Sucht

Kann man nur von Stoffen abhängig sein?

Lesedauer unter 2 Minuten

Autor

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Dirk Weller (Barmer Marktforschung)
Inhaltsverzeichnis

Kann man nur von Stoffen abhängig sein? Nein, es gibt auch Verhaltens-Abhängigkeiten. Wir haben einige Beispiele zusammengefasst. 

Essstörungen 

Essstörungen teilen sich in verschiedene Untergruppen auf. Dazu gehören etwa die Binge-Eating-Störung, bei der dem Körper in wiederholt unkontrollierten Heißhungerattacken Essen zugeführt wird. Auch die Ess-Brech-Sucht (Bulimie) ist eine Essstörung: Hier wird das unkontrolliert Gegessene möglichst schnell willentlich wieder erbrochen.

Kaufsucht

Beim Kaufzwang, der Kaufsucht oder dem pathologischem Kaufen (alle unter dem Fachterminus Oniomanie zusammengefasst) shoppen Betroffene nicht, um etwas zu besitzen, sondern erleben den Kick allein durch den Kaufvorgang. Die erstandenen Produkte werden nicht gebraucht, sondern unausgepackt gehortet oder weggeworfen.

Sexsucht

Bei der Sexsucht oder gesteigertem sexuellen Verlangen (Hypersexualität) steht der übermäßige und unkontrollierbare Drang nach sexueller Befriedigung im Vordergrund. Typische Kennzeichen sind übermäßiger Pornografie-Konsum, das übersteigerte Verlangen nach Selbstbefriedigung, häufig sexuell wechselnde Kontakte (auch zu Prostituierten) sowie das Unvermögen, Beziehungen aufzubauen.

Medienabhängigkeit 

Unter Medienabhängigkeit versteht man den Drang, sich dauernd, ausschließlich und exzessiv mit digitalen Spielen, seinen Social-Media-Kanälen, Streaming-Serien oder anderen medialen Angeboten beschäftigen zu wollen.

Arbeitssucht

Sogenannte Workaholics leiden unter Arbeitssucht: Sie haben eine zwanghaft perfektionistische Einstellung zu Leistung und Arbeit, leben also (beinahe) ausschließlich für ihren Job.

Sportsucht

Betroffene einer Sportsucht trainieren immer häufiger, immer intensiver und immer mehr aus einem inneren Zwang heraus.

Spielsucht 

Beim pathologischen oder zwanghaften Spielen, auch (Glücks-)Spielsucht genannt, spielen Menschen generell häufig oder in Episoden immer wieder ausufernd viel. Sie beschäftigen sich intensiv mit Techniken und Möglichkeiten, möglichst viel Gewinn zu erzielen, verlieren dabei aber den Bezug zur Realität.

Wie entstehen stoffungebundene Süchte? 

Menschen, die unter diesen stoffungebundenen Süchten leiden, versuchen damit meist eine innere Leere zu füllen oder eine emotionale Verletzung auszugleichen. Abhängigkeiten von bestimmten Verhaltensweisen können aber genauso Leid verursachen und zu gesundheitlichen Problemen führen wie eine Sucht, die an eine Substanz wie Alkohol oder Drogen gebunden ist. 

Für den Körper ist eine substanzgebundene Abhängigkeit (Drogen, Nikotin, Alkohol, Medikamente) jedoch schädlicher und riskanter. Auch der volkswirtschaftliche Schaden ist höher. Er entsteht etwa durch medizinische Ausgaben für die Abhängigen, krankheitsbedingte Arbeitsausfälle, Arbeitslosengelder und Rechtsverfolgungen bei Drogenkonsum.

Trotzdem: Auch Süchte, die auf einem schädlichen Verhalten basieren, können zu einem großen Problem werden. Die Betroffenen können die Kontrolle verlieren und Entzugserscheinungen bekommen. Die Süchte können ebenso den Alltag dominieren und die Gesundheit gefährden. 

E-Mail

Meine Barmer

Nutzen Sie das Online-Postfach bei Meine Barmer zur persönlichen und datenschutzsicheren Kommunikation.

Zum Online-Postfach

Kontaktformular

Noch kein Online-Postfach? Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Zum Kontaktformular

E-Mail an die Barmer

Senden Sie uns eine Nachricht an service@barmer.de

E-Mail für Interessenten

Sie sind noch nicht (selbst) bei der Barmer versichert und haben Interesse an einer Mitgliedschaft bei uns? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an neukunde@barmer.de

Zertifizierung

Auf unsere Informationen können Sie sich verlassen. Sie sind hochwertig und zertifiziert. Dafür haben wir Brief und Siegel.

Redaktionelle Grundsätze
Webcode: a006123 Letzte Aktualisierung: 23.11.2020
Nach oben