Grippeimpfung schützt

Husten, Schnupfen, Fieber – eine „echte“ Grippe unterscheidet sich vor allem durch ihren plötzlichen Beginn von einer Erkältung. Besonders ältere Menschen, chronisch Kranke oder Schwangere haben ein höheres Risiko, schwer zu erkranken. Eine Grippeimpfung kann vor einer Infektion oder einem schweren Verlauf schützen.

Jedes Jahr wertet das Robert Koch-Institut die Daten der Grippeinfektion in Deutschland aus: Über 100.000 Menschen sind in der Grippesaison 2016/2017 nachweislich an Grippe erkrankt. Vor allem ältere Menschen mussten häufiger im Krankenhaus behandelt werden als noch im Winter zuvor.

Grippeviren sind lange ansteckend

Eine Grippe, die sogenannte Influenza, wird durch Viren hervorgerufen. Diese werden von Mensch zu Mensch über Tröpfchen übertragen, also zum Beispiel durch Husten oder Niesen. Schon kleinste eingeatmete Tröpfchen oder auch ein Händeschütteln, nach dem man sich an Auge oder Nase greift, können für eine Infektion ausreichen. Gründliches Händewaschen ist im Herbst und Winter daher besonders wichtig – zumal sich Grippeviren bei kühleren Temperaturen besonders wohl fühlen und an Gegenständen mehrere Stunden überleben können. Ein erkrankter Mensch kann andere etwa eine Woche lang anstecken. Doch nicht jeder, der sich mit Grippeviren ansteckt, erleidet auch einen schlimmen Krankheitsverlauf. Etwa jeden Fünften trifft es aber mit besonderer Ausprägung von plötzlichem hohem Fieber, starken Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und einem ausgeprägtem Krankheitsgefühl. Zudem können weitere schwere Erkrankungen wie eine Lungen- oder Herzmuskelentzündung hinzukommen. Daher wird gefährdeten Menschen empfohlen, sich gegen Grippe impfen zu lassen.

Für wen ist eine Grippeimpfung sinnvoll?

Bei gesunden Kindern und Erwachsenen ist in der Regel nicht mit schweren Krankheitsverläufen und Risiken zu rechnen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung daher für:

  • Senioren über 60 Jahren
  • Bewohner in Pflegeheimen
  • Menschen mit einer chronischen Erkrankung, wie Diabetes oder Atemwegserkrankungen
  • Personen mit einem erhöhten berufsbedingten Risiko, z. B. medizinisches Personal, Beschäftige in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr
  • Schwangere

Grippeimpfung in der Schwangerschaft

Im Laufe der Schwangerschaft steigt das Risiko für eine schwere Grippeerkrankung mit Komplikationen, wie einer Lungenentzündung. Zudem erhöht eine Grippe die Gefahr von Wachstumsverzögerungen oder Fehl- und Frühgeburten. Daher empfiehlt die STIKO gesunden Schwangeren die Grippeimpfung ab dem vierten Schwangerschaftsmonat. Schwangere mit chronischen Erkrankungen sollten sich bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen.

Nur selten Nebenwirkungen

Die Impfung erfolgt in der Regel durch eine einmalige Spritze in den Oberarm. Für Kinder, die sich vor Spritzen fürchten oder eine Blutgerinnungsstörung haben, steht auch ein Nasenspray zur Verfügung. Es gibt Dreifach- und Vierfachimpfstoffe, die entsprechend gegen drei bzw. vier verschiedene Virustypen schützen. Welcher Impfstoff sinnvoll ist, entscheidet der impfende Arzt. Die Impfung wird allgemein gut vertragen. Schwere Nebenwirkungen gibt es nur sehr selten. In den ersten drei Tagen können aber Symptome wie leichte Abgeschlagenheit oder erhöhte Temperatur auftreten. Es ist möglich, dass die Einstichstelle sich rötet und gereizt ist oder der Muskel ein wenig schmerzt. Beim Nasenspray kann zudem die Nase verstopfen. Die Beschwerden klingen recht schnell wieder ab.

Im Herbst impfen lassen

Da die Virustypen der Grippe sich jedes Jahr ändern, wird für jede Impfsaison ein neuer Impfstoff entwickelt. Zudem besteht durch die Grippeimpfung kein lebenslanger Schutz wie bei anderen Impfungen, so dass man diese jährlich erneuern muss. Optimal ist eine Impfung im Oktober und November. Da das Immunsystem den Schutz langsam aufbaut, wird die Impfung erst nach zwei bis drei Wochen wirksam. Sollten Sie die Impfzeit verpasst haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Auch zu Beginn der Grippewelle kann eine Grippeimpfung noch sinnvoll sein.

Übrigens: Antibiotika helfen nicht bei Viruserkrankungen. Es gibt zwar Medikamente, die Grippeviren hemmen können, diese müssten aber innerhalb von zwei Tagen nach Auftreten der ersten Symptome eingenommen werden. Auch dann können die Medikamente die Erkrankung nicht verhindern: Sie verkürzen den Verlauf um 1-2 Tage, haben aber auch sehr häufig unerwünschte Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen.

Webcode dieser Seite: s000854 Autor: Barmer Erstellt am: 17.10.2017 Letzte Aktualisierung am: 18.10.2017
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