Selbsthilfe nutzen

In Selbsthilfegruppen schließen sich Menschen zusammen, die selbst oder als Angehörige von einer Erkrankung, Behinderung oder anderen psychosozialen Problemen betroffen sind.

Über 40 Prozent der Deutschen Bevölkerung sagen einer Studie zufolge über sich, dass sie eine chronische Krankheit haben. Selbsthilfegruppen bieten Beratung und Unterstützung für all Jene, die erfahren, dass ihre Erkrankung chronisch ist. Dies kann unter anderem gerade zu Beginn einer Erkrankung wichtig sein, wenn die Diagnose festgestellt wird. Für die Familie und Angehörige ist die Beratung genauso wichtig – sie sind in die Selbsthilfe einzuschließen.

Egal ob es die gleiche Behinderung ist oder die gleiche Krankheit und Beeinträchtigung: Menschen mit gleichem Schicksal haben sich etwas zu sagen. Neben der Behandlung durch den Arzt oder das Krankenhaus wollen sie die Krankheit bewältigen, den Alltag meistern und ihm durch die Eröffnung neuer Perspektiven einen neuen Sinn verleihen. Dazu braucht es Mut und Stärke.

Selbsthilfeorganisationen können Menschen die Hilfe geben, die sie brauchen, um sich gegenseitig zu unterstützen. Patienten lernen dabei von Patienten. Durch den aktiven gemeinsamen Austausch verbessern sie ihre Kompetenz im Umgang mit einer chronischen Krankheit und geben sich gegenseitig Kraft.

Die Selbsthilfegruppen üben vielfältige Aufgaben aus, so zum Beispiel Alltagshilfen, die Weitergabe von gesundheitlichen Informationen, Wissensvermittlung oder auch Öffentlichkeitsarbeit. Viele dieser Gruppen verstehen sich als Interessensvertretung und sind gesundheitspolitisch aktiv. Einige Organisationen beteiligen sich zum Beispiel in Gremien als gewählte Patientenvertretungen.

In der Selbsthilfe engagieren sich die meisten Menschen ehrenamtlich. In Deutschland ist der 5. Dezember der Internationale Tag des Ehrenamtes, bei dem auch herausragende Menschen der gesundheitlichen Selbsthilfe besonders gewürdigt werden.

Ein Ehrenamt im Gesundheitsbereich drückt nicht nur Unterstützung für die chronisch Kranken aus, es ist auch der Wunsch, in der Gesellschaft Bewusstsein für die Herausforderungen des Lebens mit chronischen Krankheiten zu schaffen. Der Deutsche Freiwilligensurvey 2014 zeigt die unterschiedlichen Bereiche, in denen das Engagement zum Tragen kommt.

Das Robert-Koch-Institut hat eine Umfrage herausgegeben, aus der hervorgeht, dass 40 Prozent der Deutschen sich für chronisch krank halten. Damit übernimmt die Selbsthilfe im Gesundheitsbereich eine große Aufgabe, um die Gesundheitskompetenz von chronisch kranken Menschen und deren Angehörigen zu unterstützen und zu stärken.

Der Internetauftritt der "Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS)" bietet eine Reihe von Suchfunktionen, um aktive Selbsthilfe vor Ort zu finden.

Eine davon ist die Suche mit dem Stichwort der Erkrankung:

Weiter gibt es eine Reihe von Kontaktstellen in ganz Deutschland. Diese können Ihnen Auskunft geben über individuelle Angebote von Menschen ganz in Ihrer Nähe, die eine Gruppe gegründet haben oder Hilfe anbieten:

Menschen mit einer seltenen Erkrankung sind viel schwerer zu finden. Daher gibt es eine Suchfunktion speziell für dieses Anliegen. Diese Gruppen sind oft überregional angesiedelt und weit verstreut: 

Die folgenden Beispiele geben einen Eindruck von Selbsthilfeprojekten, die mithilfe der Barmer von verschiedenen Organisatoren der Selbsthilfe verwirklicht werden.

 

Textnachweis

  • Autor und Qualitätssicherung: Jens Krug, Selbsthilfebeauftragter

Literatur

 

Webcode dieser Seite: s000111 Autor: Jens Krug Erstellt am: 21.09.2015 Letzte Aktualisierung am: 16.02.2017
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