Reisetipps

Wir zeigen, wie Sie sich vor der Reise am besten vorbereiten und geben hilfreiche Tipps um typischen Reisekrankheiten vorzubeugen.

Im Flieger können Luftdruckschwankungen bei Start und Landung zu Schmerzen in den Ohren führen. Vorbeugen können abschwellende Nasentropfen, welche die Verbindungsgänge zwischen den Ohren und dem Nasen-Rachenraum erweitern; der Druckausgleich vollzieht sich leichter. Auch Kaugummi kauen ist hilfreich. Kleinkinder dürfen am Schnuller oder Fläschchen nuckeln, ältere Kinder ein Bonbon lutschen.

Gegen eine Flugreise sprechen aus medizinischer Sicht unter anderem akute Infektionskrankheiten, Blutarmut und schwere Gefäß- und Herzleiden. Ältere, Schwangere und von Krampfadern geplagte Menschen sollten bei beengtem Sitzen geeignete Kompressionstrümpfe tragen und während des Fluges viel Trinken. Das beugt dem Wasserverlust durch die Klimatisierung in der Kabine vor. Am besten holt man sich das Getränk selbst beim Bordpersonal: das fördert die Durchblutung der Beine und regt den Kreislauf an.

  • Sie sind die weitaus häufigsten Beschwerden auf Reisen. Gründe können in ungewohnter Ernährung, Stress und/oder mangelnder Hygiene liegen. Eine Grundregel lautet: Koch es, brat es, schäl es - oder vergiss es! Das heißt im Einzelnen:
  • Fleisch nur durchgebraten, Gemüse nur frisch gekocht, Obst nur selbst geschält verzehren.
  • Tabu sind Tartar, Sushi, Salate, Milchprodukte, Speiseeis und Tiefkühlkost.
  • Kein Leitungswasser trinken, auf Eiswürfel verzichten.
  • Unbedenklich sind Getränke aus original-verschlossenen Behältern (Dosen, Flaschen) und frisch gebrühter Tee und Kaffee.
  • Auch zum Zähneputzen Mineralwasser aus Flaschen verwenden.

Bei starkem Durchfall ist es wichtig, dem Körper schnell wieder Wasser und Mineralsalze zuzuführen. Trinken Sie mehr als sonst, zum Beispiel gezuckerten Tee aus abgekochtem Wasser. Pulverpräparate eignen sich am besten, um die Mineralsalzvorräte wieder aufzufüllen. Sie sind besonders für Kinder und Ältere zu empfehlen, deren Organismus schnell austrocknet. Durchfallhemmer wie Loperamid können kurzfristig bei krampfartigem Durchfall eingenommen werden.

Die Gleichgewichtsorgane im Innenohr nehmen beim Fahren – ob im Auto oder Schiff - Bewegungen wahr, die von den Bewegungseindrücken des Auges abweichen. Die widersprüchlichen Meldungen der Sinnesorgane führen bei manchen Menschen leicht zur See- oder Reisekrankheit (Kinetose). Symptome sind Schwindel, kalter Schweiß und Übelkeit bis zum Erbrechen. Helfen kann eine Pause an der frischen Luft und ruhiges Durchatmen.

Vorbeugende Maßnahmen:

  • im Reisebus die vorderen Plätze bevorzugen, im Flugzeug oder auf dem Schiff die Mittelplätze
  • in Fahrtrichtung schauen und einen weit entfernten Punkt fixieren
  • nicht lesen
  • kleine, leichte, fettarme Mahlzeiten vor und während der Reise
  • Kaugummi kauen
  • Alkohol und Rauchen vermeiden.

Auch geriebener Ingwer als Tee oder als Fertigpräparat (Kapseln) beugt Übelkeit vor. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können Sie auf Medikamente zurückgreifen. Das wirksamste vorbeugende Arzneimittel ist ein verschreibungspflichtiges Scopolamin-Pflaster. Es hat den Vorteil, dass es nicht müde macht und bis zu 72 Stunden wirkt. Für Kinder unter 10 Jahren ist es nicht geeignet.

Wenn es nicht stört, während der Reise müde zu werden oder dieser Effekt gar gewünscht ist, kann unter anderem auf die freiverkäuflichen Präparate mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat zurückgegriffen werden. Die Wirkungsdauer beträgt rund 4 Stunden. Das Medikament ist auch für Kleinkinder geeignet. Dimenhydrinat wird als Tablette, Kaugummi oder Zäpfchen angeboten.

Im Zweifelsfall lassen Sie sich von Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin oder in der Apotheke beraten.

Ob Sie ans Meer, in die Berge oder in den Schnee fahren: In diesen Urlaubsgegenden ist die UV-Strahlung der Sonne hoch, die Gefahr akuter Lichtschäden (Sonnenbrand) und langfristiger Folgen (Hautkrebs) steigt. Lichtschutz ist in jedem Urlaub ein Muss - besonders aber für Kinder und Menschen mit heller und sonnenentwöhnter Haut. Die wichtigsten Sonnen-Regeln:

  • Die Haut langsam an höhere UV-Strahlung gewöhnen.
  • Mittags den Schatten suchen.
  • Kleinkinder nie direkter Sonnenbestrahlung aussetzen.
  • Kleinkinder immer mit Hut, Hemd und Hose sowie Sonnencreme für Gesicht und Hände schützen.
  • Sonnenschutzmittel mit ausreichendem UV-B-Lichtschutzfaktor plus UV-A-Schutz verwenden.
  • Der Lichtschutzfaktor (LSF) soll je nach Hautempfindlichkeit den Empfehlungen des UV-Index (Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen Strahlung) entsprechen.
  • Sonnenschutzmittel großzügig und wiederholt auftragen, besonders nach dem Baden.

Je nach Region sind Insekten lästig (juckender Stich) oder gefährlich. Es sind Stechmücken, die in den (Sub-)Tropen Malariaerreger und Viren (Gelbfieber, Dengue-Fieber) übertragen. Begrenzten Schutz vor Insektenstichen bieten

  • im Freien: helle, dichtgewebte, geschlossene Kleidung und regelmäßig Duschen, um die Insekten nicht anzulocken;
  • in Innenräumen: Mückengitter, Moskitonetz, Fliegenklatsche, Ventilator oder Klimaanlage einschalten, da die Insekten sich in warmen Räumen besonders wohl fühlen.

Insektenabwehrmittel (Repellenzien) schützen die Haut für einige Stunden vor Mücken und etwa halb so lang vor Zecken. DEET (Diethyltoluamid) ist das einzige gegen Insekten und Zecken zugelassene Mittel. Ätherische Öle schützen in Tests weniger gut. Gegen den Juckreiz nach Insektenstichen eignen sich Antihistaminika- oder Hydrocortison-Cremes.

Zecken sitzen im Unterholz und Gras bis einen Meter Höhe. Wählen Sie für einen Aufenthalt im Freien lange, dichte Bekleidung. Suchen Sie in der Unterkunft die Haut nach Zecken ab und entfernen Sie diese sofort. Die Blutsauger können die Erreger von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Lyme-Borreliose übertragen.

Informieren Sie sich rechtzeitig, ob Sie im Urlaub in ein FSME-Risikogebiet kommen. Falls ja, ist eine FSME-Schutzimpfung zu erwägen. Verbreitet ist FSME derzeit in Süddeutschland, vielen europäischen Ländern, Russland und Asien. Ist die Erkrankung ausgebrochen, können nur noch die Symptome behandelt werden. Ein Medikament gegen das FSME-Virus selbst gibt es nicht.

Häufiger als FSME übertragen Zecken auf der nördlichen Halbkugel die Lyme-Borreliose. Neben dem vorbeugenden Schutz (wie oben) ist es wichtig, auf das Symptom "Wanderröte" zu achten (Hautrötung, die sich um die Stichstelle ausbreitet) und auf unerklärliche Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen und Lymphknotenschwellungen. Eine Impfung gibt es nicht, eine Borreliose muss antibiotisch behandelt werden.

Seit Anfang Dezember 2015 rückt das Zika-Virus zunehmend ins Zentrum der Berichterstattung aus Mittel- und Lateinamerika. Von der Aedes-Stechmücke (Tigermücke) übertragen kann es eine fieberhafte Erkrankung mit Hautausschlägen und Gelenkbeschwerden hervorrufen, die wenige Tage anhält. Oft verläuft die Infektion auch unbemerkt. Allerdings kann das Zika-Virus - sofern die Infektion während der frühen Schwangerschaft erfolgt - schwerwiegende Schäden am Ungeborenen verursachen, wie beispielsweise die Mikroenzephalie, eine Entwicklungsstörung des Gehirns. Aus diesem Grund hat das Auswärtige Amt Schwangeren empfohlen, von Reisen in die von Infektionen betroffenen Gebiete abzusehen, sofern diese Reisen nicht zwingend notwendig sind.

Bei unvermeidbaren Reisen gelten allgemeine Schutzmaßnahmen gegen Stechinsekten:

  • Helle, lange Kleidung
  • Verwendung von Insektenlotion (Repellentien) mehrmals täglich auf unbedeckter Haut
  • Verwendung von Insektenschutzgittern oder Moskitonetzen
  • Aufenthalt in geschlossenen, klimatisierten Räumen

Neben der Übertragung des Virus über die Tigermücke kann eine Ansteckung auch über sexuellen Kontakt erfolgen. Deshalb sind auch für diejenigen besondere Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll, die sexuellen Kontakt zu Rückkehrern aus von Zika betroffenen Gebieten haben.

Das Robert-Koch-Institut hat Antworten auf die häufigsten Fragen zusammengestellt:

Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ): Zikavirus-Infektionen

Auch wenn Sie gut erholt zu Hause angekommen sind: Achten Sie in den ersten Wochen - insbesondere nach einer Fernreise - auf unerklärliche Symptome. Dazu zählen:

  • Durchfall oder Verstopfung,
  • Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen,
  • Verfärbungen von Stuhl oder Urin,
  • (Wechsel-)Fieber,
  • Lymphknotenschwellungen,
  • Hautveränderungen.

Bei allen unerklärlichen Symptomen suchen Sie bitte Ihre Ärztin /Ihren Arzt auf.

Bei Fieber sollte bis zu sechs Monate nach Rückkehr aus den Tropen auch an Malaria gedacht werden. Besonders bei Kindern ist die Nachbeobachtung wichtig, da Malaria bei ihnen schwerer verläuft. Die Behandlung erkrankter Tropenrückkehrer übernehmen am besten Tropenärzte.

Textnachweis

  • Autoren: almeda GmbH und Dr. med. Utta Petzold
  • Medizinische Qualitätssicherung durch: Dr. med.Marion Paskuda, Praktische Ärztin
  • Endredaktion und Qualitätssicherung Barmer: Claudia Tobis

Literatur

Weiterführende Information

  • Erste Hilfe unterwegs - effektiv und praxisnah. Armin Wirth, 2007, Reise Know-How Verlag
  • Auswärtiges Amt, Reise- und Sicherheitshinweise im jeweiligen Land: www.auswaertiges-amt.de
  • Robert-Koch-Institut: www.rki.de
  • Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit: www.dtg.org
  • Centrum für Reisemedizin: www.crm.de
  • World Health Organization (WHO): www.who.int
  • Barmer Teledoktor, Telefon: 0800 33 33 500 (Anrufe aus den deutschen Fest- und Mobilfunknetzen sind kostenfrei)

 

Webcode dieser Seite: s000036 Autor: almeda GmbH Erstellt am: 15.03.2013 Letzte Aktualisierung am: 08.12.2016
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