Illustration einer befruchteten Eizelle und einer jungen Frau, die die Hand auf den Bauch legt
Schwangerschaftskalender

1.-4. Schwangerschaftswoche: Ein neues Leben entsteht!

Lesedauer unter 9 Minuten

Damit ein neues Leben entsteht, müssen im Körper der angehenden Mutter viele komplizierte, zum Teil exakt aufeinander abgestimmte Vorgänge ablaufen. Ob dann alles zusammenpasst und sich ein Baby entwickelt, entscheidet sich im ersten Schwangerschaftsmonat. Vielleicht fragen Sie sich, woran Sie die ersten Schwangerschaftsanzeichen erkennen können oder was eigentlich gerade alles in Ihrem Bauch passiert? Eine ganze Menge Überraschendes, so viel können wir schon verraten.

Die 1.-4. Schwangerschaftswoche auf einen Blick

  • Illustration eines Auges mit einer rosa Wolke
    Trimester: 1
  • Monat: 1
  • SSW 1-4
  • Größe: bis 2 mm
  • Gewicht: unter 1 g

Ihr Baby entwickelt sich

Die Befruchtung – ein neues Leben entsteht

Jeden Monat bereitet sich der weibliche Körper auf eine Schwangerschaft vor und stößt nicht benötigtes Gewebe wieder ab, wenn es zu keiner Befruchtung kommt – der weibliche Zyklus. Er beginnt mit dem ersten Tag der Menstruation und endet mit dem letzten Tag vor der nächsten Blutung. Wenn die Eizelle in der Mitte des Zyklus den Eierstock verlässt und in den Eileiter wandert, kommt der magische Moment: die Befruchtung durch die männliche Samenzelle. Durch die Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle kommen zunächst die Erbinformationen von Mutter und Vater zusammen und werden neu kombiniert. Zu diesem Zeitpunkt steht zum Beispiel schon fest, ob das Kind ein Mädchen oder ein Junge wird. Rund 30 Stunden nach der Verschmelzung teilt sich die befruchtete Eizelle zum ersten Mal – von da an wiederholt sich die Teilung ca. alle 20 Stunden.

Illustration: Eine befruchtete Eizelle wandert durch den Eileiter und nistet sich in der Gebärmutter ein.

Die Empfängnis – vom Eisprung bis zur Einnistung

Während dieser Zellteilungen wird die befruchtete Eizelle durch den Eileiter in die Gebärmutter transportiert und nistet sich dort ein. Zu diesem Zeitpunkt hat sich die Eizelle bereits vielfach geteilt und zu einer sogenannten Blastozyste entwickelt, einem kugelförmigen Zellhaufen von etwa 100 Zellen. Aus der äußeren Zellschicht entwickelt sich das Versorgungssystem des Embryos, wie zum Beispiel der Mutterkuchen (Plazenta), die Fruchtblase und das Fruchtwasser. Aus dem innen liegenden Teil der Zellen entwickelt sich der Embryo. Die Einnistung, auch Nidation oder Implantation genannt, findet etwa fünf bis acht Tage nach der Befruchtung statt. Damit ist die Empfängnis abgeschlossen und die eigentliche Schwangerschaft beginnt.

Ab wann beginnt die erste Schwangerschaftswoche?

Im Mutterpass werden die Schwangerschaftswochen und der berechnete Geburtstermin eingetragen. Doch woher weiß man genau, wann die Schwangerschaft begonnen hat? Der genaue Zeitpunkt der Befruchtung und der der Einnistung lassen sich im Nachhinein nur schwer bestimmen. Die Schwangerschaftswochen werden daher ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung gemessen. Das bedeutet, dass die rund zwei Wochen vor dem Eisprung zur Schwangerschaftszeit dazuzählen, obwohl die Frauen in dieser Zeit noch gar nicht schwanger sind. Das rechnerische Geburtsdatum Ihres Babys orientiert sich aber am vermuteten Eisprung. Deshalb unterscheidet sich der Entwicklungsstand des ungeborenen Kindes von den angegebenen Schwangerschaftswochen um ungefähr zwei Wochen. Sie können den voraussichtlichen Geburtstermin mit unserem Geburtsterminrechner herausfinden.

Eine junge Frau misst ihren Bauchumfang mit einem Maßband

In der 1.-4. Schwangerschaftswoche stellen sich die ersten Anzeichen der frühen Schwangerschaft ein.

Ihre Gesundheit

Bin ich jetzt schwanger – oder nicht?

Während der Zeit des Kinderwunsches hören und schauen viele Frauen bei ihrem Körper ganz genau hin. Denn jede kleine Veränderung, jedes Zwicken oder Ziehen könnte ja schon das erste Anzeichen sein. Leider sind viele frühen Schwangerschaftsanzeichen den üblichen Beschwerden während eines Zyklus sehr ähnlich. Deswegen heißen sie auch unsichere Schwangerschaftsanzeichen. Ein relativ sicheres Anzeichen ist zum Beispiel das Ausbleiben der Periode, wobei auch das noch kein Garant für eine Schwangerschaft ist.

Frühe Anzeichen für eine Schwangerschaft

Die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft treten frühestens mit dem Einnisten der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut auf, also drei bis vier Wochen nach der letzten Monatsblutung. Häufig verspüren Frauen in dieser Zeit ein leichtes Ziehen im Unterleib. Bei der Einnistung kann es zu kleineren Gefäßverletzungen und damit zu leichten Schmierblutungen kommen. Diese werden häufig mit dem Beginn der nächsten Periode verwechselt, da der Zeitpunkt mit vier Wochen nach der letzten Monatsblutung ähnlich ist. Diese Einnistungsblutungen sind jedoch meist wesentlich kürzer und weniger stark ausgeprägt. Sollten Sie unsicher sein, suchen Sie vorsichtshalber Ihre Frauenarztpraxis auf. Ein weiteres, typisches Schwangerschaftsanzeichen in Schwangerschaftswochen 1-4 ist das Spannen der Brüste. Weil der Organismus die Brüste schon auf das spätere Stillen vorbereitet, werden sie größer und empfindlicher. Zudem verfärbt sich häufig die Brustwarze dunkler.

Ab der sechsten und siebten Woche kommen oft weitere Anzeichen hinzu. Sie haben nun einen Mitbewohner im Bauch und Ihr Organismus fängt gerade erst an sich umzustellen. Der Mutterkuchen, auch Plazenta genannt, entsteht und der Körper benötigt mehr Blut und Sauerstoff zur Versorgung des Embryos. Um das zu bewerkstelligen, wird der Stoffwechsel angekurbelt. Als Folge sind Schwindel und Müdigkeit häufige Anzeichen einer Schwangerschaft. Kommt auch noch Übelkeit hinzu, kann dies am erhöhten Wert des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin) im Blut liegen. Häufiger Harndrang ist ebenfalls ein frühes, subjektives Schwangerschaftszeichen.

In unserem Themen-Special zu Schwangerschaft und Geburt erfahren Sie, welche weiteren Schwangerschaftsanzeichen es gibt und wie Sie damit am besten umgehen können.

Gefühlschaos gibtʼs gratis dazu

Reguliert wird der Umbau Ihres Organismus von Hormonen wie Östrogen oder dem oben genannten hCG. Sie werden von der Plazenta produziert. Die Hormone wirken sich aber nicht nur auf Ihren Körper aus, sondern auch auf Ihre Stimmung und Gefühle. Die Hormonproduktion muss sich erst einmal richtig einpendeln und deswegen kann es sehr gut sein, dass Ihre Gefühle jetzt und in den nächsten Wochen etwas Achterbahn fahren. Freude, Tränen, Gereiztheit liegen in den nächsten Wochen vielleicht näher zusammen also sonst. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, um mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin bzw. einem vertrauten Menschen über die nächsten Wochen und Monate zu sprechen. Mit Geduld und Kompromissbereitschaft lassen sich auch aufregende Zeiten entspannter durchleben. Und keine Sorge: In der Regel hat sich die Hormonumstellung bis zum vierten Monat so weit reguliert, dass Sie dann wieder ausgeglichener sind.

Bei jeder Frau anders

Welche Schwangerschaftsanzeichen in der ersten bis vierten Schwangerschaftswoche auftreten und mit welcher Intensität, ist bei jeder Schwangeren unterschiedlich. Während einige Frauen fast ohne jegliche Begleiterscheinungen durch die Schwangerschaft kommen, sind andere stark betroffen. Doch so nervig und anstrengend vor allem Symptome wie Übelkeit und Erbrechen sind, sie gehen vorüber, meist schon nach den ersten drei Monaten. In der Regel sind sie weder gefährlich für das Kind noch für Sie als Mutter.

Termine und Untersuchungen in der 1.-4. Schwangerschaftswoche

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Tipps und Tricks für die 1.-4. Schwangerschaftswoche

Ab wann gibt der Schwangerschaftstest Gewissheit?

Illustration zweier Herzen und einer Sprechblase vor grünem Hintergrund

Spüren Sie bereits erste Schwangerschaftsanzeichen oder ist Ihre Periode ausgeblieben, kann ein Schwangerschaftstest erste Gewissheit geben. Ein normaler Schwangerschaftstest, wie man ihn in der Drogerie oder in der Apotheke kaufen kann, zeigt frühestens zwei Tage nach Ausbleiben der Periode ein recht zuverlässiges Ergebnis. In rund 95 % der Fälle wird das Ergebnis korrekt angezeigt. Die Tests reagieren auf das Schwangerschaftshormon hCG, das im Urin enthalten ist. Worauf Sie bei der Anwendung des Tests achten sollten, erfahren Sie in unserem Themen-Special zu Schwangerschaft und Geburt und in der Packungsbeilage des jeweiligen Tests.

Es gibt auch Tests, mit denen Sie schon einige Tage vor Ausbleiben der Monatsblutung testen können, ob Sie schwanger sind. Diese sogenannten Früh- oder Pretests sind allerdings deutlich weniger verlässlich als die üblichen Urin-Schwangerschaftstests.

Fällt Ihr Schwangerschaftstest positiv aus, sollten Sie einen Termin bei Ihrer Frauenarztpraxis vereinbaren. Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt kann mit Sicherheit sagen, ob Sie schwanger sind. In den ersten Untersuchungen wird zudem überprüft, ob bei Ihnen und der Entwicklung des Embryos alles nach Plan läuft.

Die Frauenärztin oder der Frauenarzt wird Sie durch die gesamte Schwangerschaft begleiten und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und gerade zu Beginn der Schwangerschaft ist es hilfreich und beruhigend, wenn Sie zusammen Ihre dringendsten Fragen besprechen können.

Ernährung – Folat und Jod sind jetzt besonders wichtig

Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist eine wichtige Voraussetzung für einen gesunden Körper. Doch in der Schwangerschaft reicht das leider oft nicht aus. Bestimmte Nährstoffe, die für die Entwicklung Ihres Babys wichtig sind, können häufig nicht genügend über die normalen Mahlzeiten abgedeckt werden. Dazu gehören zum Beispiel Folat/Folsäure und Jod. Deswegen kann es notwendig sein, diese Nährstoffe zusätzlich als Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über Ihre Ess- und Trinkgewohnheiten. Auf Basis Ihrer Ernährung bekommen Sie eine Empfehlung, ob und in welcher Dosis Sie Nahrungsergänzungsmittel nehmen sollten.

Folat

Folat ist ein natürliches Vitamin, das extrem wichtig für die Zellteilung und Wachstumsprozesse ist. Gemüse wie Spinat oder grüne Blattsalate und auch Vollkornprodukte sind gute Folatlieferanten, wobei das Vitamin oft nur in relativ geringen Mengen enthalten ist. Um ausreichend Folat nur über das Essen aufzunehmen, wäre eine sehr gezielte Ernährung nötig, was viele Schwangere im Alltag einfach nicht umsetzen können oder wollen. Deswegen empfehlen Fachgesellschaften, ab vier Wochen vor der Schwangerschaft täglich 400 Mikrogramm über ein Folsäurepräparat, die synthetische Form von Folat, einzunehmen. Wenn Sie später Folsäure zu sich nehmen, wird die Dosis in der Regel entsprechend erhöht.

Jod

Jod ist ein wichtiger Baustein für die Entwicklung der Schilddrüse beim Baby. Der Körper kann Jod nicht selbst produzieren, deswegen muss es mit der Nahrung zugeführt werden. Die mütterliche Schilddrüse produziert Hormone mit dem von außen zugeführten Jod, welches in der Schwangerschaft vermehrt benötigt wird. Empfohlen wird die Einnahme von täglich 100 bis 150 Mikrogramm Jod, zum Beispiel in Form von Jodtabletten. Wichtig: Frauen, die an einer Schilddrüsenerkrankung leiden und entsprechende Medikamente nehmen, sollten dazu auf jeden Fall Rücksprache mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin halten. Worauf Sie bei der Ernährung in der Schwangerschaft noch achten sollten, erfahren Sie in unserem Themen-Special zu Schwangerschaft und Geburt.

Alkohol und Zigaretten sind tabu

Auf Alkohol, Zigaretten und andere schädliche Substanzen sollten Sie unbedingt verzichten, denn das Ungeborene kann dadurch massiv geschädigt werden. Nach der Einnistung in die Gebärmutter wird der Embryo über den Blutkreislauf der Mutter versorgt. Giftstoffe gelangen nahezu ungefiltert zum ungeborenen Leben. Besonders in den ersten Schwangerschaftswochen, in denen die Organbildung stattfindet, ist der Embryo extrem sensibel gegenüber giftigen Einflüssen wie Alkohol, Nikotin und Co.

Merkzettel für Wichtiges

  • Illustration eines Klemmbretts mit einem rosa Haken
    Folsäure und Jod einnehmen nach Rücksprache mit Arzt oder Ärztin
  • Ausgewogene Ernährung
  • Kein Alkohol
  • Keine Zigaretten, auch kein Passivrauchen
  • Keine Drogen/schädlichen Substanzen
  • Stress vermeiden, wo es geht
  • Bei positivem Schwangerschaftstest: Termin in der Frauenarztpraxis vereinbaren

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