Seriöse Inhalte im Netz

Im Internet finden sich Millionen von Gesundheitsinformationen - allzu oft sind sie leider nicht fundiert und seriös. Die Barmer hilft Ihnen, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Der Bauch zwickt, ein seltsamer Hautfleck auf dem Arm, die Zunge ist belegt – schnell mal „Dr. Google“ fragen, was das sein könnte. Für Millionen Bundesbürger, die sich krank fühlen, Schmerzen haben oder Auffälligkeiten am Körper entdecken, führt der erste Weg nicht in eine Arztpraxis, sondern ins Internet. Ein verständlicher und legitimer Vorgang. Vielleicht stellt sich die Beobachtung ja tatsächlich als harmlos heraus, und der Platz im
Wartezimmer bleibt frei für wirklich wichtige Fälle.

Das Problem bei der Suche nach Gesundheitsinformationen im Web: Welche sind tatsächlich verlässlich?

Wer sich auf die Suche macht, sollte auf folgende Kriterien achten:

  • Der Text ist übersichtlich aufgebaut und verständlich, Fachbegriffe sind erklärt.
  • Der Autor und idealerweise auch dessen Qualifikation sowie das Datum, zu dem die Information verfasst beziehungsweise zuletzt aktualisiert wurde, werden genannt.
  • Bei Erkrankungen ist erläutert, wie sie entstehen, welche Komplikationen ohne Behandlung drohen, wie viele Menschen davon betroffen sind und welche Auslöser, Ursachen, Formen und Schweregrade bekannt sind.
  • Nutzen, Risiko oder Wirkweise von Behandlungen, Therapien, Methoden oder Arzneimitteln sind ausführlich erklärt und durch Quellen belegt, idealerweise durch gut abgesicherte Studien.
  • Nutzen von Therapien oder Arzneien sind anschaulich erläutert, also ob sich zum Beispiel Schmerzen verringern, die Krankheitsdauer verkürzt wird oder die Handhabung einfacher ist, wenn es um die Einnahme von Medikamenten geht. Es sollte also nicht nur auf die Veränderung physiologischer Messwerte verwiesen werden wie zum Beispiel sinkende Cholesterin- oder Blutdruckwerte, die nicht direkt spürbar sind.
  • Gibt es (noch) Unsicherheiten bezüglich der beschriebenen Behandlung, Therapie, Methode oder Arznei, wird dies offen angesprochen; gegebenenfalls sind Seiten beziehungsweise
  • Quellen mit weiterführenden Informationen verlinkt oder genannt.
  • Website oder App verfügen über ein vollständiges Impressum mit Anschrift, Kontaktdaten usw. und Angaben darüber, wie sich das Angebot finanziert.

Zertifikat für hochwertige Gesundheitsinformationen

Ein guter Indikator für vertrauenswürdige Angebote kann auch ein Gütesiegel einer unabhängigen Prüforganisation sein. Solche Zertifikate für qualitativ hochwertige
Gesundheitsinformationen werden zum Beispiel von der Health on Net Foundation (www.hon.ch) und dem Aktionsforum Gesundheitsinformationssystem (www.afgis.de) vergeben. Sie checken Web-Angebote anhand eines umfangreichen Kriterienkatalogs unter anderem auf ihre Transparenz. Wer direkt nach zertifizierten Quellen suchen möchte, findet auf den Web-Seiten der Organisationen Verzeichnisse und Datenbanken mit entsprechenden ausgezeichneten Seiten.

Klare Trennung von Inhalt und Werbung

Vorsicht ist immer geboten, wenn es keine klare Trennung von Inhalten und Werbung gibt und zum Beispiel explizit Markennamen von Medikamenten genannt werden, wenn Informationen sehr reißerisch verfasst sind und Ängste schüren oder Sachverhalte verharmlosen oder sensationsheischend Wunderheilungen versprochen werden.
Ebenso sollten die Alarmglocken läuten, wenn nur eine Behandlungsmöglichkeit als das Nonplusultra genannt wird, keine Angaben zu Risiken oder Nebenwirkungen einer Maßnahme oder Behandlungsmethode gemacht werden oder von wissenschaftlich gesicherten und empfohlenen Behandlungen abgeraten wird.

Rat aus moderierten Expertenforen

Viele Verbraucher suchen auch Rat bei anderen Betroffenen. Die Äußerungen von medizinischen Laien in Internet-Foren sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Wer auf diesem Weg Erkenntnisse sucht, sollte zumindest auf von Experten moderierte Plattformen zurückgreifen. Ein nützliches Instrument, bei dem die Erfahrungen vieler angezapft werden können, sind Suchdatenbanken mit Bewertungen von Ärzten und Kliniken. Verschiedene Krankenkassen bieten solche Plattformen an, auf denen Patienten ihre Erfahrungen mitteilen.

Krankenkassen und Gesundheitsinformationen

Die Krankenkassen sind auch bei der Bereitstellung von Gesundheitsinformationen und -Apps aktiv. Die Palette der von ihnen – zum Teil in Kooperation mit Medizinern – offerierten Apps etwa reicht von Fitnessprogrammen über Erste-Hilfe-Anleitungen bis zu Hörtests oder Ernährungsberatung. Auch hier können sich Nutzer in aller Regel darauf verlassen, dass die Inhalte sorgfältig geprüft wurden, mitunter auch von HON, afgis & Co.

Regeln zum Umgang mit Gesundheitsinformationen

Zwei Regeln gilt es außerdem ganz grundsätzlich beim Umgang mit Gesundheits-Apps und -informationen aus dem Internet zu beherzigen:

  1. Sie können einen Arztbesuch im Zweifel nicht ersetzen.
  2. Nicht mit einer „zusammengegoogelten“ fertigen Diagnose beim Arzt vorstellig werden. Das Wissen sollte vielmehr dazu genutzt werden, um zielgenaue Fragen stellen zu können.

Textnachweis:

  • Autor: Frank Hartmann, FOCUS Magazin Verlag
  • Qualitätssicherung: Dr. med. Utta Petzold und Melanie Ellrott, Barmer

Quelle:

  • Gesundheit innovativ, Gemeinschaftsspezial von FOCUS-Money und Barmer. Stand: 12/2017.
Webcode dieser Seite: s000869 Autor: Barmer Erstellt am: 11.01.2018 Letzte Aktualisierung am: 11.01.2018
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