Illustration eines Fötus und einer jungen schwangeren Frau, die die Hand auf den Bauch leg in der 37. SSW
Schwangerschaftskalender

37. Schwangerschaftswoche: Ihr Baby braucht mehr Fettreserven

Lesedauer unter 8 Minuten

Mit der Geburt wird Ihr Baby den tropisch warmen Bauch von Mama verlassen. Um seine Körpertemperatur dann zu stabilisieren, legt es sich mit dem sogenannten „braunen Fettgewebe“ eine Art natürliches Heizkissen zu.

Welche Geburtspositionen können Mütter bei der Entbindung einnehmen? Und welche passt am besten zu Ihnen? Wir stellen Ihnen heute verschiedene Geburtspositionen vor und geben praktische Tipps.

Die 37. Schwangerschaftswoche auf einen Blick

  • Trimester: 3
    Illustration eines Auges mit einer rosa Wolke
  • Monat: 10
  • SSW: 37
  • Größe: 48-49 cm
  • Gewicht: ca. 3 kg
Eine schwangere Frau um die 37. Schwangerschaftswoche liegt auf einem Bett und hält sich den unteren Babybauch

Mit der 37. Schwangerschaftswoche beginnt der letzte Monat der Schwangerschaft. Ab jetzt sollten werdende Mütter darauf vorbereitet sein, dass die Geburt jeden Moment losgehen kann.

Ihr Baby entwickelt sich

Da Ihr Baby körperlich nun schon sehr weit entwickelt ist, gilt es, bis zur Geburt noch weiter an Größe und Masse zuzulegen. Dazu wird weiter fleißig Fettgewebe aufgebaut, zu dem auch eine besondere Art von Fettzellen gehört – das braune Fettgewebe.

Wie früher bereits angesprochen: Ist dem Baby kalt, wandelt das Fett gespeicherte Energie direkt in Wärme um. Das ist vor allem nach der Geburt wichtig, wenn die Umgebungstemperatur im Geburtsraum plötzlich viel niedriger ist als die rund 37 Grad Körpertemperatur in der Fruchtblase. Denn das Neugeborene ist noch nicht in der Lage, seine Körpertemperatur an die Umgebung anzupassen. So besteht die Gefahr, dass es schnell überhitzt oder eben auskühlt. Das braune Fettgewebe kann man sich wie eine Art organisches Heizkissen vorstellen, welches das Baby kurzfristig vor dem Auskühlen schützt. Bei der Geburt macht es bis zu 15 % des Körpergewichts aus.

Trotzdem sollten Sie Ihr Baby nach der Geburt schön warm halten. Denn das Fett dient außerdem als Energiereserve. Die erste Milch beim Stillen, die Vormilch oder auch Kolostrum genannt, ist zwar dickflüssig, reich an Vitaminen und schützenden Antikörpern, aber sie enthält wenig Fett oder Kohlenhydrate. Außerdem produziert die weibliche Brust zunächst nur wenige Milliliter der Vormilch. Das reicht zum Durstlöschen und ist gut verdaulich, aber das Baby verliert in den ersten Tagen trotzdem an Gewicht. Indem Sie Ihr Baby warm halten, helfen Sie ihm, seine Fett- und damit Energiereserven zu schonen und seine Körpertemperatur zu stabilisieren.

Alternative Methoden, um das Kind selbst zu einer Wendung zu bewegen

Falls Ihr Baby sich bis zur 37. Schwangerschaftswoche noch nicht in die für eine vaginale Geburt optimale Schädellage begeben hat, sinken die Chancen, dass es dies jetzt noch spontan von selbst tun wird. Es gibt verschiedene Methoden, die darauf abzielen, das Ungeborene von selbst zur Wendung in die richtige Lage zu bewegen.

Dazu zählen:

  • Sogenannte „indische Brücke“: Dabei legt sich die Schwangere mit angestellten Beinen auf den Rücken und lagert ihr Becken mithilfe eines Kissens für etwa 15 Minuten zweimal am Tag hoch.
  • Moxibustion: Mit einer sogenannten „Moxa-Zigarre“ wird eine bestimmte Stelle des kleinen Zehs gereizt, bis ein Wärmegefühl zu verspüren ist. Unter Umständen wird die Methode anschließend mit der indischen Brücke kombiniert.
  • Akupunktur: Auch bei der Akupunktur wird eine Stelle am kleinen Zeh gereizt. Sie kann auch mit der Moxibustion kombiniert werden.

Für alle Methoden gilt: Sie sollten ausschließlich in Absprache mit Arzt oder Ärztin bzw. Hebamme durchgeführt werden.

Die äußere Wendung

Eine weitere Technik, Ihr Baby in die optimale Lage zu bringen, besteht in der sogenannten „äußeren Wendung“. Das ist ein Begriff aus der Geburtshilfe, bei der ein erfahrener Arzt oder eine erfahrene Ärztin durch bestimmte, vorsichtige Handgriffe an der Bauchdecke versucht, das Baby zu einer Rückwärts- oder Vorwärtsrolle zu bewegen.

Zeichnet sich im Vorfeld der Geburt ab, dass eine äußere Wendung versucht werden soll, findet zunächst eine gründliche Untersuchung statt. Anhand der Befunde kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin die Erfolgschancen besser einschätzen. An oberster Stelle stehen dabei Ihre Gesundheit und die Ihres Babys. Liegt zum Beispiel die Plazenta vor dem Muttermund oder hat sich die Nabelschnur mehrfach um den Hals des Babys gewickelt, können die Risiken gegen eine äußere Wendung sprechen.

Nach einem ausführlichen Beratungsgespräch entscheidet aber jede Schwangere selbst über die weitere Vorgehensweise. Denn es ist wichtig, dass Sie sich mit Ihrer Entscheidung wohlfühlen und Vertrauen in die Medizinerinnen und Mediziner haben. Das schafft eine positive und entspannte Atmosphäre und damit eine gute Voraussetzung für diese Anwendung. Sind diese Bedingungen erfüllt und spricht auch körperlich nichts gegen den Versuch, das Baby von außen zu drehen, erfolgt die Wendung in einer Klinik. Die Gesundheit Ihres Babys wird dabei durch Ultraschall und Kontrolle der Herztöne ständig überwacht. War die Drehung erfolgreich, findet eine sorgfältige Nachkontrolle mittels CTG und Ultraschall statt.

Sollte die Wendung nicht klappen, bedeutet die Beckenendlage heutzutage nicht automatisch, dass ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss. Moderne Kliniken und erfahrene Geburtshelfer sind in vielen Fällen in der Lage, auch in diesem Fall eine vaginale Geburt zu ermöglichen. Lassen Sie sich durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bzw. Ihre Hebamme dazu gründlich beraten. Welche Gründe für eine Geburt per Kaiserschnitt sprechen, erfahren Sie in unserem Themen-Schwerpunkt zu Schwangerschaft und Geburt.

Eine schwangere Frau um die 37. Schwangerschaftswoche sitzt erschöpft vor einem Laptop in der Küche

Die meisten Babys liegen in der 37. Schwangerschaftswoche recht tief im Becken der werdenden Mama. Weil dadurch die Gebärmutter nicht mehr so auf Lunge und Magen drückt, lassen Kurzatmigkeit und Sodbrennen oft deutlich nach.

Ihre Gesundheit

Es sind nun nur noch wenige Wochen bis zum durchschnittlichen Geburtstermin. Haben Sie sich schon Gedanken zum Thema Gebärposition gemacht? Neben der in Filmen typischerweise gezeigten Rückenlage gibt es noch einige andere Geburtspositionen, die möglich sind. So können Sie bei der Geburt herumlaufen und Hilfsmittel wie Geburtsseile oder eine Sprossenwand nutzen. Auch der Vierfüßlerstand mit Unterstützung eines Gymnastikballs, auf dem der Oberkörper angelegt wird, ist möglich. In der Hocke kann sich das Becken gut öffnen und zusätzlich unterstützt dann auch die Schwerkraft die Geburt.

Da Wärme den Körper entspannt und das Schmerzempfinden lindert, ist die Wassergeburt eine weitere Alternative. Sie kann die Dauer der Geburt, insbesondere der Eröffnungsphase, verkürzen. Bei längeren Geburten kann auch die Seitenlage angenehm sein, weil Sie sich dabei zwischen den Wehen etwas ausruhen können. Die Rückenlage ist eigentlich nur dann notwendig, wenn eine operative Entbindung wie beispielsweise eine Zangen- oder Saugglockengeburt ansteht. In dem Fall haben die Geburtshelfer über die Rückenlage den besten Überblick und können am besten helfen.

Wechseln Sie ruhig die Geburtsposition

Welche Position für Sie am angenehmsten ist, hängt unter anderem auch von Ihrem Schmerzempfinden ab. Aber selbst mit einer lokalen Betäubung, zum Beispiel einer PDA, können die Gebärenden heute mobil bleiben. Positionswechsel können die Geburt erleichtern, weil das Becken durch die Bewegung besser durchblutet wird und die Muskulatur sich entspannt. Deswegen verändern viele Frauen im Laufe der Geburt ihre Lage oder Position. Während in der frühen Phase der Geburt Stehen oder auch Herumlaufen oft hilfreich sind, neigen viele Frauen in den späteren Phasen (Austreibungsphase) eher zu bodennahen Positionen. Sprechen Sie vor der Geburt mit Ihrer Hebamme über die unterschiedlichen Möglichkeiten. Vor allem aber sollten Sie während der Geburt auf Ihr eigenes Körpergefühl hören. Ganz nach dem Motto „Was mir guttut, ist auch gut“.

Zum Ende der Schwangerschaft kehren bei vielen Frauen auch ein paar „alte Bekannte“ aus der frühen Phase der Schwangerschaft zurück. Durch die tiefere Lage des Babys wird konstant Druck auf die Verdauungsorgane ausgeübt. Deswegen leiden viele Frauen nun wieder unter Beschwerden wie Übelkeit und Durchfall. Auch Müdigkeit kann nun wieder stärker auftreten. Dies hängt auch damit zusammen, dass Sie jetzt einen großen Babybauch mit sich herumtragen, der einiges an Gewicht hat.

Termine

Die Geburt Ihres Kindes müssen Sie beim Standesamt innerhalb von sieben Tagen nach der Geburt anmelden. Die dazu notwendigen Dokumente können Sie teilweise schon im Vorfeld besorgen. Das zuständige Standesamt kann Ihnen weitere Informationen zum Ablauf und zur Terminvereinbarung für die Geburtsanmeldung geben.

Wichtig: Zuständig für die Geburtsanmeldung ist immer das Standesamt am Geburtsort des Babys.

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Tipps und Tricks für die 37. Schwangerschaftswoche

Ausstattung fürs Wochenbett

Illustration zweier Herzen und einer Sprechblase vor grünem Hintergrund

Je nachdem, wie Ihre Geburt verläuft, werden Sie im Wochenbett mehr oder weniger fit sein. Um für alle Fälle vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich deswegen, schon im Voraus alles zu besorgen, was Sie dafür benötigen. Die folgenden zehn Artikel sind sinnvoll als Ausstattung fürs Wochenbett:

  • Extradicke Binden für den Wochenfluss. Dieser kann anfangs so stark sein, dass die Binden alle paar Stunden gewechselt werden müssen. Später reichen meist auch normale Slipeinlagen.
  • Still-BHs und passende Stilleinlagen. Am besten mehrere zum Wechseln. Praktisch sind Stilleinlagen, die bei 60 Grad waschbar sind, oder Einwegstilleinlagen.
  • Still-Tops zum Wechseln. Gerade anfangs kann es sein, dass Sie hormonell bedingt recht stark schwitzen und sich öfter umziehen möchten.
  • Stilltees aus der Drogerie oder Apotheke können helfen, die Milchproduktion anzuregen. Alkoholfreies Weizenbier, vor allem aber Malzbier enthält viele Kalorien, die Sie mit Blick auf Ihre übrige Ernährung berücksichtigen sollten.
  • Kalter Quark oder kühle Thermokompressen. Bei starkem Milcheinschuss können die Brüste spannen und schmerzen. Dann bringt Kühlung Ihnen Linderung.
  • Energiereiche Snacks wie Studentenfutter, Müsliriegel oder Nüsse sind ideal, wenn Sie unterwegs einen Energieschub brauchen. Aber achten Sie darauf, dass Sie nicht nebenbei zu viel knabbern. Besser ist es, regelmäßig zu trinken, damit die Milchproduktion in Gang bleibt.
  • Erstlingswindeln der Größe 1. Diese sind für Babys mit 2 bis 5 kg Körpergewicht geeignet.
  • Cremes oder Salben mit Zinkoxid helfen bei wunden Babypopos.
  • Spucktücher
  • Oliven- oder Mandelöl. Dies können Sie für eine sanfte Babymassage benutzen, aber auch für sich selbst.

Merkzettel für Wichtiges

  • Illustration eines Klemmbretts mit einem rosa Haken
    Bereiten Sie alle Unterlagen für die Anmeldung der Geburt Ihres Babys beim Standesamt vor.
  • Der Großteil der Babys kommt zwischen der 37. und der 42. Schwangerschaftswoche zur Welt. Das bedeutet, die Chancen stehen gut, dass es auch bei Ihnen bald so weit ist. Deswegen empfiehlt es sich, die Kliniktasche jetzt auf jeden Fall fertig gepackt und griffbereit zu haben.

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