Illustration eines Fötus und einer jungen schwangeren Frau, die die Hand auf den Bauch legt in der 28.SSW
Schwangerschaftskalender

28. Schwangerschaftswoche: Ihr Baby wiegt jetzt rund ein Kilogramm

Lesedauer unter 8 Minuten

Mit steigendem Gewicht baut Ihr Baby auch zunehmend Energiereserven auf und wappnet sich langsam für die Zeit nach der Geburt. Da das Immunsystem bis zur Geburt noch nicht voll ausgebildet ist, „leiht“ sich Ihr Baby bei Ihnen einen gewissen Immunschutz gegen Infektionskrankheiten. Wir erklären, wie das funktioniert.

Die 28. Schwangerschaftswoche auf einen Blick

  • Trimester: 3
    Illustration eines Auges mit einer rosa Wolke
  • Monat: 7
  • SSW 28
  • Größe: 37-38 cm
  • Gewicht: 1.000-1.100 g
Schwangere Frau in der etwa 28. Schwangerschaftswoche sitzt an einem Esstisch, hält Ihren Bauch und schaut in einen Laptop

Um die 28. Schwangerschaftswoche verformt sich die Gebärmutter, damit das Baby allmählich in die Geburtsposition findet.

Ihr Baby entwickelt sich

Die Entwicklung der Lunge durchläuft einen weiteren Meilenstein

Die Lunge reift weiterhin aus. Dies zeigt sich vor allem an den Enden der Bronchien. Diese verästeln sich immer feiner. Zugleich bilden sich immer feinere Verästelungen der Blutgefäße in der Lunge, sodass ab jetzt in den neu entstandenen Lungenbläschen ein Gasaustausch zwischen Blut und Atemluft prinzipiell möglich ist.

Dies ist ein weiterer Meilenstein für die Lebensfähigkeit des Babys außerhalb des Mutterleibes. Denn bei einer möglichen Frühgeburt könnte das Baby sich durch die Atmung selbständig mit Sauerstoff versorgen. Auch wenn es beim Atmen selbst eventuell noch Unterstützung bräuchte, hätte das Baby bei intensivmedizinischer Versorgung schon sehr gute Überlebenschancen.

Für die Entwicklung der Lunge ist es weiterhin wichtig, dass das Baby das Atmen übt. Dabei „atmet“ es das Fruchtwasser ein, in dem es schwimmt. Das macht es nun auch zunehmend durch die Nase, denn die Nasenlöcher haben sich in der SSW 28 inzwischen geöffnet. Teil dieses Lungentrainings ist der Schluckauf, den das Baby nun immer öfter bekommt. Sie werden diesen an den kräftigen Erschütterungen im Bauch spüren, die jeder Hickser verursacht.

Das Baby bekommt einen Nestschutz

Das Immunsystem Ihres Babys ist noch unreif und nicht voll entwickelt. Deswegen erhält es von Ihnen einen funktionierenden Immunschutz. Über die Plazenta werden schon seit der 20. Schwangerschaftswoche Antikörper von Mutter zu Kind übertragen.

Im Verlauf der Schwangerschaft steigt die Menge an Antikörpern im Blut Ihres Kindes kontinuierlich an und erreicht in den letzten Wochen der Schwangerschaft fast das gleiche Niveau wie in Ihrem Körper. Damit ist Ihr Baby bei der Geburt schon vor einer Reihe von Krankheitserregern geschützt. Und auch nach der Geburt setzt sich dies fort. Dann werden Antikörper über die Muttermilch weitergegeben. Dieses Phänomen wird als Nestschutz oder Leihimmunität bezeichnet.

Übrigens: Ihr Baby übt nicht nur das Atmen, sondern auch weiterhin seine Mimik. Wilde Grimassen oder Augenblinzeln können Sie mit etwas Glück vielleicht bei Ihrer nächsten Ultraschalluntersuchung sehen.

Schwangere Frau in der etwa 28. Schwangerschaftswoche meditiert im Schneidersitz auf einer Jogamatte

Übungswegen können in der etwa 28. Schwangerschaftswoche unangenehme Begleitung sein. Mit Entspannungsübungen kann gegen leichte Varianten angegangen werden.

Ihre Gesundheit

Ihre Gebärmutter beginnt nun, sich auf die Geburt vorzubereiten. Sie wird oben schmaler und unten breiter. Durch diese Formveränderung wird Ihr Baby ganz natürlich dazu angeregt, sich in die Geburtsposition zu begeben, also mit dem Kopf nach unten in der Gebärmutter zu liegen. Ihr Baby hat jetzt aber immer noch ausreichend Platz in der Gebärmutter, um sich auch in andere Positionen zu drehen. Es dauert noch einige Wochen, bis es so groß geworden ist, dass es dauerhaft die Geburtsposition einnimmt.

Übungswehen können intensiver werden

Wahrscheinlich werden Sie auch bemerken, dass die Übungswehen nun öfter kommen und teils auch intensiver sind. Es kann aber auch sein, dass Sie davon kaum etwas spüren, außer dass Ihr Bauch ab und zu hart wird. Stress und Aufregung können zu stärkeren und teils schmerzhaften Übungswehen führen.

Falls Sie davon betroffen sind, können Sie versuchen, dies durch Entspannungsübungen und bewusste Pausen zu lindern. Stärkere, deutlich spürbare Übungswehen sollten Sie sicherheitshalber mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Frauenarzt bzw. Ihrer Frauenärztin abklären.

Insbesondere Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden, können durch die teils etwas stärkeren Übungswehen verunsichert sein und fragen sich vielleicht „Was passiert, wenn mein Baby jetzt zur Welt kommt?“. Zum Glück ist dies sehr selten der Fall. Nur rund 1 % der Babys in Deutschland wird vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren. Außerdem hat sich die medizinische Versorgung in Deutschland durch Forschung und Weiterentwicklung der modernen Möglichkeiten in der Geburtsmedizin weiter verbessert.

Das heißt, viele Krankenhäuser sind in der Regel gut auf eine Frühgeburt vorbereitet. Zudem gibt es spezialisierte Perinatalzentren, die auf die Versorgung von besonders kleinen Frühgeboren (<1.500 g Geburtsgewicht) ausgerichtet sind und so eine optimale Versorgung sicherstellen können.

Sollte Ihr Baby zu früh zur Welt kommen, hat es jetzt schon sehr gute Entwicklungschancen

Weniger als 10 % der Babys in Deutschland kommen als sogenannte Frühchen zur Welt. Das heißt, sie werden vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche geboren. Je früher die Babys zur Welt kommen und je geringer ihr Geburtsgewicht ist, desto größer ist zum Beispiel das Risiko für Krankheiten wie Infektionen und damit das Risiko für bleibende Schäden.

Mediziner unterteilen die Frühgeburten nach Dauer der Schwangerschaft in drei Kategorien:

  • Extrem früh Geborene – weniger als 28 Schwangerschaftswochen
  • Sehr früh Geborene – 28 bis 31 Schwangerschaftswochen
  • Mäßig früh Geborene – 32 bis 37 Schwangerschaftswochen

Gerade für einen noch nicht voll entwickelten Körper ist eine frühe Geburt eine enorme Belastung. Die gute Nachricht ist: Die Behandlung und Betreuung, besonders der sehr und extrem früh Geborenen, hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Durch eine lückenlose Überwachung der Körperfunktionen, besonders der Atmung, kann die Behandlung immer an die aktuelle Entwicklung des Babys angepasst werden.

Zudem werden auch die Eltern mehr in die Versorgung des Frühgeborenen einbezogen, was die Entwicklung des Frühchens nachweisbar fördert. Dadurch haben sich die Chancen der Frühgeborenen auf eine gesunde Entwicklung deutlich verbessert.

Wie kündigt sich eine Frühgeburt an?

Eine drohende Frühgeburt kündigt sich meist durch bestimmte Warnzeichen an. Das Deutlichste sind vorzeitige Wehen. Im Gegensatz zu den nun ab und zu spontan auftretenden Kontraktionen der Gebärmutter sind vorzeitige Wehen schmerzhaft und treten regelmäßig in kurzen Abständen auf. Ihre Intensität, Dauer und Häufigkeit nehmen außerdem im Laufe der Zeit zu.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass bei Ihnen vorzeitige Wehen auftreten, sollten Sie zeitnah mit Ihrer Hebamme sprechen oder Ihren Frauenarzt bzw. Ihre Frauenärztin oder die Geburtsklinik zurate ziehen. Wenn die vorzeitigen Wehen von einem unwillkürlichen Flüssigkeitsabgang oder Blutungen begleitet werden, ist es wichtig, sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Welche Ursachen führen zu einer Frühgeburt?

Die Gründe für eine Frühgeburt sind sehr vielfältig und noch nicht vollständig aufgeklärt. Sie reichen von bestimmten Erkrankungen der Schwangeren über die körperliche und seelische Verfassung der werdenden Mutter bis zu Fehlbildungen bei der Gebärmutter oder dem Baby.

Zum Glück können viele körperliche Risikofaktoren schon im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Dazu gehören Krankheiten wie Schwangerschaftsdiabetes und Präeklampsie, aber auch die angesprochenen Fehlbildungen.

Geben Sie auf sich acht – durch eine gesunde Lebensweise verringern Sie das Risiko einer Frühgeburt

Auch der persönliche Lebensstil beeinflusst das Risiko einer Frühgeburt. Der Konsum von Nikotin, Alkohol und Drogen in der Schwangerschaft erhöht nachweislich die Gefahr einer frühen Niederkunft. Zudem können seelische Faktoren, wie starke emotionale Belastung, und soziale Faktoren, wie schwierige wirtschaftliche und soziale Verhältnisse, als Auslöser für eine Frühgeburt relevant sein.

Da diese Faktoren stark an persönliche Lebensgewohnheiten und Lebenseinstellungen gebunden sind, bietet die Barmer Ihnen ganz individuelle Hilfe und umfangreiche Informationen zu Themen wie Ernährung oder Stressbewältigung. Sprechen Sie dazu auch mit Ihrer Hebamme. Sie kann Ihnen viele hilfreiche Tipps geben, mit denen Sie den Alltag besser bewältigen können.

Sorgen Sie sich nicht unnötig

Es ist klar und nachvollziehbar, dass der Gedanke an eine frühzeitige Geburt Sorgen und Ängste hervorruft. Deswegen ist es wichtig, die Symptome zu kennen, damit Sie im Notfall schnell reagieren können. Aber bitte sorgen Sie sich nicht unnötig. Mehr als 90 % der Babys kommen ab der 38. Woche, also nahezu ausgereift zur Welt.

Zudem werden Sie und Ihr Baby bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen gründlich „durchgecheckt“. Wenn bis jetzt bei Ihnen alles ohne größere Komplikationen verlaufen ist, gibt es kein Grund daran zu zweifeln, dass es bis zur Geburt nicht auch so bleibt.

Gemeinsam auf die Geburt vorbereiten
Schwangere können einen Geburtsvorbereitungskurs in Anspruch nehmen. Dieser startet etwa in der 24. Schwangerschaftswoche. Nimmt Ihr Partner oder Ihre Partnerin ebenfalls am Kurs Teil, erhält er oder sie eine Privatrechnung über die Kursteilnahme. Ist er oder sie auch bei der Barmer versichert, kann der Geburtsvorbereitungskurs im Rahmen des Familien-Plus-Pakets erstattet werden – Ihre Barmer berät Sie gerne dazu. Sprechen Sie also am besten mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin ab, ob sie gemeinsam an einem Kurs teilnehmen möchten.

Zur persönlichen Beratung

Tipps und Tricks für die 28. Schwangerschaftswoche

Nun ist ein guter Zeitpunkt, um mit dem Geburtsvorbereitungskurs zu beginnen

Illustration zweier Herzen und einer Sprechblase vor grünem Hintergrund

Der Geburtsvorbereitungskurs dient dazu, Ihnen wichtige Informationen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und dem Neugeborenen zu vermitteln und Sie optimal auf die Geburt Ihres Kindes vorzubereiten. Nutzen Sie die 28. SSW, um sich anzumelden.

Hier können Sie alle Fragen stellen, die noch offen sind. Oft wirkt es beruhigend, zu merken, dass andere Paare sich mit den gleichen Fragen und Sorgen beschäftigen. In der Regel umfasst ein Geburtsvorbereitungskurs folgende Inhalte:

  • Informationen zum Verlauf einer Geburt. Sie erfahren alles zum Ablauf der Geburt, von der Ankunft in der Klinik oder dem Geburtshaus bis zur Nachsorge nach der Entbindung. Dabei werden auch die verschiedenen Möglichkeiten, was beispielsweise den Geburtsort, die Gebärhaltung und die Möglichkeiten zur Schmerzlinderung angeht, besprochen. Hier können Sie alle Fragen stellen, die noch offen sind. Oft wirkt es beruhigend, zu merken, dass andere Paare sich mit den gleichen Fragen und Sorgen beschäftigen.
  • Bewegungsübungen. In dem Kurs lernen Sie spezielle Körperübungen zur Kräftigung des Rückens und des Beckenbodens. Indem Sie diese Übungen regelmäßig zu Hause durchführen, stärken Sie gezielt die Muskulatur, die Sie während der Geburt brauchen.
  • Atemübungen. Diese Übungen sind ebenfalls für die Geburt wichtig. Durch richtiges Atmen können Sie die Geburt erleichtern und Schmerzen besser aushalten.
  • Entspannungsübungen. Sie helfen vor der Geburt, um gelassen zu bleiben. Es gibt auch Übungen, die Sie in den Wehenpausen machen können, um nicht unnötig zu verkrampfen.

Ein Geburtsvorbereitungskurs kann Sie außerdem auf die Zeit mit einem Neugeborenen vorbereiten und Sie erhalten wertvolle Hinweise für das Wochenbett, zum Stillen und zur Pflege des Säuglings.
 

Merkzettel für Wichtiges

  • Illustration eines Klemmbretts mit einem rosa Haken
    Melden Sie sich zu einem Geburtsvorbereitungskurs an.

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