Lebensmittel

Mit leckerem, gut ausgewähltem Essen können Sie viel tun, um fit zu bleiben und sich rundum wohlzufühlen. Jedes Lebensmittel hat andere Vorzüge, Eigenschaften und Inhaltsstoffe.

Verpackte pflanzliche und tierische Lebensmittel aus ökologischem Landbau müssen in Deutschland mit dem europäischen Bio-Siegel gekennzeichnet sein. Zusätzlich darf auch das bekanntere deutsche Bio-Siegel und ein Siegel der Anbauverbände auf der Packung stehen.

Das deutsche Bio-Siegel

Erfüllen Produkte die Anforderungen der EU-Öko-Verordnung, vergibt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft www.oekolandbau.de. Vom Staat beauftragte Kontrolleure überprüfen die Einhaltung der Verordnung. Bedeutende Kriterien: 95 Prozent der Zutaten müssen aus ökologischem Landbau stammen. 47 Zusatzstoffe sind zugelassen.

Das europäische Bio-Siegel

Seit Juli 2010 gibt es auch ein verbindliches EU Bio-Logo. Es wird von der Europäischen Kommission vergeben und jeder EU-Staat übernimmt die Kontrolle nach eigenen Regeln. Die Anforderungen entsprechen – wie beim deutschen Bio-Siegel – der EU-Öko-Verordnung. Seit 2012 muss auch in Deutschland jedes Bio-Produkt mit dem europäischen Siegel gekennzeichnet sein. Das deutsche Siegel kann also, das europäische muss vorhanden sein.

Die wichtigsten Bio-Siegel der Verbände

Die Siegel der Bio-Erzeuger unterliegen den jeweiligen Verbandsrichtlinien. Dabei sind ihre Anforderungen in der Regel höher als die Mindestanforderungen der EU-Öko-Verordnung.

  • Bioland
    Der www.bioland.de (seit 1971) ist der größte Anbauverband des anerkannten ökologischen Landbaus in Deutschland. Das System basiert auf einem geschlossenen Betriebskreislauf. Man achtet z.B. darauf, dass die Bodenfruchtbarkeit auch langfristig gegeben ist. Alle Zutaten stammen aus ökologischem Anbau. Statt 47 Zusatzstoffe wie bei der EU-Öko-Verordnung sind nur 23 erlaubt. Der Verband vergibt das Siegel. Vom Staat und von Bioland beauftragte Kontrolleure überwachen die Betriebe jährlich.
  • Demeter
    Als Öko-Pionier (seit 1928) steht Demeter für Produkte der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise, das heißt, die Mitgliedsbetriebe arbeiten auf der Grundlage anthroposophischer Menschen- und Naturerkenntnis. Sie verzichten auf chemische Pflanzenschutzmittel oder den Einsatz synthetischer Dünger. In der Verarbeitung sind lediglich 13 Zusatzstoffe erlaubt. Das Bio-Siegel wird vom Demeter e.V. vergeben, der Verein überprüft die Einhaltung der Demeter-Richtlinien jährlich.
  • Naturland
    Seite 1982 zählt der Naturland-Verband zu den ökologischen Anbauverbänden. Im Zentrum aller Naturland-Richtlinien steht ein ganzheitlicher Ansatz, nachhaltiges Wirtschaften, praktizierter Natur- und Klimaschutz, Sicherung und Erhalt von Boden, Luft und Wasser sowie der Schutz des Verbrauchers. Damit müssen Naturland-Partner sowohl Öko- als auch Sozialrichtlinien erfüllen. Das Bio-Siegel wird vom Verband vergeben, der die Betriebe jährlich kontrolliert.
  • Ecovin
    Der www.ecovin.de (seit 1985) ist der größte Zusammenschluss ökologisch arbeitender Weingüter in Deutschland. Neben dem gentechnikfreien und umweltschonenden Anbau unterstützen Ecovin-Winzerinnen und -Winzer naturverträgliches Wirtschaften, den Erhalt der Biovielfalt, die artenreiche Begrünung und den aktiven Artenschutz. Jeder Ecovin-Betrieb wird jährlich nach der EU-Öko-Verordnung und nach den Ecovin-Richtlinien neu zertifiziert. 

Ihr Kennzeichen: Sie schmecken gut und sind preiswert. Wir sagen Ihnen, in welchen Lebensmitteln man pro Portion viel von den wichtigsten Nährstoffen findet.

Ballaststoffe

Wer regelmäßig Vollkornprodukte und 3 Portionen (ca. 400 g) Gemüse isst, kommt leicht auf den Richtwert von mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. So viel braucht ein gesunder Erwachsener, um gut satt zu werden und für eine regelmäßige Darmtätigkeit. Schon zwei mittelgroße Scheiben Vollkornbrot liefern etwa 8 Gramm Ballaststoffe und damit mehr als ein Viertel des Tagesbedarfs.

Topquellen beim Gemüse:

  • 1 Portion (150 Gramm) Dicke Bohnen (Glas): 18 Gramm
  • 1 Portion (150 Gramm) Erbsen (tiefgefroren oder Konserve): 10 Gramm
  • 1 Portion (150 Gramm) gegarter Rosenkohl: 6 Gramm

Folat

Abwechslung auf dem Teller ist der beste Garant für eine gute Versorgung. Denn unter dem Namen Folat ist eine ganze Gruppe von Varianten des B-Vitamins zusammengefasst, die – im Gegensatz zur synthetischen Folsäure – natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommt. Eine Portion Rinder-, Kalbs- oder Geflügelleber liefert zwar eine ganze Tagesration von 300 Mikrogramm (µg), aber wer mag schon täglich Leber essen? Besser ist ein Mix aus Vollkornprodukten, Kartoffeln, Gemüse, Obst und Eiern.

Topquellen für pflanzliches Folat:

  • 1 Portion (150 Gramm) gegarter Spinat: 158 Mikrogramm
  • 1 Portion (150 Gramm) gegarter Grünkohl: 147 Mikrogramm
  • 1 Portion (200 Gramm) gegarter Spargel: 144 Mikrogramm

Calcium

Sie essen regelmäßig Joghurt, Quark und Käse? Dann dürfte die Versorgung mit dem knochenstärkenden Mineralstoff kein Problem sein. Schon eine Scheibe Käse, ein Becher Naturjoghurt (150 Gramm) und eine große Tasse Milchkaffee (250 Milliliter ) decken 60 Prozent des durchschnittlichen Tagesbedarfs eines gesunden Erwachsenen, der bei 1000 Milligramm (mg) liegt.

Spitzenreiter beim grünen Gemüse sind Grünkohl und Spinat. Eine kleine Portion (150 Gramm) enthält mehr als 200 Milligramm (Milligramm), also etwa 20 Prozent des Tagesbedarfs. Auch Mineralwasser kann erhebliche Mengen Calcium enthalten, also aufs Etikett schauen und ein Wasser mit mehr als 150 Milligramm Calcium pro Liter auswählen.

Topquellen bei Milchprodukten:

  • 1 Portion (30 Gramm) Emmentaler: 412 Milligramm
  • 1 Portion (30 Gramm) Parmesan: 353 Milligramm
  • 1 Glas (200 Milliliter) fettarme Milch: 236 Milligramm

Magnesium

Oft heißt es, die besten Magnesiumquellen wären Weizenkleie, Schokolade und Nüsse. Doch wer will schon 100 Gramm Weizenkleie essen? Und große Mengen Schokolade oder Nüsse würden das Kalorienkonto belasten. Die Menge von 300 bis 400 Milligramm Magnesium, die ein gesunder Erwachsener braucht, erreicht man besser mit Abwechslung auf dem Teller. Wählen Sie beim Getreide die Vollkornvariante: Eine Portion, also 250 Gramm gegarte Nudeln aus vollem Korn enthält über 50 Prozent mehr Magnesium als die gleiche Menge helle Nudeln. Dasselbe gilt für Brot und Backwaren.

Topquellen für pflanzliches Magnesium:

  • 1 Portion (250 Gramm) gekochte Vollkornnudeln: 112 Milligramm
  • 1 Portion (150 Gramm) gegarter Mangold: 81 Milligramm
  • 1 Portion (150 Gramm) gegarter Kohlrabi: 57 Milligramm

Kalium

Kalium reguliert den Blutdruck und den Wasserhaushalt des Körpers. Ein gesunder Erwachsener sollte – das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung –  täglich mindestens 2 Gramm (2000 Milligramm) Kalium über die Nahrung aufnehmen. Enthalten ist der Mineralstoff überwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln, also in Obst und Gemüse. Leckere Kalium-Snacks sind getrocknete Früchte, z.B. Pflaumen und Aprikosen. 4 bis 5 Stück enthalten etwa 350 Milligramm (mg) Kalium.

Topquellen für pflanzliches Kalium:

  • 1 Portion (200 Gramm) gegarte Kartoffeln: 820 Milligramm
  • 1 Portion (150 Gramm,) gegarter Fenchel: 515 Milligramm
  • 1 Portion (1 Stück, 150 Gramm) Banane: 458 Milligramm

 

Täglich kommen neue Produkte in die Läden, die oft schon in wenigen Minuten fertig zubereitet auf dem Tisch stehen. Solche Gerichte heißen im Fachjargon "Convenience Food", englisch für bequemes Essen. Bei diesen vorgefertigten Lebensmitteln nimmt der Hersteller dem Verbraucher einen Teil oder sogar die komplette Zubereitungsarbeit ab.

Man unterscheidet unterschiedliche Verarbeitungsstufen:

  • Küchenfertige Produkte: Hier wurde die Rohware fürs Kochen vorbereitet, z.B. das Gemüse geputzt und eingefroren. Beispiele: Pures Tiefkühl- oder Dosengemüse, rohes tiefgefrorenes Fleisch oder Fischfilet.
  • Garfertige Produkte: Sie kommen aus der Verpackung direkt in den Topf. Beispiele: Nudeln, Reismischungen, Tütensuppen und -saucen.
  • Fertig zubereitete Produkte: Der Hersteller hat für den Verbraucher "gekocht" und abgeschmeckt, zum Essen müssen die Waren nur erhitzt werden. Beispiele: Suppenkonserven, tiefgekühlte oder gekühlte Fertiggerichte.
  • Verzehrfertige Produkte: Sie müssen weder erhitzt, noch zubereitet werden, sondern können direkt aus der Packung gegessen werden. Beispiele: Fischkonserven und -marinaden, Kuchen, Kekse, Eiscreme oder Fruchtjoghurt.

Heute werden Convenience-Produkte aller Verarbeitungsstufen nicht nur im privaten Haushalt verwendet, sondern vor allem in der Gastronomie und in den meisten Großküchen der Gemeinschaftsverpflegung, z.B. in Kantinen und Krankenhausküchen.

Nicht jedes Fertiggericht wird aus erntefrischen Zutaten hergestellt. Schon aus organisatorischen Gründen müssen die Produzenten häufig auf Konserviertes, Getrocknetes, Vorgekochtes oder Tiefgekühltes zurückgreifen. Auch Fertiggerichte, die gekühlt verkauft werden und somit frisch wirken, können aus vorgefertigten Zutaten hergestellt sein. Bei langen Produktionswegen geht manches Vitamin verloren. Es lohnt sich deshalb, vorgefertigte Lebensmittel bei der Zubereitung mit frischen Zutaten zu ergänzen und aufzufrischen.

Hier ein paar Beispiele:

Suppen aus Tüten, Dosen oder dem Kühlregal

  • Reichlich frische Kräuter verwenden und mit frisch gepresstem Zitronensaft abschmecken.
  • Vorsuppen mit Gemüse- oder Möhrensaft verlängern.
  • Für ein Hauptgericht frische Gemüse- und Kartoffelwürfel kurz mitkochen.

Pfannengerichte wie Nasi Goreng, Schnitzelpfanne, Tortellini in Sahnesauce aus der Tiefkühltruhe

  • Frisches oder tiefgekühltes Gemüse zusammen mit dem Produkt erhitzen und garen.
  • Fleischgerichte mit klein geschnittenem Gemüse anreichern.

Fertig belegte Pizza und Flammkuchen aus der Tiefkühltruhe

  • Zum Kaloriensparen: Besser dünne, italienische als dicke, amerikanische Pizza wählen.
  • Vor dem Backen Champignons, Paprikastreifen oder geraspelte Zucchini auf das Produkt geben. Nach dem Backen Rucolablätter, Radicchio oder Lauchzwiebeln auf die Pizza streuen.

Fix-Produkte, also Würz- und Saucenmischungen für schnelle Gerichte, bei denen frische Zutaten wie Gemüse, Fleisch, Fisch und Sahne zugegeben werden müssen

  • Zum Anrühren statt Sahne eine Milch-Sahne-Mischung oder Kochsahne (15% Fett) verwenden.
  • Zum Überbacken weniger Käse verwenden als angegeben.
  • Die Gerichte gelingen auch mit einem Drittel mehr Gemüse als die Packungsanleitung vorsieht.

Kartoffel-, Nudel- und Fischsalate aus der Kühltheke

  • Gurken-, Tomaten- oder Paprikastückchen unterrühren. Kräuter und Lauchzwiebeln gleich bundweise feingehackt zufügen.

Vorfrittierte Kartoffel- oder Fischprodukte, wie Pommes frites, Rösti, Fischstäbchen, Backfisch oder Calamari-Ringe aus der Tiefkühltruhe

  • Oft können die Produkte ohne zusätzliches Fett im Backofen zubereitet werden.
  • Statt Fertigremoulade selbst hergestellten Kräuterquark dazu servieren.

Kuchenbackmischungen, wie Marmor- oder Käsekuchen, bei denen Zutaten wie Fett, Eier, Quark und Milch zugegeben werden müssen

  • Zum Fettsparen etwa ein Drittel des Fetts durch Apfelmus ersetzen.
  • Reichlich Fruchtstückchen, wie Apfel oder Beeren, in Rührkuchenteige mischen.

Das "schnelle Essen" wird in Imbissbetrieben fix zubereitet und meist ebenso geschwind verzehrt - einfach aus der Hand im Gehen oder Stehen. Doch viele der Gerichte haben einen hohen Fettgehalt und sind deshalb sehr energiereich, auch der Salzgehalt ist oftmals hoch. Dafür fehlt es meist an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Trotzdem: Currywurst, Döner und Co. sind und bleiben beliebt. Natürlich ist ein einfacher Hamburger mit rund 100 Gramm Gewicht und 250 Kalorien akzeptabel. Die Begeisterung für die schnellen Snacks wird erst problematisch, wenn man es übertreibt und mehrmals pro Woche oder gar täglich zulangt. Es ist wie so häufig - die Mischung macht's. Wer sich morgens ein Müsli- oder Vollkorn-Frühstück gönnt und mittags oder abends viel Gemüse und wenig Fett auf den Teller bringt, der kann eine Fast-Food-Mahlzeit ausgleichen.

Quick-Tipp:

Wird man trotz guter Vorsätze oft schwach, hilft vielleicht ein Trick. Man gibt einen Monatsbetrag von - beispielsweise - 20 Euro in einen Umschlag. Kommen die Fast-Food-Gelüste, bedient man sich aus diesem Budget. Falls nach Ablauf eines Monats das Geld nicht restlos ausgegeben ist, gibt es doppelten Grund zur Freude: gespartes Geld und gesparte Kalorien.

Der Nährstoff-Check

Fast Food GerichtPortionsgrößeKalorienFettgehalt
Doppelt belegter, extra großer Hamburger355 Gramm85751 Gramm Fett (55 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Panierte Hähnchenflügel (chicken wings)9 Stück, 236 Gramm74551 Gramm Fett (64 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Currywurst mit Pommes frites300 Gramm55238 Gramm Fett (64 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Halbes Hähnchen400 Gramm43525 Gramm Fett (53 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Asia-Box (mit Bratnudeln oder -reis mit Gemüse und Hähnchenfleisch)450 Gramm68925 Gramm Fett (33 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Pizza-Schnitte Salami-Paprika190 Gramm463 20 Gramm Fett (40 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Döner400 Gramm68419 Gramm Fett (26 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Wrap mit Räucherlachs und Salat138 Gramm31014 Gramm Fett (43 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Laugenstange mit Käse und Schinken überbacken153 Gramm42614 Gramm Fett (30 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Chef-Salat mit Hausdressing (50 ml)100 Gramm16512 Gramm Fett (68 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Hamburger106 Gramm2559 Gramm Fett (33 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Fischfrikadelle im Brötchen165 Gramm3155 Gramm Fett (13 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)
Sandwich mit Salat und Putenschinken212 Gramm2754 Gramm Fett (12 Prozent der Kalorien stammen aus Fett)

 

Bei den Angaben für Portionsgröße, Fett- und Energiegehalt handelt es sich um Durchschnittswerte. Der Energiegehalt wird umgangssprachlich in Kalorien ausgedrückt, die Fachbezeichnung heißt Kilokalorien.

Joghurt gegen Grippe - Müsli für die Verdauung - Schokolade, die beim Wachsen hilft... Lebensmittel, die einen besonderen gesundheitlichen Nutzen versprechen, drängen seit Jahren in die Regale der Supermärkte. Fachleute sprechen von Functional Food oder funktionellen Lebensmitteln – egal, zu welcher Warengruppe das Produkt gehört. Da es in Europa bislang keine allgemein gültige Definition des Begriffs gibt, gelten für Functional Food die Bestimmungen des Lebensmittelrechts.

Die bedeutendsten funktionellen Inhaltsstoffe, mit denen Produkte angereichert werden, sind:

  • Probiotika: Lebende Mikroorganismen, die meist Milchprodukten wie Joghurts oder Frischkäse zugesetzt werden.
  • Präbiotika: Unverdauliche Kohlenhydrate wie Inulin, mit denen zum Beispiel Getränke und Desserts angereichert werden.
  • Omega-3-Fettsäuren: Besondere mehrfach ungesättigte Fettsäuren, sie werden unter anderem Brot oder Eiern zugegeben.
  • Pflanzensterine (Phytosterine): Sie sollen einen erhöhten Cholesterinspiel senken. Mit ihnen wird vor allem Margarine angereichert.

Außerdem werden den Lebensmitteln zusätzlich Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe beigegeben.

Gesundheits-Versprechen

Lebensmittel, die mit gesundheitsbezogenen Aussagen (englisch: Health Claims) beworben werden sollen, durchlaufen strenge Zulassungsverfahren und werden von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) überprüft. Seit Ende 2012 darf die Lebensmittelindustrie nur dann mit Gesundheitsversprechen auf ihren Produkten werben, wenn der gesundheitliche Nutzen wissenschaftlich bewiesen ist.

Von den rund 4500 geprüften Werbeaussagen wurden bislang weniger als 250 genehmigt. Erlaubt sind zur Zeit unter anderem Angaben wie "Calcium wird für die Erhaltung der Knochen benötigt" oder "Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei". Verboten hat die Behörde beispielsweise den über Jahre benutzten Werbehinweis, dass probiotische Joghurts "positiv auf das Immunsystem wirken".

Wenn sie ins Essen gelangen und sich dort vermehren, können einige Bakterien und Viren krank machen. Entweder attackieren die Keime das Verdauungssystem oder sie scheiden Gifte aus, die den Organismus schädigen.

Riechen oder Probieren reicht nicht aus, um festzustellen, ob ein Lebensmittel von Bakterien verunreinigt ist. Zwar alarmieren uns unsere Sinne, wenn beim Verderb unappetitliche Düfte und Farben entstehen. Aber darauf verlassen kann man sich nicht. Bei gekühlten Gerichten gibt die Nase oft keinen Alarm, weil Kälte den Geruch unterdrückt. Und einige Keime (Mikroorganismen) vermehren sich im Essen, ohne dass man etwas riechen oder schmecken kann. Da hilft nur Vorsicht.

Verunreinigungen vermeiden

  • Ein Klassiker: Hände waschen! Vor dem Kontakt mit Lebensmitteln immer gründlich einseifen, abspülen und abtrocknen. Nägel sauber halten.
  • Von rohen Lebensmitteln lassen sich viele Keime abwaschen – am besten unter fließendem Wasser. Genauso wichtig: die gründliche Reinigung der Arbeitsflächen und Küchengeräte, vor allem, wenn man Geflügel, Fisch oder Innereien verarbeitet hat. Auftauflüssigkeiten oder andere Lebensmittelrückstände mit Küchenpapier aufwischen und wegwerfen.
  • Rohes und Gekochtes trennen – also separat lagern und verschiedene Schneidebretter benutzen, damit krankmachenden Keime nicht von einem Lebensmittel auf ein anderes übertragen werden.
  • Haustiere fernhalten und während der Zubereitung von Mahlzeiten nicht streicheln.
  • Lebensmittel auch im Kühlschrank in geschlossenen Behältern oder vollständig abgedeckt lagern. Rohes Gemüse gehört in das unterste Fach, damit anhaftende Erde nicht auf andere Lebensmittel fallen kann.

Keime reduzieren

Krankheitskeime vertragen weder Hitze noch Kälte gut. Deshalb kann man sie ohne viel Aufwand in Schach halten.

  • Zubereitete Speisen nicht lange stehen lassen. Bei Zimmertemperaturen von 20 bis 30 Grad Celsius vermehren sich die Keime in rasantem Tempo. Frisch Gekochtes schnell abkühlen und zugedeckt in den Kühlschrank stellen.
  • Reste vom Vortag, die aufgewärmt werden sollen, vor dem Verzehr nicht nur auf Esstemperatur bringen, sondern kräftig aufkochen. Eine Kochtemperatur von 100 Grad Celsius ist besonders wichtig, wenn Gerichte in der Küche versehentlich ungekühlt herumgestanden haben, also zum Beispiel auf dem Herd vergessen wurden.
  • Fleisch und Geflügel immer im Kühlschrank oder in der Mikrowelle auftauen, nicht bei Zimmertemperatur oder im warmen Wasserbad. Sonst können sich Keime rasch vermehren.
  • Eier können im Inneren oder auf ihrer Schale Keime wie etwa Salmonellen enthalten, deshalb ist besondere Sorgfalt erforderlich: Also die Mindesthaltbarkeit beachten.
  • Empfindliche Personen wie Kleinkinder, Kranke und betagte Menschen sollten Eier nur nach vollständigem Erhitzen essen, das heißt wenn Eiweiß und Eigelb fest geworden sind.
  • Eierschalen oder rohes Ei nicht mit anderen Lebensmitteln in Berührung bringen.

Reinigen

  • Nach dem Aufschlagen von Eiern die benutzten Arbeitsflächen und Küchengeräte sofort mit heißem Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine reinigen.
  • Ritzen, Ecken und Kanten von Flächen und Geräten gründlich mit Spülmittel heiß reinigen.
  • Spül- und Handtücher nach Gebrauch trocknen, mindestens einmal pro Woche wechseln und bei einer Temperatur von wenigstens 60 Grad Celsius waschen.
  • Spülbürsten regelmäßig in die Spülmaschine stecken, öfter mal austauschen.
  • Für Fußböden andere Tücher verwenden als für Arbeitsflächen. Abfallbehälter regelmäßig reinigen, Hände nach dem Berühren von Abfall waschen.

Textnachweis

  • Autorinnen: Elisabeth Lange, Diplom-Oecotrophologin und Wissenschaftsjournalistin; Helga Thamm, Food-Fachjournalistin; Astrid Büscher, Diplom-Oecotrophologin
  • Endredaktion und Qualitätssicherung Barmer: Marianne Rudischer

Literatur

  • DACH Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr; Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 1. Auflage, 5. Korrigierter Nachdruck 2013
  • Prodi 6.1, Software für Ernährungs- und Diätberatung, Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
  • Lebensmittelverarbeitung im Haushalt, aid-Medienshop, 2010
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (bmel)
  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN
  • Ernährungsmedizin und Diätetik, 11. überarbeitete Auflage, Urban & Fischer, 2009
  • Werner Baltes, Reinhard Matissek: Lebensmittelchemie, Springer-Lehrbuch, 2011
  • Functional Food, Andrea Pütz, Behr's Verlag, 2012
  • Johannes Krämer: Lebensmittel-Mikrobiologie, 2006 Ulmer UTB

Weiterführende Informationen

Internet (Links wurden zuletzt aufgerufen am  31.01.2014

Buchtipps

  • Stiftung Warentest, Die Nebenbei-Diät, 2011
  • Bio drauf, Bio drin? Echte Bioqualität erkennen und Biofallen meiden, Annette Sabersky, Südwest Verlag, 2013

Lesen Sie auch unsere Redaktionellen Grundsätze.

 

Webcode dieser Seite: s000026 Autor: Elisabeth Lange, Helga Thamm, Astrid Büscher Erstellt am: 25.03.2014 Letzte Aktualisierung am: 07.08.2017
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