Illustration eines Fötus und einer jungen schwangeren Frau, die die Hand auf den Bauch legt in der 12.SSW
Schwangerschaftskalender

12. Schwangerschaftswoche: Ihr Baby hat Schluckauf

Lesedauer unter 6 Minuten

Das erste Schwangerschaftsdrittel nähert sich dem Ende. Ihr Baby hat schon große Entwicklungsschritte gemacht. Vor sechs Wochen war es noch so klein wie eine Erbse, jetzt hat es schon die Größe eines Hühnereis. Und es wird immer lebendiger. Lesen Sie, warum das zu Schluckauf führen kann und warum Sie trotz des wachsenden Babys nicht (viel) mehr essen sollten.

Die 12. Schwangerschaftswoche auf einen Blick

  • Illustration eines Auges mit einer rosa Wolke
    Trimester: 1
  • Monat: 3
  • SSW 12
  • Größe: 4-6 cm
  • Gewicht: ca. 15-20 g
Ein weibliches Paar, zeigt bei einem Videoanruf ein Ultraschallfoto ihres Kindes

In der 12. Schwangerschaftswoche ist Ihr Baby schon aktiv und schwimmt durch das Fruchtwasser.

Ihr Baby entwickelt sich

Ihr Baby bewegt sich ab der SSW 12 immer mehr. Es trainiert fleißig die Kraft seiner Muskeln und die Koordinationsfähigkeit seines Gehirns, indem es die Ärmchen bewegt und damit im Fruchtwasser herumschwimmt. Diese Bewegungen kann man im Ultraschall meist schon sehr gut erkennen.

Was man im Ultraschall meist auch gut sehen kann, ist das kleine schlagende Herz. Wussten Sie, dass das Herz Ihres Babys bis zu 160-mal pro Minute schlägt? Das ist doppelt so schnell wie Ihr eigenes!

Ihre Gesundheit

Die gute Nachricht für Sie: Typische Beschwerden der frühen Schwangerschaft wie morgendliche Übelkeit und anhaltende Müdigkeit lassen ab der Schwangerschaftswoche 12 meist deutlich nach. Das liegt daran, dass die Konzentration des Schwangerschaftshormons hCG in Ihrem Körper nun ihr Maximum überschritten hat und langsam wieder sinkt. Die nachlassende Übelkeit geht meist einher mit einer Rückkehr des Appetits. Genießen Sie es, wieder entspannt essen zu können, aber übertreiben Sie es nicht mit den Mengen. Manche Frauen haben das Gefühl, jetzt „für zwei“ essen zu müssen, weil ihr Baby kräftig Hunger hat. Doch den zusätzlichen Energiebedarf Ihres Kindes decken Sie schon mit einem Käsebrot. Es besteht also keine Notwendigkeit, doppelte Portionen zu essen. Lesen Sie auch, worauf Sie bei der Ernährung in der Schwangerschaft noch achten sollten.

Schmierblutungen sind nicht ungewöhnlich

Es kann um die zwölfte Schwangerschaftswoche vorkommen, dass bei Ihnen leichte Schmierblutungen auftreten. Insbesondere an den Tagen, an denen üblicherweise Ihre Periode einsetzen würde. Nach dem Sex kann es ebenfalls zu leichten Schmierblutungen kommen. Machen Sie sich deswegen keine Sorgen. Ihre Schleimhäute sind nun sehr gut durchblutet und deswegen etwas anfälliger für kleine Verletzungen. Trotzdem sollten Sie frische, hellrote Blutungen vorsichtshalber immer ärztlich kontrollieren lassen.

Junge Frau am Strand mit Sonnencreme auf ihrem Gesicht

Schützen Sie Ihre Haut vor zu viel Sonne

Eine Schwangerschaft kann sich übrigens auch durchaus positiv auf den Körper auswirken. So manche Frau hat jetzt glänzendes Haar und glatte, rosige Haut. Damit das so bleibt, achten Sie darauf, dass Sie Haut und Haar nicht zu viel der Sonne aussetzen. In der Schwangerschaft führt die vermehrte Produktion bestimmter Hormone ohnehin zu verstärkter Pigmentbildung, zum Beispiel an den Brustwarzen, in der Genitalregion und an der Linea nigra, also der Mittellinie des Bauches. Weil die Haut jetzt wesentlich lichtempfindlicher ist, begünstigt die Sonneneinstrahlung die Entwicklung von Pigmentflecken zusätzlich. Bei manchen Frauen kommt es dann zu einer sogenannten Schwangerschaftsmaske (Mutterflecken), das heißt einer schmetterlingsförmigen, bräunlich-fleckigen Pigmentierung im Bereich von Nase, Stirn und Wangen, fachsprachlich Chloasma uterinum oder auch Chloasma gravidarum genannt. Halten Sie sich also an sonnigen Tagen überwiegend im Schatten auf und verwenden Sie ausreichend Sonnencreme. Das gilt besonders dann, wenn Sie am Meer oder in den Bergen – auch im Winter – unterwegs sind, weil hier die UV-Strahlung besonders intensiv ist. Falls Sie unsicher sind, welcher Sonnenschutz für Sie in Frage kommt, lassen Sie sich in einer Apotheke beraten.

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Tipps und Tricks für die 12. Schwangerschaftswoche

Tätowieren in der Schwangerschaft?

Illustration zweier Herzen und einer Sprechblase vor grünem Hintergrund

Gerade in der Schwangerschaft ist es wichtig, dass Sie sich Zeit für sich selbst nehmen, um sich um Ihren Körper zu kümmern. Kosmetik, Massage, eine neue Frisur – seinen Körper zu pflegen, heißt auch, seine Seele zu pflegen. Es gibt allerdings Ausnahmen. Sich während der Schwangerschaft tätowieren zu lassen, ist keine gute Idee. Da Ihre Haut aufgrund der hormonellen Umstellung empfindlicher ist, ist das Stechen eines Tattoos deutlich schmerzhafter. Diese Schmerzen können im schlimmsten Fall eine vorzeitige Geburt auslösen. Seriöse Tattoo-Studios wissen das und lehnen es in der Regel ab, Schwangere zu tätowieren.

Außerdem können frische Tattoos sich leicht entzünden oder zu einer allergischen Reaktion auf Inhaltsstoffe der Tinte führen. Zur Behandlung dieser Beschwerden würde der Arzt normalerweise Antibiotika oder Kortison einsetzen – beides sollte während der Schwangerschaft möglichst vermieden werden. Aufgrund des Infektionsrisikos ist ganz besonders davon abzuraten, sich zu Hause selbst Tattoos zu stechen, zum Beispiel sogenannte „Stick and Poke“-Tattoos.

Ein weiterer Punkt, der gegen Tattoos in der Schwangerschaft spricht: Die chemische Zusammensetzung der verwendeten Tinte ist in der Regel nicht bekannt. Insofern kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie Inhaltsstoffe enthält, die für Ihr Kind schädlich sind. Übrigens: Das gilt auch für sogenannte „Henna-Tattoos“. Diese werden zwar nur auf die Haut gemalt, aber die Farben können Substanzen enthalten, die in die Haut eindringen und von dort über den Blutkreislauf zu Ihrem Baby gelangen.

Kann man Schwangerschaftsstreifen vorbeugen?

Durch die Kombination aus hormoneller Umstellung und Dehnung der Haut kann es in der Schwangerschaft zur Entstehung von sogenannten Schwangerschaftsstreifen kommen. Sie tauchen vornehmlich am Bauch sowie an den Brüsten, der Hüfte, den Oberschenkeln und dem Po auf. Besonders Frauen mit einer erblichen Neigung zu Bindegewebsschwäche sind gefährdet. Leider hat noch niemand einen Weg gefunden, dies komplett zu vermeiden. Doch Massagen können zum Beispiel helfen die Durchblutung zu steigern, wodurch die behandelten Regionen besser mit Nährstoffen versorgt werden. Dazu eignet sich beispielsweise die Zupfmassage, die bei unkompliziert verlaufenden Schwangerschaften empfehlenswert ist. Auch wenn es keine wissenschaftlichen Belege dafür gibt, dass Massagen helfen die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen vorzubeugen; sie tun ihrer Haut etwas Gutes und zusammen mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin kann eine Massage zudem eine sehr entspannende Wirkung haben.

Zupfmassage am Bauch:

  • Geben Sie ein pflegendes (Massage-)Öl auf Ihre Hände und verteilen Sie es mit kreisenden Bewegungen auf Ihrem Bauch. Gehen Sie dabei von außen nach innen in Richtung Bauchnabel.
  • Wenn das Öl gleichmäßig verteilt ist, beginnen Sie mit der eigentlichen Zupfmassage. Dazu nehmen Sie jeweils eine kleine Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger und zupfen diese leicht nach oben weg. Bitte nicht zu fest. Es soll nicht wehtun.
  • Zupfen Sie vom Bauchnabel ausgehend jeweils in Reihen zu den Seiten. Nach jeder Reihe wandern Ihre Hände etwas weiter nach oben Richtung Rippenbogen.
  • Gehen Sie nicht zu tief. Den Bereich über dem Schambein sollten Sie aussparen, denn Reizungen an dieser Stelle könnten Wehen auslösen.
  • Etwa vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin sollten Sie mit der Zupfmassage aufhören. Nun reicht es, wenn Sie Ihren Bauch sanft mit Öl massieren.
  • Alternativ können Sie die Haut mit kreisenden Bewegungen massieren. Besonders bei empfindlichen Brüsten ist das für viele Frauen oft angenehmer.
  • Dort, wo die Haut weniger empfindlich ist, zum Beispiel am Po oder den Oberschenkeln, können Sie auch mit einer weichen Bürste oder einem Massagehandschuh massieren. So wird die Durchblutung stärker angeregt und es werden auch tiefere Gewebeschichten gestärkt.

Merkzettel

  • Illustration eines Klemmbretts mit einem rosa Haken
    Es besteht keine Notwendigkeit, doppelte Portionen zu essen, für Ihr Kind reicht im Moment zum Beispiel ein Käsebrot am Tag mehr.
  • In den Sommermonaten gilt insbesondere für Schwangere: Sonnenschutz nicht vergessen!
  • Frische Blutungen vorsichtshalber medizinisch abklären lassen
  • Zwei- bis dreimal die Woche den eigenen Körper massieren
  • Keine Tattoos stechen lassen

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