Illustration eines Fötus und einer jungen schwangeren Frau, die die Hand auf den Bauch legt in der 17.SSW
Schwangerschaftskalender

17. Schwangerschaftswoche: Ihr Baby legt Speck an

Lesedauer unter 9 Minuten

Sie befinden sich jetzt schon im 5. Schwangerschaftsmonat. Die Knochen des Fötus sind noch weich und elastisch und die Haut ist noch dünn. Aber jetzt geht’s ran an den Speck. Ihr Baby legt sich in den nächsten Wochen die ersten Fettpölsterchen an. Die braucht es direkt nach der Geburt, weil Ihr Milcheinschuss mit Muttermilch in der Regel erst ein paar Tage später einsetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt erhält Ihr Baby die Vormilch (Kolostrum), die zwar viele wichtige Nährstoffe und Antikörper enthält, aber weniger Fett und Kohlenhydrate als die spätere Muttermilch. Dadurch nimmt das Neugeborene zunächst ab. In dieser Zeit zehrt der Nachwuchs von den Energiereserven, die es sich jetzt nach und nach zulegt. Bis zum 10. Tag nach der Geburt hat das Baby dann meistens sein Geburtsgewicht wieder erreicht und legt von da an weiter zu.

Die 17. Schwangerschaftswoche auf einen Blick

  • Illustration eines Auges mit einer rosa Wolke
    Trimester: 2
  • Monat: 5
  • SSW 17
  • Größe: 11-13 cm
  • Gewicht: ca. 100-150 g
Eine Frau in der 17. Schwangerschaftswoche sitzt lächelnd auf einem Sofa legt die Hand auf den Bauch

In der 17. Schwangerschaftswoche nutzt Ihr Baby die Zeit, um im Bauch "herumzutoben".

Ihr Baby entwickelt sich

Was treibt man den ganzen Tag so, wenn man als Baby alleine in Mamas Bauch zu Hause ist? Richtig: Herumtoben! Ihr Baby bewegt sich nun immer mehr. Damit trainiert es in der siebzehnten Schwangerschaftswoche weiterhin seine Kraft und Koordination. Die Muskeln wachsen und im Gehirn werden zahllose Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen hergestellt, die die Bewegung kontrollieren. So kann Ihr Baby seine Arme, Beine, Hände, Finger und sein Gesicht immer genauer steuern. Außerdem macht es Babys wahrscheinlich auch einfach Spaß, sich praktisch schwerelos im Fruchtwasser zu bewegen.

Vor allem Frauen, die schon einmal schwanger waren, haben oft gelernt, die Bewegungen ihres Babys auch in dieser frühen Phase schon zu spüren, und merken die ersten kleinen Tritte. Das ist für die meisten Mütter ein ganz besonderer Moment. Falls Sie die Bewegung nicht spüren oder nur ein Kribbeln oder Blubbern, müssen Sie sich aber keine Sorgen machen. Das ist ganz normal. Ihr Baby ist jetzt ungefähr so groß wie eine Birne und hat noch ausreichend Platz in der Gebärmutter. In der Regel ist das Baby um die 20. Schwangerschaftswoche so groß, dass Sie die ersten Bewegungen fühlen können.

Auch wenn es im Bauch natürlich keine Luft gibt, macht Ihr Baby auch in SSW 17 schon fleißig Atemübungen. Diese Bewegungen fördern das Wachstum und die Entwicklung der Lungenflügel. Die Lunge wird so darauf vorbereitet, dass sie ab dem Moment der Geburt mit dem Atmen beginnt. Eine Aufgabe, die sie ab diesem Zeitpunkt ein Leben lang fortsetzen wird.

Die Bauchspeicheldrüse des Babys nimmt hingegen schon jetzt ihre Arbeit auf und fängt an, Hormone wie Insulin zu produzieren, die den Blutzuckerspiegel regulieren. Zudem erzeugt sie später Verdauungssäfte, die für die Zerkleinerung der Nahrung im Darm notwendig sind.

Eine schwangere Frau in der 17. Schwangerschaftswoche unter Wasser in einem Schwimmbadbecken

In der 17. Schwangerschaftswoche sind Yoga, sanfte Gymnastik oder schwimmen gute Möglichkeiten, in Bewegung zu bleiben.

Ihre Gesundheit

Haben Sie in letzter Zeit sehr lebhafte und seltsame Träume? Wenn ja, liegt das daran, dass die Schwangerschaft einen Einfluss auf Ihren Schlaf hat. Schuld daran sind mal wieder die Hormone – genauer gesagt das Hormon Progesteron. Es bewirkt eine verstärkte Müdigkeit, so dass Schwangere einfach mehr schlafen. Und wer mehr schläft, hat auch mehr Zeit zum Träumen.

Hinzu kommt, dass Schwangere aus verschiedenen Gründen einen leichteren Schlaf haben. Es kann daher öfter passieren, dass Sie aus der traumintensiven REM-Schlafphase direkt aufwachen. In diesem Moment sind die Traumbilder noch ganz frisch im Kopf. Normalerweise folgt auf die REM-Phase eine längere Aufwachphase, in der die meisten Menschen die Inhalte ihrer Träume zum Großteil wieder vergessen. Im Allgemeinen kreisen die Gedanken von Schwangeren häufiger um das Thema Schwangerschaft und die vielen Veränderungen, die das für ihr Leben bedeutet. Es kann sein, dass solche Gedanken dann in intensiveren Träumen verarbeitet werden.

Sind die Träume negativ und unangenehm, hilft es, mit anderen Schwangeren darüber zu sprechen. Zum Beispiel in Ihrem Geburtsvorbereitungskurs. Sie werden sehen, dass sich auch andere Frauen Sorgen machen, zum Beispiel um die gesunde Entwicklung ihres Babys. Das ist ganz normal und Sie stehen damit nicht alleine da. Auch ein Traumtagebuch kann helfen. Die Ängste und Sorgen aufzuschreiben, heißt, sich damit auseinanderzusetzen. Machen Sie sich Mut und setzen Sie positive Gedanken dagegen.

Flexibel bleiben mit Yoga und Gymnastik

Yoga und sanfte Gymnastik sind gute Möglichkeiten, um auch während der Schwangerschaft körperlich aktiv und flexibel zu bleiben. Durch Yogaübungen können Sie zum Beispiel Koordination, Kraft und Flexibilität üben, ohne sich dabei zu überlasten. Durch die Kombination mit der passenden Atemtechnik kann dies noch gesteigert werden. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass dies auch bei der Geburt nützlich sein kann, um Stress und Schmerzen zu lindern.

Es gibt eine große Vielfalt an Yogakursen, die sich speziell an Schwangere richten. Erfahren Sie, welche Yogaübungen zu welcher Zeit in der Schwangerschaft am besten passen und welche Yogaübungen Sie besser vermeiden sollten.

Hilfe bei Hämorrhoiden

Kein Geschenk sind Hämorrhoiden, die Schwangere nun um die SSW 17 herum betreffen können. Hämorrhoiden sind stark durchblutete Gewebepolster im Enddarm. Normalerweise dienen sie sozusagen als eine Art „Dichtung“ für den Darm. Eine Ursache für Hämorrhoiden liegt in der erhöhten Blutmenge und den stärker geweiteten Gefäßen in der Schwangerschaft.

Für die Versorgung des Kindes wird mehr Blut gebildet und Schwangerschaftshormone sorgen für eine Entspannung der Gefäßwände. Unter Umständen vergrößern sich diese Gefäße und werden zu lästigen Hämorrhoiden. Sie können zu störendem oder unangenehmem Juckreiz oder auch Schmerzen führen. Viele Frauen leiden in der Schwangerschaft unter Hämorrhoiden, und das ist absolut nichts, was Ihnen peinlich sein müsste. Es gibt verschiedene, gut verträgliche Mittel wie Salben oder Sitzbäder, die diese Beschwerden lindern können.

Wichtig ist bei Hämorrhoiden auch, dass Sie auf weichen Stuhlgang achten. So beugen Sie Verstopfungen vor und vermeiden unnötige Reizungen und vermehrtes Pressen durch harten Stuhlgang. Also: viel trinken, auf regelmäßige Bewegung achten, bevorzugt ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Gemüse und Obst wählen. Es gibt zudem Nahrungsmittel, die die Verdauung besonders gut fördern, wie zum Beispiel Feigen, Datteln oder Rosinen. Auch Leinsamen zum Beispiel zum Müsli oder im Salat unterstützen eine weiche Verdauung.

Fragen Sie dazu auch Ihre Hebamme oder lassen Sie sich in Ihrer Apotheke oder in der Frauenarztpraxis beraten.

Wie Sie Krampfadern vorbeugen oder lindern können

Auch an den Beinen kann sich die erhöhte Blutmenge in den geweiteten Gefäßen bemerkbar machen. Es kann zur Bildung von Besenreisern und Krampfadern kommen. Diese sehen nicht nur unschön aus, sie können auch mit Juckreiz oder einem Taubheitsgefühl einhergehen und im ungünstigsten Fall bleibende Schäden an den Beinvenen hinterlassen. Wenn Sie Beschwerden dieser Art haben, sollten Sie einen Arzt bzw. eine Ärztin zurate ziehen. Zur Entlastung der Venen können Kompressionsstrümpfe getragen werden, die bei Bedarf auch ärztlich verschrieben werden. Um Krampfadern vorzubeugen, ist außerdem Bewegung sehr hilfreich. Dabei ist es egal, ob Sie lieber spazieren gehen, Schwangerschaftsyoga machen oder schwimmen gehen. Auch Wassertreten oder kalt-warme Wechselduschen trainieren die Venen. Wenn möglich, legen Sie zwischendurch mal die Füße hoch. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen bilden sich die Krampfadern drei bis vier Monate nach der Geburt von selbst wieder zurück.

Durch die Vergrößerung des Blutvolumens hat sich auch der Eisenbedarf Ihres Körpers erhöht. Eisen ist ein Bestandteil des Hämoglobins, das als Blutfarbstoff in unseren roten Blutkörperchen vorkommt. Es dient dazu, Sauerstoff in den Blutkörperchen zu binden. Diese transportieren den Sauerstoff dann über die Blutbahnen in den ganzen mütterlichen Körper und über die Plazenta auch zum Baby. Ohne Eisen kann also kein Sauerstoff von der Lunge der Mutter zum Kind kommen. Die gute Nachricht ist, dass der Mehrbedarf an Eisen in der Schwangerschaft in der Regel durch eine gesunde Ernährung aufgefangen werden kann. Im Zuge der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wird unter anderem der Hämoglobin-Wert gemessen. Bei einem Mangel an Eisen wird zumeist auf eine entsprechende Ernährung hingewiesen oder auch die Einnahme von Eisenpräparaten empfohlen.

Bei niedrigen Eisenwerten kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • Sehr starke Müdigkeit
  • Muskelschwäche
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Blasse Haut
  • Schwindelanfälle
  • Dunkle Ränder unter den Augen
  • Niedriger Blutdruck und schnellerer Herzschlag
  • Haarausfall

Den Körper entspannen
Um Ihren Körper und Ihre mentale Gesundheit in den insgesamt zehn Monaten einer Schwangerschaft zu stärken, ist Yoga der ideale sportliche und meditative Begleiter. Durch sanfte Übungen und kontrolliertes Atmen können Sie Ihren sich verändernden Körper kennenlernen, sich auf die Geburt vorbereiten und die Zeit vor der Ankunft Ihres Babys nutzen, um Ihre Seele auf die schönste Anstrengung der Welt einzustimmen. 

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Tipps und Tricks für die 17. Schwangerschaftswoche

Krippenplätze sind heiß begehrt

Illustration zweier Herzen und einer Sprechblase vor grünem Hintergrund

Es dauert zwar noch eine ganze Weile bis zur Geburt Ihres Kindes. Trotzdem ist es sinnvoll, sich jetzt schon nach einem Krippen- bzw. Kindergartenplatz oder einer Tagesmutter bzw. einem Tagesvater zu erkundigen. Das Angebot ist leider immer noch begrenzt. Und gerade wenn Sie bestimmte Wünsche und Vorstellungen vom idealen Krippenplatz haben, schadet es nicht, sich frühzeitig zu informieren. Ein Tipp: Schauen Sie nicht nur nach Krippenplätzen in Ihrer Nähe, vielleicht ist ja auch eine Betreuung in der Nähe Ihres Arbeitsplatzes oder dem Ihres Partners oder Ihrer Partnerin möglich und sinnvoll.

Wie soll mein Kind heißen?

So langsam fängt für viele Eltern die Phase an, in der diese Frage wichtig wird. Vielleicht haben Sie schon Ideen? Oder Sie beginnen gemeinsam mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Vorschläge zusammenzutragen? Und falls Sie bisher noch keine Ideen haben, gibt es zahlreiche Bücher, die Ihnen Inspirationen bieten können. Außerdem finden sich heutzutage auch im Internet zahlreiche Namensfinder oder Listen mit beliebten Namen.

Geschwister auf Familienzuwachs vorbereiten

Insbesondere für kleine Kinder kann es verwirrend sein, wenn sich ein neues Geschwisterchen ankündigt. Plötzlich hat das Kind nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit der Eltern und auch im persönlichen Lebensumfeld verändern sich Dinge – zum Beispiel, wenn plötzlich eine Wiege oder ein Babybett aufgestellt wird. Indem Sie Ihr Kind auf die Ankunft des neuen Geschwisterchens vorbereiten und an der Schwangerschaft teilhaben lassen, können Sie ihm helfen, sich an diese Situation besser zu gewöhnen. Kinder können ihrem zukünftigen Geschwisterchen zum Beispiel Geschichten erzählen oder Lieder vorsingen. Auch das gemeinsame Anmalen des Bauches mit Theaterschminke kann Spaß machen. Zudem können Sie Ihrem Kind durch Zuwendung in Form von Kuscheln, Vorlesen oder Spielen zeigen, dass sich an der Liebe von Mama und Papa nichts ändert. Solche Momente sind für ältere Geschwister auch nach der Geburt des neuen Babys wichtig. Manche Eltern fürchten, dass das Baby eine zu große Belastung für das ältere Geschwister darstellen könnte. Aber machen Sie sich keine Sorgen. Ein Geschwister zu haben, ist ein Geschenk, weil die Kinder gemeinsam spielen, miteinander reden oder sich zusammen über die Eltern aufregen können. Sie werden voneinander positive Eigenschaften wie Rücksichtnahme lernen, wovon am Ende auch Sie als Eltern profitieren. Jedes Kind ist also eine wertvolle Bereicherung für Ihre Familie.

Merkzettel für Wichtiges

  • Illustration eines Klemmbretts mit einem rosa Haken
    Melden Sie sich zu einem Yogakurs an.
  • Nach Krippenplätzen schauen
  • Geschwister auf Familienzuwachs vorbereiten
  • Kompressionsstrümpfe kaufen (evtl. Verordnung vom Arzt bzw. von der Ärztin)
  • Ausreichend Nahrungsmittel verzehren, die reich an Eisen sind, zum Beispiel Fleisch, Hülsenfrüchte und Getreide, aber auch einige Obst- und Gemüsesorten

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