Weisungsrecht der Patientinnen und Patienten

Patientinnen und Patienten steht ein Weisungsrecht zu.

Grundsätzlich obliegt dem Arzt aufgrund seines medizinischen Sachverstandes die Wahl der individuellen Therapie. Diese Therapiefreiheit schließt allerdings nicht aus, dass Ihnen in beschränktem Umfang ein Weisungsrecht zusteht. Dieses leitet sich aus dem grundgesetzlich garantierten Selbstbestimmungsrecht und dem Behandlungsvertrag ab.

Die ärztliche Aufklärungspflicht soll deshalb dazu beitragen, dass Sie Ihr Weisungsrecht ausüben können. Sie müssen die Empfehlungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes nicht annehmen und können die Behandlung notfalls abbrechen. Einen Behandlungsabbruch sollten Sie jedoch nur in gut begründeten Fällen in Erwägung ziehen, beispielsweise bei einem gestörten Vertrauensverhältnis oder vermuteten Behandlungsfehler.

Medizinisch unsinnige Maßnahmen oder übermäßig teure Behandlungen und Medikamente darf Ihre Ärztin/Ihr Arzt jedoch ebenso ablehnen wie Methoden, von deren Erfolg sie/er nicht überzeugt ist.

Das Weisungsrecht gilt auch für Menschen, die ihren Willen nicht (mehr) selbst äußern können. In solchen Fällen muss die Ärztin oder der Arzt versuchen, den mutmaßlichen Willen festzustellen. Dabei kann eine Patientenverfügung hilfreich sein.

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Textnachweis

  • Autor: Ludwig Janssen, aHa-Texte Köln
  • Medizinische Qualitätssicherung: almeda GmbH

Weiterführende Informationen

Bitte lesen Sie auch unseren Rechtshinweis.


 

Webcode dieser Seite: s000498 Autor: Ludwig Janssen Erstellt am: 01.03.2013 Letzte Aktualisierung am: 19.07.2017
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