Illustration eines Fötus und einer jungen schwangeren Frau, die die Hand auf den Bauch leg in der 32. SSW
Schwangerschaftskalender

32. Schwangerschaftswoche: Ihr Baby beginnt zu träumen

Lesedauer unter 8 Minuten

Ihr Baby hat es sich in der Gebärmutter bequem gemacht und schläft bis zu 20 Stunden pro Tag. Dabei hat es auch seine ersten Träume. Für Sie ist es gerade wahrscheinlich weniger leicht, in den Schlaf zu finden. Der große, schwere Bauch und die immer intensiver spürbaren Bewegungen des Babys rauben vielen werdenden Müttern genauso die Nachtruhe wie dauernder Harndrang oder das Restless-Legs-Syndrom. Deswegen finden Sie heute einige Tipps für besseren Schlaf in der Schwangerschaft.

Die 32. Schwangerschaftswoche auf einen Blick

  • Trimester: 3
    Illustration eines Auges mit einer rosa Wolke
  • Monat: 8
  • SSW: 32
  • Größe: 43 cm
  • Gewicht: 1,7-1,8 kg
Werdende Mutter um die 32. Schwangerschaftswoche sitzt zu Hause auf der Couch, hält sich den Bauch und schaut auf ihre Armbanduhr

Um die 32. Schwangerschaftswoche sind die Tritte des Babys für die werdende Mutter deutlich zu spüren. 

Ihr Baby entwickelt sich

Das Baby verbringt bis zu 20 Stunden pro Tag mit Schlafen. Dabei scheinen Babys auch schon auf eine gewisse Art zu träumen. Forscher konnten bei Babys ab der 32. Schwangerschaftswoche in ihren Schlafphasen ganz ähnliche Verhaltensmuster nachweisen wie bei Kindern oder Erwachsenen, wenn diese in der REM-Phase des Schlafs sind – also in der Phase, in der wir träumen. Wovon Ungeborene träumen, weiß natürlich niemand.

Viele Babys drehen sich jetzt in die für eine natürliche Geburt optimale Schädellage – also mit dem Kopf nach unten und den Füßen nach oben. Sie bleiben aber nicht unbedingt dauerhaft in dieser Lage, sondern können sich zwischendurch noch drehen.

Nachdem nun praktisch alle Organe angelegt und teilweise auch schon ausgereift sind, konzentriert sich die Entwicklung Ihres Babys immer mehr auf die Gewichtszunahme. Muskeln und Fettpölsterchen wachsen nun immer weiter. Wussten Sie, dass Ihr Baby sein Gewicht in den letzten vier Wochen fast verdoppelt hat? Bis zur Geburt wird das so weitergehen. Das Baby verdoppelt sein Gewicht bis dahin also noch ein weiteres Mal.

Darm und Lunge des Babys sind immer noch nicht ganz reif. In der Lunge wird zum Beispiel weiterhin emsig Surfactant produziert, eine Substanz aus Eiweißen, Zuckern und Fetten, die verhindert, dass sich das elastische Lungengewebe später bei der Ausatmung zu sehr zusammenzieht. Trotzdem ist die Entwicklung in der 32. Schwangerschaftswoche insgesamt so weit fortgeschritten, dass die Überlebenschancen bei einer Frühgeburt sehr gut wären.

Die Tritte Ihres Babys sind für Sie nun deutlich zu spüren. Je nach Lage des Babys im Bauch kann man sie auch auf der Oberfläche des Bauches sehen. Etwas unangenehm kann es werden, wenn das Baby in der Geburtsstellung liegt und dabei nach oben tritt. Es tritt dann auf Ihr Zwerchfell und somit indirekt auf Ihre Lunge und Ihnen bleibt kurzfristig im wahrsten Sinne des Wortes die Luft weg.

Schwangere Mutter um die 32. Schwangerschaftswoche und Tochter praktizieren Yoga auf dem Teppich

Durch das rasante Wachstum ihres Babys wird der Babybauch  der werdenden Mutter um die 32. Schwangerschaftswoche herum immer größer.

Ihre Gesundheit

Durch das rasante Wachstum Ihres Babys wird nun auch Ihr Babybauch immer größer. Was auch passieren kann, ist, dass der Bauchnabel sich nach außen stülpt. Er steht dann wie ein kleiner Knopf aus dem Bauch hervor. Medizinisch spricht man dabei von einem Nabelbruch. Das klingt dramatisch, ist aber in der Regel kein Problem.

Der Bauchnabel liegt normalerweise innen. Wenn in der Schwangerschaft der Babybauch immer größer wird, weichen die Bauchmuskeln seitlich auseinander. Zugleich wird von innen Druck auf den Nabel ausgeübt. Beides schiebt den Nabel dann nach außen. Frauen mit schwachem Bindegewebe sind eher davon betroffen. Nach der Entbindung kehrt der Nabel in seine ursprüngliche Position zurück. Falls der hervorstehende Nabel Sie stört, weil er an der Kleidung reibt, können Sie ihn durch ein Pflaster abdecken.

Der große Bauch kann auch den Schlaf stören. Oft ist es gar nicht so einfach, eine bequeme Schlafposition zu finden. Zudem kann Ihr Schlaf sehr unruhig sein, wenn Sie die Schlafposition häufiger wechseln müssen. Es wird das Schlafen in einer seitlichen Position empfohlen, um zu vermeiden, dass das Kind auf die untere Hohlvene der Mutter drückt (von Medizinern Vena-cava-Syndrom genannt). Zur Unterstützung kann hier ein Seitenschläferkissen oder eine Stillrolle helfen. Das Baby drückt zusätzlich immer stärker auf die Blase, sodass Sie nachts womöglich öfter wach werden und zur Toilette müssen. Und schließlich bewegen sich viele Babys vor allem dann, wenn die Mutter sich ruhig hinlegt – und eigentlich schlafen möchte.

Bemerken Sie um die 32. Schwangerschaftswoche bei sich einen schnelleren Herzschlag und einen kräftigeren Puls? Das ist nicht ungewöhnlich. Ihr Herz hat einiges zu tun, um die erhöhte Blutmenge durch den ganzen Körper zu transportieren. Falls bei Ihnen zusätzlich Brustschmerzen und anhaltende Kurzatmigkeit auftreten, sollten Sie das zur Sicherheit ärztlich abklären lassen.

Termine

Spätestens diese Woche sollten Sie die dritte Ultraschalluntersuchung durchführen lassen.

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Jetzt besser schlafen

Tipps und Tricks für die 32. Schwangerschaftswoche

Tipps zum Schlafen in der Schwangerschaft

Illustration zweier Herzen und einer Sprechblase vor grünem Hintergrund

Gerade im letzten Drittel der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Schlafstörungen. Neben körperlichen Ursachen spielen dabei auch seelische Belastungen oft eine Rolle. Hier kann man leicht in einen Teufelskreis geraten: Durch mangelhafte Nachtruhe ist man tagsüber erschöpft. Das verursacht Stress, der dann wieder beim Einschlafen stört.

Die folgenden Tipps können dabei helfen, abends wieder zur Ruhe zu finden und eine erholsame Nachtruhe zu haben:

  • Bewegen Sie sich täglich an der frischen Luft. Durch Bewegung werden Stressbotenstoffe abgebaut. Das macht es einfacher, zur Ruhe zu finden.
  • Trinken Sie über den Tag verteilt. Wenn man es tagsüber nicht geschafft hat, ausreichend zu trinken, ist es keine gute Idee, dies durch übertriebenes Trinken am Abend auszugleichen. Die Folge ist verstärkter nächtlicher Harndrang, der Ihnen den Schlaf raubt.
  • Meiden Sie Koffein. Koffein gilt als psychoaktive Substanz und kann eine länger anhaltende aufputschende Wirkung auf das Gehirn und das Herz-Kreislauf-System der Mutter und des Babys haben. Neben Kaffee, bestimmten Tees und Cola-Getränken oder Energydrinks zählt dazu auch Schokolade. Insbesondere dunkle Schokolade enthält relativ viel Koffein.
  • Bevorzugen Sie leichte Mahlzeiten am Abend. Sehr fettige und stark gewürzte Speisen liegen einem schwer im Magen. Das stört die nächtliche Ruhe. Bevorzugen Sie deswegen zum Abendessen eher leichte Gerichte. Außerdem kann es helfen, zwei Stunden vor dem Zubettgehen gar nichts mehr zu essen.
  • Kuschelige Wärme macht müde. Wenn aus gesundheitlichen Gründen nichts dagegenspricht, kann ein warmes Bad am Abend wunderbar müde machen. Alternativen können eine warme Dusche oder Fußbäder sein. Aber auch eine heiße Milch mit Honig kann helfen.
  • Vermeiden Sie Aufregung am Abend. Versuchen Sie, Ihren Tag so zu strukturieren, dass Sie abends Zeit für sich haben. Zudem kann es helfen, keine Serien und Filme zu schauen, die den Adrenalinspiegel in die Höhe treiben.
  • Auf die optimale Schlaftemperatur achten. Eine Temperatur von ca. 18° C ist zum Schlafen ideal. Bei wärmeren Temperaturen kann es zu nächtlichem Schwitzen kommen. Das stört den Schlaf genauso, wie wenn es zu kalt ist und Sie im Bett frieren.
  • Die richtige Schlafposition finden. In der späten Phase der Schwangerschaft ist die Seitenlage empfehlenswert. Stützen Sie den Bauch ab, indem Sie ein Kissen darunterlegen. Stützen Sie das obere Bein so ab, dass die Hüfte gerade bleibt. Das können Sie tun, indem Sie ein Kissen zwischen Ihre Knie legen. Oder Sie winkeln das obere Bein an und legen es auf einem Kissen ab. Stillkissen eignen sich besonders gut für eine bequeme Seitenlage.

Die Geburt planen

Bei der Geburt gibt es viele Dinge, die man beachten sollte. Sich damit frühzeitig zu beschäftigen und Entscheidungen zu treffen, erlaubt Ihnen, sich später ganz auf die Geburt zu konzentrieren. Die folgenden Fragen sollten Sie für sich klären:

  • Steht der Geburtsort fest? Neben der Entscheidung für eine Klinik oder ein Geburtshaus sollten Sie klären, wie Sie dort hinkommen. Vielleicht wünschen Sie aber auch eine Hausgeburt. Besprechen Sie mit Ihrer versorgenden Hebamme den Ablauf der Geburt und die nötigen Vorbereitungen, die Sie hierfür im häuslichen Umfeld treffen müssen.
  • Welche Art der Entbindung bzw. Position? Wollen Sie Ihr Kind in der „klassischen“ Rückenlage entbinden oder nehmen Sie die Schwerkraft zu Hilfe und entbinden in aufrechter Position? Ist ein Kaiserschnitt erforderlich? Oder schwebt Ihnen eine Wassergeburt vor? Neben Ihren persönlichen Vorlieben und eventuellen medizinischen Gründen hängt das auch davon ab, welche Geburtsarten Ihre gewählte Klinik/Ihr gewähltes Geburtshaus anbietet.
  • Wer soll Sie begleiten? In vielen Fällen ist der Vater des Kindes dabei, aber Sie können natürlich auch eine andere Person als Begleitung wählen.
  • Was nehmen Sie mit zum Geburtsort? Je nachdem, wie die Geburt verläuft, bleiben Sie möglicherweise kürzer oder länger am Geburtsort. Dementsprechend sollten Sie planen, was Sie alles einpacken müssen. Eine praktische Hilfe dazu finden Sie in unserem Schwangerschaftsplaner.
  • PDA: ja oder nein? Die Periduralanästhesie, kurz PDA, ist eine Form der örtlichen Betäubung im Rückenmarkkanal, die den Schmerz bei einer Geburt lindern kann. Wie jede medizinische Behandlung besteht aber auch bei ihr das Risiko von Nebenwirkungen oder Komplikationen. Sie sollten sich vorher in Ruhe informieren, ob Sie diese Behandlung wünschen oder nicht, denn es kann durchaus vorkommen, dass Sie kurzfristig während der Geburt vor dieser Entscheidung stehen.
  • Lachgas als Alternative zur PDA? Zur Linderung kurzfristiger Schmerzen kann Lachgas angewendet werden. Das ist vor allem aus der Zahnmedizin bekannt, kann aber auch bei einer Geburt eingesetzt werden. Lachgas verändert das Schmerzempfinden und macht Schmerzen erträglicher. Auch hier spielt die Frage eine Rolle, ob diese Behandlung an Ihrem gewählten Geburtsort angeboten wird. Lassen Sie sich auch hierüber umfassend beraten. Weitere Alternativen zur Schmerzlinderung bei der Geburt finden Sie in unserem Themen-Special zu Schwangerschaft und Geburt.

Merkzettel für Wichtiges

  • Illustration eines Klemmbretts mit einem rosa Haken
    Stillen kann Ihre Brüste sehr empfindlich machen. Die Investition in einen gutsitzenden Still-BH lohnt sich.
  • Ab dieser Woche finden die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen alle zwei Wochen statt.

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