atmung oder Herzschlag sind schneller als normal.
  • Die Haut ist unelastisch: Wenn man die Haut am Arm oder Bauch zwischen zwei Finger nimmt, einige Sekunden drückt und wieder loslässt, kehrt sie nicht sofort in ihre ursprüngliche Form zurück.

Andere Gründe, bei Durchfall ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, sind:

  • starker Durchfall oder häufiges Erbrechen,
  • keine Besserung nach 48 Stunden,
  • Fieber,
  • Blut im Stuhl (roter oder schwarzer Stuhl),
  • starke Schmerzen,
  • andere Anzeichen von starkem Flüssigkeitsverlust: starker Durst, Benommenheit, dunkler Urin oder fehlender Harndrang sowie trockene Augen, Lippen oder eine trockene Zunge.

Durch die Untersuchung einer Stuhlprobe lässt sich feststellen, durch welchen Erreger die Infektion ausgelöst wird. In der Regel werden solche Tests aber nicht gemacht, da die Ergebnisse für die Behandlung meist keine Rolle spielen.

Wer Durchfall hat, verliert Flüssigkeit, Salz und Mineralstoffe. Deshalb ist es das Wichtigste, diesen Verlust auszugleichen, etwa durch das Trinken von Wasser und Brühe. Daneben können – je nach Dauer und Schwere der Symptome – weitere Behandlungen infrage kommen:

  • Rehydrationslösungen: Rehydrationslösungen – auch Elektrolyt-/Glukoselösungen genannt – enthalten Salze, Mineralstoffe und Traubenzucker. Sie ersetzen neben der Flüssigkeit wichtige Nährstoffe, die bei Durchfall vom Körper ausgeschieden werden. Solche Lösungen kann man als Pulver in der Apotheke kaufen, zu Hause in Wasser auflösen und trinken. Die empfohlene Menge hängt vom Alter und Körpergewicht ab. Menschen mit sehr starkem Durchfall benötigen möglicherweise einen Tropf, der die Rehydrationslösung direkt in die Vene leitet.
  • Antibiotika: Wenn Durchfall durch Bakterien verursacht wird, kann eine Behandlung mit Antibiotika helfen. Gegen Viren können sie nichts ausrichten. Manchmal tritt Durchfall auch als Nebenwirkung einer Antibiotikabehandlung auf.
  • Medikamente, die den Darm beruhigen: Medikamente gegen Durchfall, wie zum Beispiel Loperamid, können die Zahl der Stuhlgänge verringern. Dadurch behindern sie unter Umständen aber auch die Selbstheilung des Körpers, da etwa Bakterien dann nicht aus dem Körper ausgeschieden werden. Bei Kindern sollten solche Medikamente nicht eingesetzt werden, da sie bei ihnen zu ernsthaften Komplikationen führen können.

Zusätzlich zur Flüssigkeitsaufnahme oder zu anderen Behandlungen können Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel mit probiotischen Mikroorganismen verzehrt werden. Die bekanntesten dieser sogenannten Probiotika sind bestimmte Milchsäurebakterien, die zum Beispiel in Joghurt und anderen Milchprodukten enthalten sind.

Textnachweise

Quelle: Gesundheitsinformation.de

Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Literatur

Gottlieb T, Heather CS. Diarrhoea in adults (acute). Clin Evid 2011; 02: 901.

National Instituts for Health and Clinical Evidence (NICE). Diarrhoea and Vomiting Caused by Gastroenteritis: Diagnosis, Assessment and Management in Children Younger than 5 Years. 04.2009. (NICE Clinical Guidelines; Band 84).

Webcode dieser Seite: s000815 Autor: IQWiG Erstellt am: 21.10.2014 Letzte Aktualisierung am: 10.08.2017
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