Zwei ältere Menschen werden von einem Gutachter beraten.

Die Situation einschätzen und das Gespräch suchen

Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler sprechen Sie zunächst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Findet sich für Sie keine annehmbare Lösung, können Sie weitere Schritte unternehmen.

Was ist ein Behandlungsfehler?

Keine Ärztin oder kein Arzt kann Ihnen den Erfolg einer Behandlung versprechen. Ist eine Krankheit nicht heilbar oder kommt es im Verlauf der Behandlung zu nicht vermeidbaren Komplikationen, deutet dies nicht unbedingt auf einen Behandlungsfehler hin.

Die fachliche Definition eines Behandlungsfehlers ist der Verstoß gegen anerkannte ärztliche Sorgfalts- und Verhaltensvorschriften. Dies kann verschiedene Fehlerquellen umfassen.

Gespräch suchen

Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler sollten Sie zuerst mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Es bietet sich an, dass Sie sich bspw. von einem Angehörigen als Zeugen zu dem Gespräch begleiten lassen. Erst wenn Unstimmigkeiten im Gespräch nicht geklärt werden können, sollten Sie über weitere Schritte nachdenken.

Beschwerde

Wenn Sie mit der ärztlichen Behandlung unzufrieden sind, können Sie sich mit einer Beschwerde an die zuständige Ärztekammer bzw. den Krankenhausträger wenden. Das gilt für die Fälle, in denen Ihnen aus dem möglichen Fehler kein Schaden entstanden ist oder Sie keine Schadenersatzansprüche geltend machen möchten.

Ansprüche geltend machen

Gelangen Sie zu der Auffassung, dass ein ärztlicher Behandlungsfehler vorliegt, können Sie Schadenersatzansprüche geltend machen. Sie sind jedoch grundsätzlich verpflichtet, den Behandlungsfehler und auch den daraus entstandenen Schaden zu beweisen. In den meisten Fällen ist für den Nachweis eines Behandlungsfehlers die Einholung eines medizinischen Gutachtens erforderlich.

Verjährungsfrist

Die Schadenersatzansprüche verjähren nach drei Jahren. Diese Frist beginnt am Schluss des Jahres, in dem die Patientin oder der Patient von dem Behandlungsfehler und seinem Verursacher erfahren hat oder sich ihr beziehungsweise ihm diese Umstände hätten aufdrängen müssen (grob fahrlässige Unkenntnis).

Die Barmer hilft

Setzen Sie sich mit Ihrer Barmer in Verbindung, um die Vorgehensweise abzustimmen.

 

Textnachweis

  • Autor: Barmer Internetredaktion
  • Qualitätssicherung: Christine Elker (Abteilung Regress - Bereich Behandlungsfehler)

Weiterführende Informationen

Lesen Sie auch unsere Redaktionellen Grundsätze.

Webcode dieser Seite: s000298 Autor: Barmer Erstellt am: 18.12.2008 Letzte Aktualisierung am: 08.12.2016
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