Burnout-Syndrom

Jeder kennt mal Stress. Und ein wenig davon kann durchaus zu Höchstleistungen motivieren. Wird Anspannung im Arbeits- oder Privatleben aber zum Dauerzustand, laugt es uns aus. Irgendwann entwickelt sich eine tiefe Erschöpfung und Leere – man spricht dann oft vom Burnout. Doch welche Anzeichen gibt es, und wie kann man sich schützen?

Eigentlich ist der Begriff „verbrannt“: Burnout ist über Jahre zum Modewort in der Arbeitswelt geworden, das schwerwiegende Symptome oft verharmlost. Experten kritisieren zudem, dass es eine einheitliche Definition oder Diagnose in der medizinischen Klassifikation (noch) gar nicht gibt. Vielmehr ist Ausgebrannt-Sein das Symptom für eine krisenhafte Lebenssituation im Beruf und/oder Privatleben. Es kann zudem auch ein Anzeichen für psychische Erkrankungen wie eine Depression sein.

Erschöpft und ausgebrannt

Als Ursache für das Erschöpfungssyndrom gilt oft übermäßiger Leistungs- und Zeitdruck sowie Stress von außen, etwa eine Überforderung am Arbeitsplatz. Häufig besteht bei den Betroffenen auch ein hohes Verantwortungsbewusstsein, sie möchten es vielen Personen Recht machen. Dieser Perfektionismus und der Drang zur Selbstoptimierung können zur vollkommenen Verausgabung führen. Die Balance zwischen Belastung und Entspannung geht oft verloren, das soziale Umfeld wird meistens vernachlässigt. Dies verläuft lange unbemerkt, bis es zu körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen kommt. Der konstante Anspannungszustand erzeugt eine problematische Stressreaktion: Der Hormonhaushalt gerät durcheinander und das Immunsystem wird beeinträchtigt. Möglicherweise liegt ein Mangel an Vitamin D oder B12 vor. Wird nichts unternommen, können dauerhaft Erkrankungen wie beispielsweise Tinnitus, Bluthochdruck oder Angststörungen entstehen. Im schlimmsten Fall kann der Erschöpfungszustand bis zu einem völligen Zusammenbruch führen.

Häufige Symptome:

  • Seelische und körperliche Erschöpfung
  • Müdigkeit, Appetitlosigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Schwindelsymptome
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen, Verspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Gereiztheit
  • Augenzucken
  • Ausdehnung der Arbeitszeit
  • u.v.m.

Hilfe gegen Burnout

Ausgebrannt-Sein ist oft mit der Vorstellung verbunden, dass länger schlafen oder Urlaub machen gute Bewältigungsstrategien sind. Dies trifft zu, wenn innerhalb von zwei bis vier Wochen eine Regeneration erkennbar ist. Verbirgt sich hinter der Erschöpfung jedoch eine depressive Erkrankung, sind dies keine empfehlenswerten Gegenmaßnahmen. Denn eine Depression verbessert sich nicht durch Ausruhen – ganz im Gegenteil. Die Vermengung von Stress, Burnout und Depression führt daher oft zur Verharmlosung einer psychischen Erkrankung und kann zu einer völlig falschen Behandlung führen. Ob nun aber mentale Erschöpfung durch Stress oder beginnende Depression: Man sollte immer – möglichst zusammen mit ärztlichen und psychologischen Experten – versuchen, die Gründe für eine Überlastung, Erschöpfung oder anhaltende gedrückte Stimmung herauszufinden, um Hilfsmaßnahmen zu ergreifen. Um Dauerstress vorzubeugen, können Sie selbst einiges tun.

Vor Stress schützt:

  • Lernen, auf die eigenen Gefühle zu hören und danach zu handeln
  • Prioritäten setzen
  • Kontrolle zurückgewinnen
  • „Nein“ sagen lernen
  • Pausen einlegen
  • Achtsam sein
  • Ausgewogen essen, regelmäßig bewegen und entspannen
  • Soziales Umfeld pflegen, Familie und Freunde nicht vernachlässigen
  • Handy- und PC-freie Zeiten einführen

Weitere Tipps, um Alltagsstress aktiv entgegenzuwirken, bietet die BARMER Ihnen mit „Gelassen bleiben im Arbeitsalltag“. Umgang mit Stress ist übrigens auch online trainierbar: Die BARMER bietet mit vielen Kooperationspartnern Online-Trainings an.

Textnachweis:

  • Autor: Barmer Internetredaktion
  • Qualitätssicherung: Andrea Jakob-Pannier, Diplom-Sozialpädagogin/-Psychologin/-Psychoonkologin

Quellen:

Weiterführende Informationen:

Webcode dieser Seite: s000788 Autor: Barmer Erstellt am: 06.07.2017 Letzte Aktualisierung am: 06.07.2017
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