Illustration eines Embryos und einer schwangeren jungen Frau, die die Hand auf den Bauch legt in der 19.SSW
Schwangerschaftskalender

19. Schwangerschaftswoche: Die Sinnesorgane funktionieren immer besser

Lesedauer unter 7 Minuten

Die Sinne Ihres Babys entwickeln sich rasant weiter. Es kann schon hören, reagiert auch mit geschlossenen Augen auf Licht und jetzt wahrscheinlich auch schon auf Wärme. Es gibt in der neunzehnten Schwangerschaftswoche also viele Möglichkeiten, mit Ihrem Baby in Kontakt zu treten. Probieren Sie ruhig ein paar unterschiedliche Wege aus, gern auch zusammen mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin oder Ihren Kindern. Je mehr sich alle schon jetzt mit dem neuen Familienmitglied anfreunden, desto leichter fällt die Umstellung.

Die 19. Schwangerschaftswoche auf einen Blick

  • Illustration eines Auges mit einer rosa Wolke
    Trimester: 2
  • Monat: 5
  • SSW 19
  • Größe: 14-15 cm
  • Gewicht: 200-250 g
Schwangere Frau in der etwa 19. Schwangerschaftswoche sitzt vor Plattenspieler

Musik kann Ihr Baby der 19. Schwangerschaftswoche unterhalten - aber auch zu Stress führen.

Ihr Baby entwickelt sich

Die Sinnesorgane Ihres Babys werden nun immer empfindsamer. So können zum Beispiel die Augen in der SSW 19 jetzt helles Licht wahrnehmen, das auf den Schwangerschaftsbauch fällt. Die Augen des Babys sind zwar noch dauerhaft geschlossen, aber die Augenlider sind so zart, dass helles Licht durch sie durchscheinen kann. Manche Kinder reagieren auf einen intensiven Lichtreiz. Falls es dem Baby zu hell ist, beispielsweise weil der Babybauch in der Sonne liegt, wird es sich etwas tiefer in die Gebärmutter zurückziehen.

Das ist möglich, weil das Baby immer noch klein genug ist, um in der Gebärmutter Platz zu haben, auch wenn es langsam enger wird. So kann es seine Bewegungsmöglichkeiten ausprobieren und seinen eigenen Körper besser kennenlernen. Typische Babybewegungen sind das Strecken von Ärmchen und Beinchen, aber auch Purzelbäume schlagen oder Kriechbewegungen kommen oft vor. Mit etwas Glück sind diese Bewegungen bei der zweiten Screening-Ultraschalluntersuchung gut im Bild zu sehen und liefern tolles Material für Ihr Baby-Fotoalbum.

Da sich das Baby nun deutlich mehr bewegt, steigt auch die Chance, dass Sie diese Bewegungen selbst spüren können. Viele Frauen nehmen diese Bewegungen als ein leichtes Flattern wahr und halten sie anfangs für Blähungen. Falls Sie jetzt noch keine Bewegungen spüren, ist das kein Grund zur Sorge. Wann die ersten Bewegungen des Babys spürbar sind, hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab.

Übrigens: Nicht nur die Augen, auch die Ohren des Babys sind nun empfindsamer. Wenn Sie Ihrem Baby Musik vorspielen oder etwas vorsingen, kann Ihr Kind Sie hören und lernt, Ihre Stimme zu erkennen und von anderen zu unterscheiden. Das bedeutet aber auch, dass laute Partymusik oder Konzerte Ihr Kind in Stress versetzen können.

Ihre Gesundheit

Mit jedem Tag wird Ihr Baby etwas größer. Damit wird der Platz in der Gebärmutter immer enger. Das bedeutet, dass Ihr Baby beim Herumturnen auch immer öfter gegen die Gebärmutterwand stößt. Für Sie heißt das: Sie werden nun wahrscheinlich häufiger die Bewegungen Ihres Babys spüren.

Was Sie vermutlich auch spüren, sind die sogenannten Mutterbandschmerzen. Ihre Gebärmutter ist nun so groß, dass sie öfter Zug auf die Uterusbänder ausübt, die sie von unten stützen und in aufrechter Position halten. Der Druck und die Dehnung dieser Bänder können sich in einem stechenden oder stumpfen Schmerz bemerkbar machen. Er tritt meist einseitig auf und wird vor allem ausgelöst, wenn Sie plötzlich Ihre Körperposition verändern – zum Beispiel beim Aufstehen. Mutterbandschmerzen sind normal und nicht gefährlich. Wenn Sie deswegen beunruhigt sind, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder mit Ihrer Hebamme darüber.

Leiden Sie in der SSW 19 immer noch unter Verstopfung? Zusätzlich zu der muskelentspannenden Wirkung des Schwangerschaftshormons Progesteron drücken das Baby und die Gebärmutter nun vermehrt auf den Darm. Das kann dazu führen, dass Verdauungsbeschwerden zunehmen.

Frau in der 19.Schwangerschaftswoche schläft auf der Seite auf einer Couch

Wie steht es in der 19. Schwangerschaftswoche um Ihren Schlaf? Ab einem gewissen Punkt werden Schwangere zu Seitenschläfern.

Schwangere sind Seitenschläfer

Mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft sind bestimmte Schlafpositionen nicht mehr empfehlenswert oder schlichtweg unbequem. Dass auf dem Bauch schlafen mit einem dicken Babybauch irgendwann keinen Spaß mehr macht, ist dabei leicht nachvollziehbar. Aber auch die Rückenlage ist ab einem gewissen Punkt ungünstig. Die Ursache: Zwischen Ihrer Wirbelsäule und der Gebärmutter verläuft die große Hohlvene des Körpers. Durch sie wird das „verbrauchte“ Blut eingesammelt und über das Herz wieder dem Lungenkreislauf zugeführt. Dort gibt es Kohlendioxid ab und nimmt frischen Sauerstoff auf, um diesen dann im Körper zu verteilen.

Wenn Ihr Baby im Laufe der Schwangerschaft größer wird, kann es bei der nächtlichen Rückenlage die Hohlvene zudrücken und so den Blutstrom einschränken. Dies kann im schlimmsten Fall zu einem Sauerstoffmangel bei Ihnen und Ihrem Baby führen. Um das zu verhindern, sollten Schwangere die Seitenlage bevorzugen.

Übrigens: Keine Panik, falls Sie sich nachts im Schlaf auch mal auf den Rücken drehen. Ihr Körper hat sozusagen ein Alarmsystem, das Sie weckt, bevor es für Ihr Baby gefährlich wird.

Termine

Zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche steht wieder eine Vorsorgeuntersuchung an. Falls Sie dafür noch keinen Termin abgemacht haben, ist jetzt ein guter Moment dafür.

Schlaft, Eltern, schlaft
Es ist gar nicht so leicht, nach einem stressigen Tag mit einem Baby zur Ruhe zu kommen. Lassen Sie sich deswegen beim Einschlafen von unserer "Schlafenszeit" für Amazon Echo oder Google Home helfen.
Sie können aus sanften Musikstücken mit sphärischen Klängen, entspannenden Geräuschen und kreativen Gute-Nacht-Geschichten wählen. Oder Sie zählen gemeinsam mit der "Schlafenszeit" die Schäfchen.

Jetzt besser schlafen

Tipps und Tricks für die 19. Schwangerschaftswoche

Tipps für guten Schlaf in der Schwangerschaft

Illustration zweier Herzen und einer Sprechblase vor grünem Hintergrund

Die körperlichen Veränderungen und die hormonelle Umstellung machen viele Schwangere zwar müde, trotzdem ist der Schlaf oft unruhig und Sie wachen wahrscheinlich öfter auf. Hier ein paar Tipps, die Ihnen helfen, besser zu schlafen:

  • Schlafen Sie auf der Seite, da in Rückenlage die Durchblutung eingeschränkt werden kann.
  • Um bequemer in der Seitenlage zu schlafen, ist es hilfreich, ein Kissen zwischen die Knie zu legen. Es gibt auch spezielle Seitenschläferkissen.
  • Auch den Bauch können Sie in Seitenlage mit einem Kissen abstützen. Dafür eignen sich zum Beispiel Stillkissen sehr gut.
  • Wenn Sie unter Sodbrennen leiden, bevorzugen Sie die linke Seite. Damit liegt der Übergang von Speiseröhre zum Magen höher als der Magen. Beim Liegen auf der rechten Seite liegt der Magen höher als die Speiseröhre, was den Rückfluss von Magensäure begünstigt. Unterstützend können Sie Ihren Kopf und Oberkörper etwas höher lagern, indem Sie zum Beispiel ein zweites Kopfkissen nutzen.
  • Reduzieren Sie Licht und Lärm im Schlafzimmer und achten Sie auf ein gutes Raumklima – lüften Sie vor dem Zubettgehen mindestens 10 Minuten gut durch und stellen Sie die Raumtemperatur auf 18 bis 20° C ein.
  • Ein warmes Bad am Abend kann den Schlaf ebenfalls fördern. Badeöle mit Lavendel oder Melisse unterstützen dabei.
  • Auch beruhigende Kräutertees mit Inhaltsstoffen wie Melisse, Hopfenblüten oder Orangenblüten können guten Schlaf fördern. Es gibt auch spezielle „Schlaftee-Mischungen“ für Schwangere.
  • Achten Sie darauf, tagsüber ausreichend zu trinken und nicht noch kurz vor dem Zubettgehen. Ihre volle Blase kann Sie sonst nachts wecken.
  • Wenn Sie sich abends beschäftigen wollen, sind Hörbücher oder Lesen besser geeignet als Fernseher oder Handy. Das helle Licht von Bildschirmen kann sich störend auf die Ausschüttung des „Schlafhormons“ Melatonin auswirken.

Stützstrümpfe

Schwangere haben neben der Neigung zur Flüssigkeitseinlagerung in den Beinen grundsätzlich ein etwas erhöhtes Thromboserisiko. Dies kann durch individuelle Risikofaktoren nochmal verstärkt sein. Eine wirksame und bestens verträgliche Vorsorgemaßnahme ist das Tragen von Stützstrümpfen. Sie stabilisieren die Blutgefäße, indem sie konstant Druck von außen ausüben. Je nach Ihrer individuellen Situation kann es vorteilhaft sein, individuell angepasste Kompressionsstrümpfe zu tragen. Diese sind an Ihre Beine angepasst und haben deswegen eine besonders gute Stützwirkung in Kombination mit hohem Tragekomfort. Es gibt auch Kompressionsstrumpfhosen.

Gut zu wissen: Heutzutage sind Stütz- und Kompressionsstrümpfe nicht mehr die gefürchteten, hässlichen „Liebestöter“, sondern werden in vielen modischen Varianten und Farben angeboten. Zudem können Kompressionsstrümpfe helfen, Krampfadern vorzubeugen, und werden bei Bedarf auch ärztlich verschrieben. Falls Sie bereits in einer vorherigen Schwangerschaft eine Thrombose erlitten haben oder wenn in Ihrer Familie bereits Thrombosefälle, Schlaganfälle oder Lungenembolien aufgetreten sind, sollten Sie sich auf jeden Fall ärztlich beraten lassen. Eventuell liegt dann eine genetische Veranlagung für Thrombose vor.

Merkzettel für Wichtiges

  • Illustration eines Klemmbretts mit einem rosa Haken
    Vorsorgetermin vereinbaren
  • Viel trinken – hilft auch gegen Verstopfung
  • Auf der Seite schlafen
  • Kompressionsstrümpfe tragen

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