Ernährungsarten

Vegan, Low Carb, Paleo, Clean Eating, Flexitarier, Frutarier – ein Food-Trend jagt den nächsten.

Was steckt hinter diesen aktuellen Ernährungstrends, die häufig von Promis beworben werden? Und sind diese speziellen Ernährungsweisen wirklich so gesund, wie vielfach behauptet wird?

Veganer ernähren sich rein pflanzlich. Auf ihrem Speiseplan stehen Gemüse, Obst, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und pflanzliche Fette. Veganer verzichten auf alle tierischen Lebensmittel und meiden dabei auch Lebensmittel, die – wie Gelatine – aus geschlachteten Tieren stammen. Strenge Veganer lehnen auch Honig sowie Bekleidung aus Wolle, Pelz und Leder ab. Die Entscheidung für eine vegane Ernährung erfolgt häufig aus Tierschutzgründen. Veganer sollten sich intensiv mit ihrer Ernährung auseinandersetzen, um einen Nährstoffmangel (insbesondere von Vitamin B12) zu vermeiden.
Man versteht unter Low Carb im Allgemeinen eine Ernährungsweise, die kaum bzw. nur wenige Kohlenhydrate enthält (low carb; engl. für „low carbohydrates“). Kohlenhydratreiche Lebensmittel werden bei der Low Carb-Ernährung vor allem durch fett- und eiweißreiche Lebensmittel ersetzt. Die Mahlzeiten bestehen in der Regel hauptsächlich aus, Fisch, Fleisch und Milchprodukten sowie Gemüse. Kohlenhydratlieferanten wie Kartoffeln, Reis, Brot und Nudeln sind tabu bzw. nur in kleinen Mengen erlaubt. Auf Süßigkeiten, Kuchen und Zucker wird meist ganz verzichtet. Die Low Carb-Ernährung wird hier genauer unter die Lupe genommen.
Eine Detoxkur soll den Körper reinigen. Durch eine gesunde Ernährung mit viel Obst- und Gemüsesäften, Entspannungsübungen und Bäder sollen Schadstoffe und Gifte im Körper gebunden und ausgeschieden werden. Neuer Gesundheitstrend sind nun auch Detoxpartys – gesundes Feiern ganz ohne Alkohol. Eine Detox-Kur wird hier genauer unter die Lupe genommen.
Bei der Paleo-Diät (Steinzeit-Diät) kommen nur Lebensmittel auf den Teller, die es so oder ähnlich schon in der Steinzeit gab. Dazu zählt alles, was gejagt, gefischt, gepflückt oder gesammelt werden konnte. Der Speiseplan enthält demnach Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Eier sowie Kräuter, Beeren und Nüsse. Zucker, Getreide und Hülsenfrüchte sind bei der Paleo-Diät tabu. Auch wenn der Verzicht auf Zucker eher Vorteile hat, fallen durch den kompletten Verzicht auf Getreide (und damit Brot, Nudeln, Reis) sowie Hülsenfrüchte wichtige Quellen für Ballaststoffe und andere Nährstoffe weg.
Anhänger des Foodtrends Clean Eating ("reines Essen") ernähren sich so natürlich wie möglich. Sie meiden Fertigprodukte, Zucker und Fast Food und essen stattdessen naturbelassene Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, unbehandelte Milchprodukte und Nüsse. Im Gegensatz zur Paleo-Diät darf auch Getreide gegessen werden, am besten aber in der Vollkornvariante. Eine Ernährungsweise ohne Süßigkeiten, Limonaden und Fast Food ist zwar empfehlenswert, allerdings gibt es keinen Grund, alle verarbeiteten Lebensmittel strikt abzulehnen.
Flexitarier sind flexible Vegetarier, die ab und zu Fleisch essen. Fleisch steht bei ihnen nicht täglich und auch nicht regelmäßig auf dem Speiseplan. Strenge Regeln, wieviel Fleisch gegessen werden darf, gibt es dabei nicht. Flexitarier legen viel Wert auf Tierschutz und gute Qualität (z.B. Biofleisch) und wollen mit ihrer Ernährungsweise sowohl die Umwelt schonen als auch ihrer Gesundheit Gutes tun. Eine flexitarische Ernährung hilft, die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung von 300 bis 600 g Fleisch pro Woche umzusetzen.

Frutarier (Fructarier, Fruganer) ernähren sich nur von Pflanzen, die bei ihrer Ernte nicht "sterben" müssen. Besonders strikte Frutarier essen nur Obst, das auf natürliche Weise vom Baum gefallen ist, und verzichten auf alle anderen Gemüse- und Obstsorten, die geerntet werden müssen (z.B. Möhren). Frutarier sind extrem strenge Veganer mit einem hohen Risiko für einen Nährstoffmangel. Sie sollten sich über die Einnahme von Nährstoffsupplementen informieren.

Textnachweis

  • Autorinnen: Dr. Gunda Backes, Ökotrophologin
  • Endredaktion und Qualitätssicherung Barmer: Micaela Schmidt, Dipl.-Oecotrophologin

Literatur

  • Frassetto, A. et al. Metabolic and physiologic improvements from consuming a paleolithic, hunter-gatherer type diet. Eur J Clin Nutr. 2009 Aug;63(8):947-55.
  • DGEinfo. Flexitarier – die flexiblen Vegetarier, (2013) 10:146-149.
  • DGE aktuell. Blitzdiäten bleiben ohne dauerhaften Erfolg - Diätversprechen zur Bikinifigur haben Hochsaison. Pressemitteilung 05/2014 (letzter Abruf am 24.03.2015)
  • Ernährungsumschau. Vegane Ernährung Teil 1: Gesundheitliche Risiken und Chancen, (2014) 6: S.23-S.26

Weiterführende Informationen

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Webcode dieser Seite: s000024 Autor: Dr. Gunda Backes Erstellt am: 29.04.2015 Letzte Aktualisierung am: 15.02.2017
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