Impfschutz für den Urlaub

Erfahren Sie, wann ein Impfschutz notwendig ist. Dazu finden Sie spezielle Tipps für Fernreisen. So sind Sie schon vor dem Urlaub bestens vorbereitet.

Und dies um so eher, je mehr am Urlaubsort Klima, Ernährung und medizinische Versorgung von den Gegebenheiten zu Hause abweichen. Zum Beispiel ist ein Urlaub in den Tropen für Kinder unter fünf Jahren und für Schwangere nicht zu empfehlen.

Jede/r Reisende sollte alle empfohlenen Impfungen erhalten haben und den gelben Impfpass mitnehmen. Lassen Sie Ihren Impfschutz mindestens acht Wochen vor Reiseantritt überprüfen. Möglicherweise sind mehrere Grund- oder Reiseimpfungen erforderlich, die über einen gewissen Zeitraum geimpft werden müssen. Bedenken Sie, dass auch Erwachsene an sogenannten Kinderkrankheiten wie Polio, Diphtherie oder Keuchhusten erkranken können. Auffrischimpfungen gegen Keuchhusten und Polio stehen schon im Alter von neun bis 17 Jahren an. Der Impfschutz gegen Tetanus und Diphtherie muss alle zehn Jahre wiederholt werden. Vor allem ältere Menschen auf Reisen sollten auch gegen Grippe und Pneumokokken geimpft sein.

Ob Reiseimpfungen nötig sind, hängt vom Reiseland, der Reiseart und individuellen Gesundheitsrisiken ab. Für eine Trekking-Tour in Asien benötigt man einen anderen Schutz als für den Pauschal-Urlaub am Mittelmeer. Beispiele:

  • Die Impfung gegen Hepatitis A wird empfohlen bei Reisen nach Osteuropa und südlich der Alpen.
  • Die FSME-Impfung sollte bei Reisen in Risikogebiete innerhalb und außerhalb Deutschlands erfolgen.
  • Tollwut ist in Ländern Afrikas und Asiens verbreitet. Hauptüberträger sind streunende Hunde und Katzen. Vor allem Kinder sollten geimpft werden!
  • Der Polio-Impfschutz (Kinderlähmung) wird gegebenenfalls bei Reisen nach Afrika und Süd/Südostasien aufgefrischt.
  • Weitere Impfungen stehen gegen Hepatitis B, Meningokokken, Typhus, Japanische Enzephalitis und Cholera zur Verfügung. Vorgeschrieben sind Impfungen gegen Meningokokken-Meningitis in Saudi-Arabien und gegen Gelbfieber bei der Centrum für Reisemedizin.

An der Tropenkrankheit Malaria erkranken pro Jahr durchschnittlich 600 deutsche Reisende, einige von ihnen sterben daran. Der wichtigste Schutz besteht in der Vermeidung von Mückenstichen (vgl. Insekten und andere Tiere). Gegen Malaria gibt es keine Impfung, aber eine medikamentöse Vorbeugung. Die Prophylaxe beginnt etwa eine Woche vor Reiseantritt und muss während der ganzen Reise und - je nach Arzneimittel ‑ noch mehrere Wochen danach beibehalten werden. Wenn die Prophylaxe nicht mehr möglich ist, kommt auch die Mitnahme eines zur notfallmäßigen Selbstbehandlung geeigneten Medikamentes in Frage. Denn wenn innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der malariaverdächtigen Symptome keine ärztliche Versorgung erfolgt, kann damit bei Malaria-Symptomen eine Selbstbehandlung begonnen werden. Das sollte vor Reisebeginn zu Hause mit dem beratenden Arzt/der beratenden Ärztin jedoch genau besprochen werden.

Spezielle Internetseiten bieten eine Fülle an reisemedizinischen Informationen. Welche Vorsorge individuell notwendig ist, kann nur eine reisemedizinische Beratung verbindlich klären. Reise- und Tropenmediziner, spezialisierte Apotheker, Tropeninstitute und teilweise die Gesundheitsämter informieren über Gesundheitsrisiken einer Fernreise, Reisekrankenversicherungen, Flugtauglichkeit, Reiseapotheke, Einnahme von Medikamenten bei Zeitverschiebung (z.B. Antibabypille), Sonnen- und UV-Schutz, Hygieneregeln und zu erwartende Beschwerden. Es kann individuell auf die Situation von chronisch Kranken, Schwangeren, Kindern und alten Menschen eingegangen werden. Spezielle Reiseimpfungen und Malariaprophylaxe werden von Reisemedizinern durchgeführt.

Textnachweis

  • Autor: almeda GmbH
  • Medizinische Qualitätssicherung durch: Dr. med. Marion Paskuda, Praktische Ärztin
  • Endredaktion und Qualitätssicherung Barmer: Claudia Tobis, Dr. med. Utta Petzold

Literatur

  • Gesundheit auf Reisen - Ein medizinischer Ratgeber für Fernreisende. Nikolaus Frühwein und Hans Dieter Nothdurft, Fink-Kümmerly
  • ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände: Gesund mit Kindern unterwegs
  • Robert-Koch-Institut: Reiseassoziierte Infektionskrankheiten 2009, Epidemiologisches Bulletin 38/2010

Weiterführende Information

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Webcode dieser Seite: s000038 Autor: almeda GmbH Erstellt am: 15.03.2013 Letzte Aktualisierung am: 08.12.2016
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