Illustration eines Fötus, eines Fisches und einer jungen schwangeren Frau, die die Hand auf den Bauch legt in der 11.SSW
Schwangerschaftskalender

11. Schwangerschaftswoche: Das Baby bekommt Geschmack

Lesedauer unter 8 Minuten

Alle wichtigen Organe sind jetzt angelegt. In den nächsten Wochen werden sich diese weiter ausbilden und ausreifen. Genau wie die Sinnesorgane, die jetzt nach und nach Ihre Funktion aufnehmen. Lesen Sie, wie Ihr Baby seine Umwelt wahrnimmt und ob man an der Form des Bauches wirklich das Geschlecht erkennen kann.

Die 11. Schwangerschaftswoche auf einen Blick

  • Illustration eines Auges mit einer rosa Wolke
    Trimester: 1
  • Monat: 3
  • SSW 11
  • Größe: 3–5 cm
  • Gewicht: ca. 15 g
Schwangere Mutter und Tochter machen mit Gemüse ein Smiley Gesicht auf den Bauch der Mutter

In der 11. Schwangerschaftswoche nehmen die Sinnesorgane des Babys langsam ihre Funktion auf.

Ihr Baby entwickelt sich

Ihr Baby entwickelt so langsam alle Zutaten, die es zum Menschsein braucht. So fangen in der Schwangerschaftswoche 11 die Fingernägel an zu wachsen und die ersten Haarfollikel entwickeln sich, sodass bald die ersten Härchen sprießen können. Die Schwimmhäute zwischen den Fingernägeln bilden sich hingegen langsam wieder zurück.

Auch die Geschlechtsorgane wie Hoden und Eierstöcke reifen heran und die Genitalien bilden sich weiter aus. Auf einem Ultraschallbild könnte man jetzt allerdings noch kein Geschlecht erkennen. Bei der zweiten Ultraschalluntersuchung, die in der Regel zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche stattfindet, kann das Geschlecht schon ziemlich sicher festgestellt werden.

Die Sinnesorgane fangen jetzt nach und nach an, ihre Funktion aufzunehmen. Auf der Zunge Ihres Babys haben sich die ersten Geschmacksknospen gebildet. Bald wird es anfangen, das Fruchtwasser zu trinken, um seinen Geschmackssinn zu trainieren. Die Ohren sind zwar schon am richtigen Platz, aber noch nicht so weit ausgebildet, dass das Baby Töne bewusst wahrnimmt. Ein Sinnesorgan funktioniert übrigens bereits ganz gut – der Tastsinn. Die Lippen haben sich schon um die 8. Schwangerschaftswoche so weit ausgebildet, dass Ihr Baby erste Eindrücke wahrnehmen kann. Der Tastsinn an den Fingern muss sich erst noch entwickeln. Aber auch dann werden die Lippen das bevorzugte Sinnesorgan bleiben, und zwar bis weit über die Geburt hinaus. Um Gegenstände zu erkunden, nehmen Babys diese zunächst in den Mund. Denn an den Lippen und auch an der Zunge befinden sich sehr viele Rezeptoren, die Informationen über Temperatur, Form, Oberflächenbeschaffenheit oder Geschmack an das Gehirn weiterleiten. Das ideale Rüstzeug, um die Welt zu entdecken.

Junge Frau liegt mit geschlossenen Augen auf dem Sofa und entspannt sich

Viele Frauen fühlen sich in der Schwangerschaftswoche 11 noch immer recht müde - gönnen Sie sich Pausen.

Ihre Gesundheit

Während die ersten nervigen Schwangerschaftsanzeichen wie Übelkeit jetzt meist langsam nachlassen, haben viele Frauen auch in der elften Schwangerschaftswoche noch mit Schwindel, Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen zu kämpfen.

Ein Grund für Schwindel und Kopfschmerz ist die steigende Blutmenge. Ihr Körper produziert mehr Blut, um das Baby ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Zudem wirkt das Schwangerschaftshormon Progesteron entspannend auf Ihren Körper, sodass sich auch die Blutgefäße weiten. Beides hat häufig zur Folge, dass der Blutdruck sinkt. Das Herz-Kreislauf-System ist damit jetzt extrem gefordert. Wenn Sie nach längerem Sitzen schnell aufstehen, können Ihnen dabei schon mal die Beine wegsacken, weil das Blut nicht schnell genug im Körper zirkuliert. Das ist in der Regel kein Grund zur Sorge. Lassen Sie sich Zeit beim Aufstehen oder versuchen Sie sich zwischendurch immer mal wieder kurz zu bewegen, um den Kreislauf in Schwung zu halten. Lauwarme Bäder mit Rosmarinzusatz, Wechselduschen, Stützstrümpfe oder regelmäßige Bewegung wie Spaziergänge, Laufen oder Schwimmen helfen dabei, den Kreislauf stabil zu halten. Sollten die Schwindelattacken so stark sein, dass Sie einen Sturz befürchten, oder die Kopfschmerzen länger anhalten, holen Sie sich Rat bei Ihrer Hebamme oder in Ihrer Frauenarztpraxis.

Rückenschmerzen

Auch wenn der Bauch bisher nur langsam wächst, leiden viele Schwangere unter Rückenschmerzen. Wieder haben die Schwangerschaftshormone daran ihren Anteil, sie haben nämlich eine entspannende Wirkung sowohl auf die Muskulatur als auch auf Knorpel, Sehnen und Bänder, sodass sich die Gelenke auflockern. Das ist wichtig, um dem wachsenden Baby im Bauch Platz zu machen und den Körper auf die Geburt vorzubereiten. Als „Nebenwirkung“ sind Sie anfälliger für Rückenschmerzen aufgrund von Fehlhaltungen. Durch die entspannende Wirkung der Hormone hat Ihre Stützmuskulatur es einfach schwerer, die Wirbelsäule in ihrer gesunden Position zu halten. Mit einer aufrechten Sitzhaltung und Übungen für den Rücken kann man die Beschwerden oft gut mildern. Wir haben ein paar Tipps zur Vermeidung und Behandlung von Rückenschmerzen für Sie zusammengefasst.

Entlastung

  • Vermeiden Sie schweres Heben. Falls es doch nötig ist, achten Sie darauf, dass Sie in die Knie gehen und den Rücken gerade halten.
  • Auf flachen Schuhen wird das Körpergewicht viel besser verteilt als in Schuhen mit Absätzen. So wird die Rückenmuskulatur weniger stark belastet.

Muskelentspannung

  • Wärme hilft, die Muskeln zu entspannen. Ein warmes Bad oder ein Kirschkernkissen bzw. eine Wärmflasche auf der schmerzenden Rückenpartie können manchmal schon kleine Wunder bewirken.
  • Auch eine Massage kann bei der Entspannung helfen. Sie können einen Termin bei einer physiotherapeutischen Praxis machen. Oft hilft es aber auch schon, wenn Ihr Partner oder Ihre Partnerin Sie sanft massiert. Sagen Sie, wie und wo es Ihnen guttut, dann kann eigentlich nichts schiefgehen. Erlaubt ist, was Ihnen gefällt. Ein Pflegeöl mit Ihrem Lieblingsduft kann die angenehme Wirkung noch unterstützen.
  • Versuchen Sie, mit einem Kissen zwischen den Beinen zu schlafen. Das mag am Anfang etwas ungewohnt sein, aber es entspannt die Rückenmuskulatur. Das gilt auch für das kleine Powernapping auf der Couch.

Vorbeugen

  • Es gilt nicht nur für die Schwangerschaft, aber hier eben besonders: Regelmäßige Bewegung stärkt die Muskulatur und die Gelenke und fördert die Durchblutung. Das hilft auch Rückenschmerzen vorzubeugen. Mit seinen sanften Bewegungen ist zum Beispiel Schwangerschaftsyoga besonders zu empfehlen, aber auch Schwimmen oder Walking unterstützen sanft den Muskelaufbau. Welche Sportarten in der Schwangerschaft noch hilfreich sind, erfahren Sie in unserem Themen-Special zu Schwangerschaft und Geburt.

Sind die Rückenschmerzen kaum auszuhalten oder treten sie über einen längeren Zeitraum auf, dann suchen Sie ruhig das Gespräch mit Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt oder fragen Sie Ihre Hebamme. Häufig können Verfahren wie Akupunktur, Osteopathie oder Chiropraktik die Beschwerden lindern. Hier finden Sie Gesundheitstipps für den Rücken.

Hebammen-Leistungen
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Tipps und Tricks für die 11. Schwangerschaftswoche

Langsam wird es spannend – Junge oder Mädchen?

Illustration zweier Herzen und einer Sprechblase vor grünem Hintergrund

In den nächsten Wochen werden die Genitalien immer deutlicher sichtbar sein. Und wenn Sie es möchten, dann wird man Ihnen in Ihrer Frauenarztpraxis bald sagen können, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird. Aber vielleicht lassen Sie sich ja auch einfach überraschen? Doch auch wenn man es jetzt noch nicht sehen kann, die Entscheidung ist schon lange gefallen – und zwar bei der Befruchtung. Ausschlaggebend dafür, ob Ihr Kind ein Junge oder ein Mädchen wird, sind die Chromosomen der männlichen Samenzellen. Diese können entweder ein weibliches X-Chromosom beinhalten oder ein männliches Y-Chromosom. Die Eizelle der Mutter dagegen enthält immer ein weibliches X-Chromosom. Wenn das männliche Spermium und die Eizelle bei der Befruchtung verschmelzen, werden die Chromosomen miteinander kombiniert. Bei der Kombination XY entsteht ein Junge und bei der Kombination XX ein Mädchen.

Schwangerschaftsmythos: An der Form des Bauches kann man das Geschlecht erkennen

Bereits in der Antike glaubten die Menschen, dass sich an der Bauchform einer Schwangeren das Geschlecht des Kindes erkennen lässt. Angeblich soll ein eher spitzer Bauch, der sich vor allem nach vorne wölbt, auf einen Jungen hinweisen. Wenn der Bauch eher rund ist und in die Breite geht, soll sich ein Mädchen ankündigen.

An diesem Mythos ist allerdings gar nichts dran. Die Form Ihres Bauches während der Schwangerschaft wird durch verschiedene individuelle Faktoren beeinflusst. Das Geschlecht Ihres Babys zählt aber nicht dazu.

Übrigens: Was hinter vielen weiteren Schwangerschaftsmythen steckt, können Sie hier nachlesen.

Achten Sie auf die Inhaltsstoffe bei Kosmetikprodukten

Auch werdenden Müttern ist es vielleicht wichtig, gut auszusehen und sich attraktiv zu fühlen. Für viele Frauen gehören dazu auch lackierte Fingernägel oder das Färben der Haare. Dabei sollten Sie im Interesse der Gesundheit Ihres Babys ein paar Punkte beachten:

  • Beschränken Sie die Verwendung von Nagellack so weit wie möglich. Vermeiden Sie, dass Lack auf die Nagelhaut oder unter die Nägel gelangt.
  • Nagellacke, welche die Lösungsmittel DBP, Toluol oder Formaldehyd enthalten, sollten Sie in der Schwangerschaft nicht verwenden. Nagellacke mit der Kennzeichnung „3 free“ sind frei von diesen Inhaltsstoffen.
  • Auch bei Nagellackentfernern sollte auf Lösungsmittel wie Aceton, Phenol oder Trichlorethylen verzichtet werden, da diese organischen Lösungsmittel auch über die Atemluft ins Blut gelangen können.
  • Gel- oder Acrylnägel enthalten Chemikalien, die möglicherweise auch in den Körper der Schwangeren aufgenommen werden können. Deshalb sollte gut überlegt werden, ob während der Schwangerschaft Kunstnägel nötig sind. Bei ihrer Entfernung sollte zudem darauf geachtet werden, dass keine lösungsmittelhaltigen Chemikalien zum Einsatz kommen.
  • Haarfärbemittel enthalten oft eine Vielzahl verschiedenster Chemikalien. In Studien wurde bisher zwar keine direkte Schädigung des Kindes durch Haarefärben in der Schwangerschaft nachgewiesen. Experten empfehlen jedoch generell, in der Schwangerschaft mit so wenigen Chemikalien wie möglich in Berührung zu kommen, da eine Schädigung nicht komplett ausgeschlossen werden kann.
  • Sogenannte „Natur“-Haarfarben stellen hier nur bedingt eine Alternative dar. Der Begriff „Natur“ ist nicht geschützt und sagt damit nichts über die Verträglichkeit der Inhaltsstoffe einer solchen Haarfarbe aus.
  • Strähnchen sind hingegen eher unbedenklich. Die Farbe gelangt nicht an die Kopfhaut, somit können schädliche Stoffe nicht über den Blutkreislauf zum Ungeborenen gelangen. Um Ihre Kopfhaut vor dem Kontakt zu schützen, können Sie zum Beispiel eine Strähnchenhaube benutzen.

Merkzettel für Wichtiges

  • Illustration eines Klemmbretts mit einem rosa Haken
    Flache Schuhe tragen
  • Nicht schwer heben
  • Schwangerschaftsyoga hilft beim Muskelaufbau
  • Auf Haarfärbemittel und Kunstnägel besser verzichten

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