Illustration eines Fötus und einer jungen schwangeren Frau, die ihre Hand auf ihren Bauch legt - in der 36. SSW.
Schwangerschaftskalender

36. Schwangerschaftswoche: Ihr Baby isst Haut und Haar

Lesedauer unter 8 Minuten

Das Fruchtwasser besteht zwar immer noch hauptsächlich aus Wasser, aber es schwimmen auch Hautzellen und Haare darin herum, die Ihr Baby nun munter verschluckt. Welche Folgen das hat, können Sie in der Rubrik „Ihr Baby entwickelt sich“ lesen. Ihr Körper bereitet sich jetzt auch mehr und mehr auf die Geburt vor. Wir erläutern Ihnen diese Woche die verschiedenen Formen von Übungswehen, die Sie nun erleben. 

Die 36. Schwangerschaftswoche auf einen Blick

  • Trimester: 3
    Illustration eines Auges mit einer rosa Wolke
  • Monat: 9
  • SSW: 36
  • Größe: 47 cm
  • Gewicht: 2,5-3 kg
Schwangerer Frau um die 36. Schwangerschaftswoche sitzt mit Partner auf der Couch und lacht über Baby-Anziehsachen

In der 36. Schwangerschaftswoche bekommen Babys schon sehr viel von der Außenwelt mit. Das können werdende Eltern nutzen, um den Kontakt zu intensivieren.

Ihr Baby entwickelt sich

Ab dieser Woche ist Ihr Baby prinzipiell reif für die Welt. Formell gesehen würde eine Geburt in der 36. SSW noch als Frühgeburt gelten, aber biologisch betrachtet hat ein Baby dann fast genauso gute Chancen, gesund auf die Welt zu kommen, wie ein Baby, das später geboren wird. Seine inneren Organe und insbesondere die Lunge sind jetzt nämlich so weit entwickelt, dass es auch ohne intensive medizinische Versorgung, wie zum Beispiel eine künstliche Beatmung, vollkommen lebensfähig ist.

Parallel wachsen auch die anderen Körperstrukturen des Babys weiter. Die Knochen werden länger, Muskelstränge werden dicker, die Haut dehnt sich und auch das Gehirn wird größer.

In der 36. Schwangerschaftswoche bekommt Ihr Baby bekommt schon sehr viel von der Außenwelt mit. Das können Sie nutzen, um den Kontakt mit ihm zu intensivieren. Sie können ihm zum Beispiel Schlaflieder vorsingen, Geschichten vorlesen oder es durch das Berühren Ihres Bauches streicheln. Das gilt natürlich auch für den Papa.

Im Darm des Babys bildet sich nun das sogenannte Kindspech. Dies ist der erste Windelinhalt nach der Geburt. Das Kindspech ist schwarz, zäh und klebrig, was daran liegt, dass es aus einer Mischung aus abgestoßenen Hautzellen und ausgefallenen Lanugohaaren besteht, die das Baby zusammen mit dem Fruchtwasser schluckt.

Schwangere junge Frau um die 36. Schwangerschaftswoche sitzt mit Notebook an einem Konferenztisch und trinkt ein Glas Wasser.

Wenn die Babytritte plötzlich nachlassen, ist das nicht unbedingt ein Grund zur Sorge. Schließlich hat das Baby jetzt nur noch wenig Platz im Bauch. 

Ihre Gesundheit

Nun sind es nur noch wenige Wochen bis zum errechneten Geburtstermin. Insbesondere wenn Sie zum ersten Mal schwanger sind, sind Sie vielleicht schon hoch aufmerksam für jedes Signal Ihres Körpers und vermuten hinter jedem Stechen und Ziehen das Einsetzen der Wehen. Meistens verbergen sich dahinter aber eher Schmerzen aufgrund der Dehnung der Bänder oder wegen Verstopfung.

Senkwehen treten nun öfter auf

Wir haben schon die Übungswehen angesprochen, die viele Schwangere seit einigen Wochen begleiten. Durch die schmerzlosen Kontraktionen dieser Wehen wird die Gebärmutter für die Geburt trainiert. Die Übungswehen gehen in der 36. Schwangerschaftswoche immer öfter in Senkwehen (auch Stellwehen genannt) über. Diese fühlen sich schon mehr nach „echten“ Wehen an und können mitunter sehr unangenehm sein. Sie dienen dazu, das Baby tiefer ins Becken zu leiten. Die Intensität der Senkwehen kann sehr unterschiedlich sein. Manche Frauen spüren sie gar nicht, andere sagen, dass die Senkwehen sich in etwa wie starke Regelschmerzen oder wie ein Muskelkater nach dem Sport anfühlen.

Während einer Senkwehe wird der Bauch härter. Sie dauert in der Regel einige Sekunden an und lässt dann nach. Senkwehen und echte Wehen können Sie anhand folgender Merkmale unterscheiden: Die Abstände zwischen Senkwehen können mehrere Stunden bis Tage betragen, während die Abstände bei echten Wehen regelmäßiger sind und mit der Zeit immer kürzer werden. Zudem lassen sich Senkwehen durch Wärme mildern, während echte Wehen auch bei Wärme immer schneller kommen.

Durch Senkwehen rutscht das Baby tiefer ins Becken. Das zeigt sich auch äußerlich, indem der Bauch tiefer sitzt. Zudem verändert sich seine Form. Er wird oben flacher und unten runder.

Die Position des Babys tiefer im Becken nimmt meist etwas Druck von der Lunge und dem Magen, sodass Ihnen das Atmen nun wieder etwas leichter fällt und Sie wahrscheinlich auch weniger unter Sodbrennen leiden. Im Gegenzug könnten Sitzen und Gehen etwas anstrengender sein, da das Baby nun noch mehr Druck aufs Becken ausübt. Auch vermehrter Harndrang ist deswegen keine Seltenheit.

Termine

Für nicht verheiratete Paare empfiehlt es sich, noch vor der Geburt die Vaterschaft anerkennen zu lassen. Im Gegensatz zu verheirateten Eltern geschieht dies nämlich nicht automatisch. Die Anerkennung kann bei verschiedenen Behörden beantragt werden. Neben den Standesämtern kommen auch Amtsgericht oder Jugendämter infrage. Am besten erkundigen Sie sich in Ihrer Gemeinde, wie die lokale Regelung aussieht. Die Anerkennung ist kostenlos und erfordert die Zustimmung der Mutter. Übrigens: Falls die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt noch mit einem anderen Mann als dem Kindsvater verheiratet bzw. nicht rechtskräftig geschieden ist, gilt dieser zunächst als Vater im rechtlichen Sinn. Für eine Vaterschaftsanerkennung ist dann auch die Zustimmung des noch nicht geschiedenen Ehemanns notwendig. Die Anerkennung der Vaterschaft ist eine wichtige Bedingung für das gemeinsame Sorgerecht bei unverheirateten Eltern.

Ein starker Beckenboden nach der Geburt
Mit der Rückbildungsgymnastik stärken Sie nach der Schwangerschaft nicht nur Ihren Beckenboden, sondern kräftigen und straffen auch die Muskulatur Ihres Rückens und Bauches. Die Barmer übernimmt für Sie bis zum Ende des 9. Monats die Kosten Rückbildungsgymnastik bei Ihrer Vertragshebamme für maximal 10 Stunden. Und anknüpfend an die Rückbildungsgymnastik können Sie mit der pelvina-App step by step Ihren Beckenboden trainieren, ganz flexibel, wann und wo Sie möchten.

Jetzt trainieren

Tipps und Tricks für die 36. Schwangerschaftswoche

Tipps gegen geschwollene Füße

Illustration zweier Herzen und einer Sprechblase vor grünem Hintergrund

Geschwollene Füße sind insbesondere zum Ende der Schwangerschaft ein wahrer Dauerbrenner bei Schwangeren. Durch das stark vergrößerte Blutvolumen tritt bei vielen Frauen eine ganze Menge Flüssigkeit aus dem Blut ins Gewebe über und lagert sich – ganz der Schwerkraft folgend – vor allem in den Füßen ein. Das kann sehr unangenehm sein. Wir haben einige praktische Tipps für Sie, die bei geschwollenen Füßen Linderung bringen:

  • Kompressionsstrümpfe stellen eine einfache und effektive Methode gegen geschwollene Füße dar. In der Schwangerschaft können sie vom Gynäkologen auf Rezept verordnet werden.
  • Durch regelmäßige Bewegung können Sie die Wadenmuskelpumpe unterstützen. Diese Muskelpumpe, von der es mehrere im Körper gibt, funktioniert wie ein Ventil und unterstützt den Blutkreislauf in den Venen. Durch das Anspannen der Muskeln wird die Vene zusammengedrückt und das Blut dadurch in Richtung Herz gepresst. Eine sogenannte Venenklappe verhindert, dass das Blut wieder zurückfließt. Regelmäßige Bewegung fördert also die Durchblutung Ihrer Beine und sorgt dafür, dass sich weniger Wasser im Gewebe der Füße ablagern kann. Insbesondere Schwimmen empfinden viele Frauen als angenehm, weil man dabei das Gewicht des Babybauchs kaum spürt. Beim Schwimmen wirkt der Wasserdruck zusätzlich wie ein leichter Kompressionsstrumpf.
  • Wechselduschen regen den Kreislauf und die Durchblutung an. Dazu einfach die Hände und Füße zuerst eine Weile mit warmem Wasser abduschen, danach mit möglichst kaltem. Das Ganze zwei- bis dreimal wiederholen und mit der kalten Dusche enden. Wichtig: Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten Sie sich vorher ärztlich beraten lassen, ob Wechselduschen für Sie geeignet sind.
  • Viel trinken. Es ist nicht möglich, geschwollene Füße „auszutrocknen“. Ganz im Gegenteil. Der Körper benötigt ausreichend Flüssigkeit, um die Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen und Abbauprodukte auszuscheiden.
  • Füße hoch. Machen Sie sich die Wirkung der Schwerkraft zunutze. Indem Sie Ihre Füße höher als den Körper lagern, kann Flüssigkeit aus dem Gewebe leichter wieder abtransportiert werden.

Wie liegt das Baby im Bauch?

Zum Ende der Schwangerschaft kann das Baby es sich in verschiedenen Positionen im Bauch gemütlich machen. Wir stellen Ihnen hier kurz die häufigsten Positionen vor und erläutern, welche Auswirkungen diese für die Geburt haben können:

  • 95 % aller Babys in Deutschland werden in Schädellage geboren. Bei dieser liegt das Baby mit dem Kopf nach unten im Becken. Diese Lage ist für die Geburt die einfachste. Das Baby drückt dabei mit dem Kopf auf den Muttermund und stimuliert diesen so, sich zu öffnen. Wenn es mit dem Kopf voran geboren wird, bekommt es auch direkt Luft, sobald der Kopf durch den Geburtskanal durch ist. Und da der Kopf der breiteste Teil des Babys ist, rutscht der Rest des Körpers danach ganz problemlos nach.
  • Bei der Steiß- oder Beckenendlage liegt das Baby mit dem Beckenende nach unten, der führende Teil ist also der Steiß, daher spricht man von einer Steiß- oder Beckenendlage. Wahrscheinlich wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt versuchen, das Baby von außen zu einer Drehung zu bewegen. Dazu gibt es verschiedene Techniken, die nur wenige Minuten dauern. Leider macht das Baby nicht immer mit. Sollte die sogenannte äußere Wendung nicht erfolgreich sein, ist auch in der Steißlage eine natürliche Geburt möglich. Ein Risiko hierbei ist, dass der Kopf zuletzt kommt, sodass bei einer längeren Geburt ein Sauerstoffmangel drohen kann. Doch können erfahrene Geburtshelfende auch solche Situationen gut handhaben.
  • In der Querlage ist allerdings keine spontane Geburt möglich. Hier stellt ein Kaiserschnitt die einzige Option dar. Allerdings ist diese Lage des Babys sehr selten. Sie kommt vor allem bei Mehrlingsgeburten vor.

Für viele Frauen ist die ärztliche Empfehlung für eine Schnittentbindung häufig ein kleiner Schock. Tatsächlich ist ein Kaiserschnitt heute aber eine sehr sichere Operation, bei der Komplikationen nur im Promillebereich auftreten. (interner Link: zum Artikel: welche Gründe gibt es für eine Geburt per Kaiserschnitt)

Merkzettel für Wichtiges

  • Illustration eines Klemmbretts mit einem rosa Haken
    Falls Sie schon ein anderes Kind haben, sollten Sie sich rechtzeitig Gedanken machen, wer sich während der Geburt um dieses Kind kümmert.
  • Unverheiratete Paare sollten im Vorfeld die Anerkennung der Vaterschaft und das Sorgerecht klären. 

Keine Schwangerschaftswoche versäumen - alle Infos gibt es auch als Newsletter

Der Schwangerschaftsnewsletter auf einem Tablet

Erhalten Sie jede Schwangerschaftswoche neu alle Informationen. So verpassen Sie keinen wichtigen Termin und wissen immer, wie sich Ihr Baby gerade entwickelt. Erfahren Sie auch, was Sie für sich selbst und Ihre Gesundheit tun können. Natürlich kostenfrei.

Jetzt abonnieren

Literatur und weiterführende Informationen

  • familienplanung.de – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Abruf vom 15.09.2021): 33. bis 40. Schwangerschaftswoche
  • familienplanung.de – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Abruf vom 16.09.2021): Beckenendlage: Mit dem Po voran
  • familienplanung.de – Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Abruf vom 16.09.2021): Lexikon: Querlage
  • Familienportal – Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Abruf vom 16.09.2021): Vaterschaftsanerkennung
  • Familienportal – Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Abruf vom 16.09.2021): Was regelt das Sorgerecht?
  • Frauenärzte im Netz – Bundesverband der Frauenärzte Berufsverband der Frauenärzte e. V. (BVF) in Zusammenarbeit mit Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (Abruf vom 16.09.2021): Kindliche und Mütterliche Entwicklung in den Schwangerschaftsdritteln
  • Sanghavi M, Rutherford JD. Cardiovascular Physiology of Pregnancy. Circulation. 2014;130:1003–1008
Nach oben