Reiseapotheke

Wichtige Medikamente nehmen Sie besser auf Vorrat mit. Denn im Urlaub ist die medizinische Infrastruktur oftmals anders als zu Hause gewohnt.

Schon unterwegs sollten griffbereit sein:

  • Dauermedikamente
  • Arzneimittel gegen Beschwerden wie Reiseübelkeit, Durchfall, Sonnenbrand, und ggf.Allergie
  • Pflaster, Schere, Verbandmaterial
  • Wunddesinfektion

Je nach Urlaubsart ist an UV-Schutz und Insektenabwehr zu denken.

Wer Medikamente spritzen muss, sollte eine ärztliche Bescheinigung mitführen, zum Beispiel den Europäischen Notfallausweis. Flugreisende sollten sicherstellen, dass das Mitführen eines Spritzbestecks in der Kabine erlaubt ist. Für Betäubungsmittel gelten Zollbestimmungen: Bei Reisen bis zu 30 Tagen innerhalb der Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens dürfen Sie sämtliche verordneten Betäubungsmittel mitführen. Benötigt wird aber für jedes einzelne eine vom Arzt ausgefüllte und vom Gesundheitsamt beglaubigte Bescheinigung (Formular unter www.bfarm.de /

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

). Bei Reisen länger als 30 Tage oder in Länder außerhalb des Schengener Abkommens wird empfohlen, eine englischsprachige Bescheinigung mit Angaben zu Einzel- und Tagesdosis sowie zur Dauer des Aufenthaltes mitzuführen. Nähere Auskunft erteilt die Botschaft des Reiselandes.

Chronisch kranke Menschen sollten den Medikamentenbedarf für die Urlaubsdauer ausrechnen und diese Menge plus ein Drittel mehr mitnehmen – als "Versicherung" gegen Verlust, verschobene Rückreise oder ähnliches.

Wichtige (Dauer-)Medikamente gehören ins beaufsichtigte Handgepäck. Sicherheitshalber kann ein zweiter Satz Medikamente im Koffer oder - falls möglich - vorab am Reiseziel, deponiert werden.

In einem Auto, das in der Sonne parkt, wird es bis zu 70 Grad Celsius heiß. Die meisten Tabletten halten dem kurzzeitig stand, Zäpfchen können schmelzen, Lösungen und empfindliche Medikamente wie Insuline und Biologika (Eiweiße) nehmen Schaden. Asthmasprays geraten oberhalb von 50 Grad Celsius unter Druck. Dauerhaft kühlpflichtige Medikamente wie Biologika brauchen stets 2 bis 8 Grad Celsius. Abhilfe schaffen eine Kühltasche oder spezielle Kühlboxen aus der Apotheke.

Angebrochene Insuline halten sich auch bei Zimmertemperatur gut innerhalb der normalen Aufbrauchfrist. Sie sind vor Temperaturen von unter 2 Grad Celsius, über 40 Grad Celsius und UV-Licht zu schützen. Insuline gehören beim Fliegen ins Handgepäck, weil sie im Gepäckraum eines Flugzeugs Frostschäden bekommen können.

Jeder dritte Bundesbürger verbringt seinen Urlaub in Deutschland. Die nächste dienstbereite Apotheke lässt sich finden:

  • im Aushang jeder Apotheke
  • unter www.aponet.de
  • über die kostenlose Festnetznummer 0800 00 22 8 33
  • per Handy mit der bundesweit einheitlichen Mobilfunknummer 22 8 33 (ohne Vorwahl, 69 Cent/Min/SMS)
  • unter www.22833.mobi (mobile Nutzer)

Arzneimittelfälschungen sind etwa in Südostasien oder Afrika weit verbreitet. Die Gefahr ist besonders groß auf Wochenmärkten oder bei fliegenden Händlern. Am häufigsten nachgemacht werden Potenzmittel, Mittel zum Abnehmen sowie gegen Unruhe und Schlaflosigkeit. Fälschungen haben eine andere Zusammensetzung und/oder Dosis als das Original. Die Wirkung kann abgeschwächt sein oder fehlen, oder es treten wegen nicht deklarierter Zusätze Nebenwirkungen auf. Nehmen Sie nichts ein, was trotz Verschreibungspflicht ohne Rezept angeboten wird!

Auch die Schnäppchenjagd nach billigen Vorräten kann schief gehen. Für den Zoll dürfen Urlauber nur Medikamente für den persönlichen Bedarf mitführen. Was der Zollbeamte für gewerblich oder "für andere Personen bestimmt" hält, kann er beschlagnahmen.

Textnachweis

  • Autor: almeda GmbH
  • Medizinische Qualitätssicherung durch: Dr. med.Marion Paskuda, Praktische Ärztin
  • Endredaktion und Qualitätssicherung Barmer: Claudia Tobis, Dr. med. Utta Petzold

Literatur

  • Gesundheit auf Reisen - Ein medizinischer Ratgeber für Fernreisende. Nikolaus Frühwein und Hans Dieter Nothdurft, Fink-Kümmerly
  • ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: Gesund mit Kindern unterwegs
  • Robert-Koch-Institut: Reiseassoziierte Infektionskrankheiten 2009, Epidemiologisches Bulletin 38/2010

Weiterführende Information

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Webcode dieser Seite: s000039 Autor: almeda GmbH Erstellt am: 15.03.2013 Letzte Aktualisierung am: 08.12.2016
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