Illustration eines Fötus und einer jungen schwangeren Frau, die die Hand auf den Bauch leg in der 35. SSW
Schwangerschaftskalender

35. Schwangerschaftswoche: Ihr Baby ist so groß wie eine Honigmelone

Lesedauer unter 7 Minuten

Nur noch sechs Wochen bis zum ausgerechneten Termin. Auch Ihr Baby scheint zu spüren, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, denn es bereitet sich langsam vor. Die Brust finden, sie zielgenau ansteuern und Milch trinken – das sind Dinge, die für Ihr Baby nach der Geburt überlebenswichtig sind. Deswegen übt Ihr Baby das alles schon fleißig im Mutterleib, auch wenn statt Mamas Brust momentan noch der eigene Daumen ausreichen muss.

Sie fühlen sich aufgrund des großen Bauchs wahrscheinlich zunehmend unbeweglich und brauchen mehr Zeit für alles. Das ist okay, denn mit dem nun startenden Mutterschutz haben Sie mehr Zeit für sich.

Die 35. Schwangerschaftswoche auf einen Blick

  • Trimester: 3
    Illustration eines Auges mit einer rosa Wolke
  • Monat: 9
  • SSW: 35
  • Größe: 46 cm
  • Gewicht: 2,4-2,5 kg
Frau horcht am Bauch einer Schwangeren um die 35. Schwangerschaftswoche

Um die 35. Schwangerschaftswoche findet eine spannende Entwicklung im Mutterleib statt: Babys hören deutlicher und können sogar Geräusche im Gedächtnis abspeichern.

Ihr Baby entwickelt sich

Nachdem nun praktisch alle Organe bei Ihrem Baby angelegt sind, beschäftigt es sich mehr und mehr damit, diese zu trainieren. Ein Beispiel dafür sind seine Augen. Das Baby öffnet seine Augen, wenn es wach ist, und schließt sie beim Schlafen. Wenn Licht durch den Bauch in die Gebärmutter dringt, verengen sich nun auch die Pupillen Ihres Babys. Außerdem lernt es um die 35. Schwangerschaftswoche herum auch eine Lichtquelle mit den Augen zu verfolgen. Das kann es, weil der Sehnerv sich in dieser Phase immer weiter ausbildet.

Sie können dies auch nutzen, um Ihr Baby zur Drehung in die Geburtsposition zu motivieren. Leuchten Sie mit einer Taschenlampe in Höhe seines Köpfchens auf Ihren Bauch und bewegen Sie den Lichtstrahl dann langsam nach unten. Mit etwas Glück ist Ihr Baby neugierig und folgt dem Licht nach unten, indem es sich dreht. Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Ihr Baby nicht direkt oder auch gar nicht auf das Licht reagiert.

Ihr Baby trainiert aber auch andere koordinierte Bewegungen. Seinen Saugreflex hat es in den letzten Wochen schon durch ausgiebiges Am-Daumen-Nuckeln geübt. Nun kombiniert es diesen Bewegungsablauf mit dem sogenannten Suchreflex. Dieser erlaubt ihm, nach der Geburt die Brustwarze zu finden. So bereitet Ihr Baby sich darauf vor, direkt nach der Geburt an der Brust trinken zu können.

Und auch das Immunsystem des Babys ist um die 35. Schwangerschaftswoche herum bereit für die Zeit nach der Geburt. Alle dafür wichtigen Abwehrzellen sind nun vorhanden und warten nur darauf, mit den ersten Erregern in Kontakt zu kommen, um ihre Abwehrfähigkeiten zu trainieren. Aktuell schützt Ihr Immunsystem das Baby noch mit. Und auch nach der Geburt ist es nicht komplett auf sich selbst gestellt. Insbesondere bei der vaginalen Geburt wird das Immunsystem des Babys noch einmal zusätzlich gestärkt und auch durch das Stillen erhält es von Ihnen wichtige Abwehrstoffe.

Frau um die 35. Schwangerschaftswoche sitzt und hält sich den Babybauch

Um die 35. Schwangerschaftswoche herum können Wehen in verschiedenster Form auftreten. Mit Vor- oder Senkwehen bereitet sich die Gebärmutter auf die Geburt vor.

Ihre Gesundheit

Was glauben Sie, wie groß Ihre Gebärmutter mittlerweile ist? Ihr Gewicht hat sich von etwa 80 g vor der Schwangerschaft auf bis zu 1,5 kg erhöht. Sie ist damit etwa 20-mal schwerer geworden. Ihr Volumen hat sich sogar verhundertfacht! Zusammen mit dem Gewicht des Babys, das nun bei ungefähr 2,5 kg liegt, bedeutet das eine spürbare Gewichtszunahme. So können einfache Dinge wie Schuhe binden oder das Aufstehen von einer Couch schon mal zum Kraftakt werden.

Das Gewicht führt im Zusammenspiel mit der Wirkung von Schwangerschaftshormonen wie Relaxin und Östrogen dazu, dass sich die Bänder und Gelenke im Becken immer mehr dehnen. Das ist wichtig, damit Ihr Baby bei der Geburt genug Platz hat, sich durch den Geburtskanal zu bewegen.

Da Gebärmutter und Baby um die 35. Schwangerschaftswoche herum tiefer in den Bauch sinken, vermindert sich zumeist der Druck auf das Zwerchfell. Die Kurzatmigkeit, die Sie möglicherweise in den letzten Wochen geplagt hat, sollte damit besser werden. Häufig wird nun allerdings etwas mehr Druck auf Magen und Darm ausgeübt. Das kann sich in vermehrtem Sodbrennen und Hämorrhoidalleiden äußern.

Auch wenn es schwerfällt: Versuchen Sie in dieser Zeit auf Ihre Körperhaltung zu achten. Gönnen Sie sich ausreichend Ruhepausen und tun Sie Dinge, die Sie entspannen. Dafür wird Ihnen nun auch ganz offiziell Zeit eingeräumt, denn bei den meisten Frauen beginnt in dieser Woche der Mutterschutz.

Termine

Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Wenn die Geburt Ihres Kindes für die 40. Schwangerschaftswoche ausgerechnet ist, starten Sie also jetzt in den Mutterschutz. Normalerweise endet der Mutterschutz acht Wochen nach der Geburt. In bestimmten Fällen, wie zum Beispiel bei Mehrlingsgeburten, Frühgeburten oder der Geburt eines Kindes mit Behinderung, wird dieser Zeitraum auf zwölf Wochen erweitert.

Nutzen Sie unseren Online-Rechner für Mutterschutz und Elternzeit, um herauszufinden, wann Ihr Mutterschutz exakt beginnt.

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Tipps und Tricks für die 35. Schwangerschaftswoche

Nabelschnurblut – zu schade zum Wegwerfen

Illustration zweier Herzen und einer Sprechblase vor grünem Hintergrund

Das Nabelschnurblut ist eine besondere Sorte Blut, denn es enthält Millionen Stammzellen. Das sind Zellen, die noch in einem unreifen Zustand sind und sich deswegen zu unterschiedlichsten Zellen entwickeln können. Bei bestimmten Krebsarten (z. B. Leukämien) kann Nabelschnurblut für eine sogenannte Stammzelltransplantation benutzt werden. Das bedeutet vereinfacht gesagt, dass ein Patient diese gesunden Stammzellen als Ersatz für seine eigenen erkrankten Stammzellen erhält. Eine solche Behandlung stellt für die Betroffenen die Chance auf ein neues Leben dar.

Aktuell wird das Nabelschnurblut bei etwa 95 % der Geburten in Deutschland einfach entsorgt. Alternativen dazu sind die Spende oder die Einlagerung fürs eigene Kind.

Eine Spende ist möglich, wenn die Entbindung in einer Klink erfolgt, die mit einer Nabelschnurblutbank zusammenarbeitet. Das Nabelschnurblut wird dann nach der Abnabelung des Babys aus dem Teil der Nabelschnur entnommen, der noch mit der Plazenta verbunden ist. Ihr Kind hat dadurch keine Schmerzen. Das Blut wird dann in der Nabelschnurblutbank geprüft und anschließend bei minus 190° C eingefroren. Das Ganze ist für die Spender natürlich kostenlos.

Neben der kostenlosen Spende gibt es auch die Möglichkeit der Einlagerung des Nabelschnurblutes zur eigenen Verwendung bei privaten Nabelschnurstammzell-Banken als Vorsorge für das eigene Kind. Im Vorfeld kann Kontakt zu den Anbietern gesucht werden und ein spezielles Kit mit allen Informationen wird zur Verfügung gestellt. Dies muss dann zur Geburt mit in die Klinik genommen werden und die Geburtshelfer übernehmen die Abnahme. Für das Kit fallen keine zusätzlichen Kosten an, da dies bereits im Einlagerungsentgelt enthalten ist.

Die Spende bzw. Einlagerung bedeutet jedoch auch, dass die Nabelschnur nach der Geburt nicht auspulsieren kann, weil direkt abgenabelt wird. Vom abwartenden Abnabeln profitieren die Neugeborenen jedoch. Es erleichtert die Anpassung an die Lungenatmung und 30 Prozent bis 40 Prozent mehr Blut und bis zu 60 Prozent mehr rote Blutzellen gelangen zum Kind.

Informieren Sie sich vorab in Ihrer Geburtsklinik über die Vorteile und Risiken, wenn Sie über eine Spende oder Einlagerung des Nabelschnurbluts nachdenken. Eine Fremdspende ist auch nicht in allen Kliniken möglich.

Die Einlagerung von Nabelschnurblut für das eigene Kind ist eine Dienstleistung von privaten Blutbanken. Sie kostet in der Regel zwischen 1.500 und 3.000 Euro für einen Zeitraum von 20 Jahren. Ob eine solche Investition sinnvoll ist, können Sie im Vorfeld im Rahmen einer ärztlichen Beratung klären. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Ihr Kind eine genetische Veranlagung für die Entstehung bestimmter Erkrankungen hat.

Gut vorbereitet: Tasche für die Geburt packen

Packen Sie jetzt schon die Tasche, die Sie zur Geburt mit in die Entbindungsklinik nehmen. Das hat viele Vorteile. Zum einen steht die Tasche natürlich schon bereit, falls Sie plötzlich schnell losmüssen zur Klinik. Zum anderen fällt Ihnen so im Vorfeld noch rechtzeitig auf, wenn Ihnen bestimmte Dinge fehlen.

Hilfreiche Tipps dazu, was alles in die Geburtstasche gehört, finden Sie in unserem Schwangerschaftsplaner unter dem Reiter „Tasche für die Geburt packen“.

Merkzettel für Wichtiges

  • Tasche für die Geburt packen
    Illustration eines Klemmbretts mit einem rosa Haken
  • Krankschreibung an die Krankenkasse übermitteln: In der Regel bekommen wir von Ihrer behandelnden Praxis die Krankschreibung übermittelt. In Ausnahmefällen bekommen Sie jedoch weiterhin eine Krankschreibung in Papierform, diese können Sie bei Ihrer Barmerganz einfach einreichen: Fotografieren Sie diese ganz einfach mit Ihrem Smartphone ab und laden sie über die App hoch.

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