Schwangerschaft und Geburt

Geburtsterminrechner: Wann kommt mein Baby zur Welt?

Lesedauer unter 8 Minuten
Baby auf einer Decke streckt die Zunge heraus

Autor

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)

Sie sind schwanger? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt beginnt eine aufregende Zeit. Ein spannendes Thema für werdende Mütter ab dem ersten Tag: Wie lange bin ich schon schwanger? In welcher Schwangerschaftswoche befinde ich mich? Wann wird mein Baby das Licht der Welt erblicken? Mit unserem Geburtsterminrechner berechnen Sie ganz schnell, wann Sie Ihr Neugeborenes endlich im Arm halten können. Aber was Sie wissen sollten: Nur die wenigsten Babys halten sich an die Berechnung des Geburtstermins. Warum das so ist, wie der Termin berechnet wird und was es sonst noch Wissenswertes zum Thema Schwangerschaft gibt – in unserem Ratgeber erfahren Sie es. 

SSW-Rechner: Schnell und einfach den voraussichtlichen Geburtstermin berechnen

Tage
Anmerkung: Die Dauer einer Schwangerschaft ist immer individuell. Genau am errechneten Termin enden nur etwa 4% aller Schwangerschaften. Eine genaue Auskunft zum voraussichtlichen Geburtstermin und zur Schwangerschaftswoche kann Ihnen Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt geben.

Wann kommt mein Baby: Wie kann ein Geburtsterminrechner den Geburtstermin berechnen?

Um den Tag der Entbindung berechnen zu können, gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen.

Die Naegele-Formel: Geburtstermin meines Kindes mithilfe der durchschnittlichen Zykluslänge berechnen

Um den Geburtstermin zu berechnen, kommt beim Geburtsterminrechner häufig die sogenannte Naegele-Regel zum Einsatz. Bei dieser Rechenformel ist der erste Tag der letzten Periode ausschlaggebend. Ausgegangen wird von einer durchschnittlichen Länge des Zyklus von 28 Tagen:

1. Tag der letzten Regel / letzten Periode + 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr = errechneter Geburtstermin

Diese Formel ist die Grundlage für viele Geburtsterminrechner. Auch unser SSW-Rechner basiert auf der Naegele-Regel.

Gut zu wissen: Wenn Sie einen kürzeren Zyklus haben, zum Beispiel 26 Tage, dann müssen Sie zwei Tage von dem Datum, das berechnet wurde, abziehen. Bei einem längeren Zyklus werden die Tage bei der Berechnung addiert:

1. Tag der letzten Regel / letzten Periode + 7 Tage – 3 Monate +/- x Tage + 1 Jahr = errechneter Geburtstermin

Die Konzeptionsmethode: Geburtstermin meines Kindes mithilfe des Eisprungs und dem Befruchtungstag ermitteln

Ist der Tag der Befruchtung bekannt, kann auch die Konzeptionsmethode nach folgender Formel angewendet werden:

Befruchtungstag – 7 Tage – 3 Monate + 1 Jahr = errechneter Geburtstermin

Allerdings lässt sich der Befruchtungstag nicht immer exakt bestimmten, da die männlichen Spermien bis zu fünf Tage im Körper der Frau überleben können. Sie können den Zeitraum aber eingrenzen, wenn Sie den Termin Ihres Eisprungs kennen. Ab dann beginnt der Countdown: Die Eizelle kann nämlich nur innerhalb von 12-24 Stunden befruchtet werden. Der Eisprung lässt sich mithilfe der Temperaturmethode feststellen, indem regelmäßig morgens direkt nach dem Aufwachen und noch vor dem dem Aufstehen die sogenannte Basalttemperatur gemessen wird. Dabei sollte immer zur gleichen Uhrzeit, mit dem selben Thermometer und auf die gleiche Weise (am genauesten rektal) gemessen werden. Der Verlauf der Temperaturkurve gibt Aufschluss über die fruchtbaren Tage. 

Bei einer künstlichen Befruchtung bzw. wenn die Zeugung auf künstlichem Weg im Labor stattfand, ist der exakte Zeitpunkt der Befruchtung bekannt und der voraussichtliche Geburtstermin kann noch genauer bestimmt werden.

Ratgeber-Tipp: Nutzen Sie unseren Eisprungrechner, um Ihre fruchtbaren Tage zu ermitteln.

Schwangerschaftstest: Ab wann lässt sich eine Schwangerschaft feststellen?

Etwa ab dem siebten Tag nach dem Eisprung und direkt nach der Einnistung produziert der Körper das Schwangerschaftshormon HCG (Humanes Choriongonadotropin). Ab dann können frühestens Anzeichen für eine Schwangerschaft auftreten. Mehr Klarheit bringt ein Schwangerschaftstest. Hier unterscheidet man zwischen Urintests und Bluttests. Ein Urintest liefert frühestens ab dem zweiten Tag nach dem Ausbleiben der Periode ein sicheres Testergebnis. Im Blut gelingt der HCG-Nachweis bereits einige Tage früher.

Wie genau ist der errechnete Geburtstermin?

Den Geburtstermins exakt zu berechnen ist leider nicht möglich. Nur die wenigsten Babys halten sich an den Stichtag. Gerade einmal vier Prozent aller Kinder werden an dem errechneten Tag geboren. Ein SSW-Rechner ist also vielmehr eine zeitliche Orientierungshilfe. Meistens findet die Geburt zwei Wochen um den errechneten Termin statt. Alle Kinder, die zwischen der 37. bis zur 42. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt erblicken, gelten als Termingeburt. 

Warum kommt es zu Abweichungen beim Geburtstermin?

Normalerweise dauert eine Schwangerschaft 280 Tage – wenn die Naegele-Regel als Geburtsterminrechner genutzt wird. Das sind ziemlich genau neun Monate, bis aus zwei Keimzellen ein neuer Mensch herangewachsen ist und sich auf den Weg in die Welt macht. Aber die Biologie hält sich nicht an Zahlen und Kalender. Den Geburtstermin kann man exakt berechnen, aber die Wehen fangen bei den allermeisten Frauen trotzdem davor oder danach an. Das kann unterschiedliche Ursachen haben:

  • Zeitpunkt des Eisprungs und Tag der Einnistung
    Ungenauigkeiten bei der Berechnung können die Schwangerschaftsdauer verändern.
  • Entwicklung des Embryos
    Manche Babys entwickeln sich schneller, andere langsamer. Das kann unter anderem von der Versorgung im Mutterleib abhängen.
  • Genetische Veranlagung
    Es gibt Hinweise darauf, dass die Schwangerschaftslänge durch die mütterlichen Gene mitbestimmt wird. So wurden Gene beschrieben, die eine Frühgeburt begünstigen. Auch eine familiäre Veranlagung für eine Übertragung der Schwangerschaft wurde beobachtet.
  • Alter der Frau
    Mediziner gehen davon aus, dass die Schwangerschaft pro Lebensjahr der Schwangeren einen Tag länger dauert.
  • Gewicht der Frau bei der eigenen Geburt
    Ein höheres Geburtsgewicht der werdenden Mutter spricht für eine längere Schwangerschaft und umgekehrt.
  • Erkrankung kurz vor der Entbindung
    Erkrankungen vor der Geburt können die Niederkunft etwas herauszögern, bis der Körper wieder Kraft hat.

Bei der Barmer geht die Gesundheit Ihrer Familie vor. Von Anfang an.

Wir kümmern uns um Sie und Ihr ungeborenes Baby mit vielen Extras während der Schwangerschaft:

  • Nutzen Sie die kostenlosen Vorsorgeleistungen.
  • Mit dem Familien Plus Paket erhalten Sie ein Extra-Budget von 200 Euro pro Schwangerschaft und Familie, das Sie für zahlreiche Zusatzleistungen nutzen können.
  • Ein Geburtsvorbereitungskurs kann Unsicherheiten und Ängste nehmen. Deshalb übernehmen wir im Rahmen des Familien Plus Pakets die anfallenden Kosten für den Geburtsvorbereitungskurs. So können Sie sich gut auf das große Ereignis vorbereiten. 
  • Außerdem übernehmen wir die Kosten für Ihre Vertragshebamme.
  • Bei allen Fragen rund um Schwangerschaft, Wochenbett und Babypflege steht Ihnen die praktische Hebammenberatung per Chat und Telefon zur Seite.
  • Und auch nach der Geburt sind wir für Sie da: Wir tragen die Kosten für die Rückbildungsgymnastik.

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Kann der Frauenarzt den genauen Geburtstermin feststellen?

Das kommt auf die aktuelle Schwangerschaftswoche an. Zwischen der neunten und zwölften Schwangerschaftswoche finden im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge gynäkologische Untersuchungen statt. Dazu zählen Ultraschalluntersuchungen, die den Entbindungstermin präzisieren und korrigieren können. Bei der Ultraschalluntersuchung wird das Baby vermessen.

Anhand der Größe des Embryos in der Frühschwangerschaft kann sehr gut die tatsächliche Schwangerschaftswoche berechnet werden, denn in dieser Zeit entwickeln sich noch alle Kinder gleich. Dabei sind drei Werte wichtig: die Scheitel-Steiß-Länge in der Frühschwangerschaft und der Durchmesser des Schädelknochens zwischen den Schläfen bzw. die Länge des Oberschenkelknochens im zweiten Schwangerschaftsdrittel. Weichen die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchungen von dem ursprünglich errechneten Termin mehr als fünf Tage ab, wird der Entbindungstermin angepasst. Aber auch hier gibt es Ungenauigkeiten. Es bleibt also spannend.

Warum ist der errechnete Geburtstermin aus medizinischen Gründen wichtig?

Für Ärzte ist dieser Termin wichtig, um beurteilen zu können, ob sich das Baby altersgerecht entwickelt, ob es eventuell Entwicklungsverzögerungen oder schlimmstenfalls einen Wachstumsstillstand gibt. Das kann beispielsweise auf eine Infektion oder eine beginnende Plazentainsuffizienz hinweisen und erfordert schnelles Handeln.

Zum anderen gibt der Termin vor, welche Vorsorgeuntersuchungen wann auf dem Plan stehen. Dazu zählen unter anderem Tests auf Schwangerschaftsdiabetes oder Toxoplasmose. Auch für einen geplanten Kaiserschnitt ist der errechnete Entbindungstermin relevant. Normalerweise wird dieser Eingriff erst ab der 38. SSWvorgenommen. Vorher sind der Körper des Babys und insbesondere seine Lungenfunktion noch nicht völlig ausgereift.

Zuletzt gibt der wahrscheinliche Geburtstermin auch Aufschluss darüber, ob ein Kind „überfällig“ ist und eine Geburtseinleitung geplant werden sollte.

Und wenn der Nachwuchs auf sich warten lässt?

Je näher der magische Tag des errechneten Geburtstermins heranrückt, desto größer wird die Nervosität bei den werdenden Eltern. Wenn der Nachwuchs dann auf sich warten lässt, können Unsicherheit und Angst dazukommen. Viele Frauen befürchten gesundheitliche Schäden für ihr ungeborenes Kind, wenn sich der Geburtstermin nach hinten verschiebt. Doch keine Sorge: Die Verzögerung ist für das Kind normalerweise nicht gefährlich. Entscheidend ist, dass die Plazenta weiterhin funktioniert und das Baby somit gut versorgt ist. 

Deshalb müssen Schwangere nach dem Ende der 40. SSW alle drei Tage zur Kontrolluntersuchung, um mögliche Komplikationen auszuschließen. Erst ab der 43. Schwangerschaftswoche spricht man von einer Übertragung. Ab diesem Zeitpunkt wird das Baby nicht mehr ausreichend versorgt und die Ärzte raten zu einer Einleitung der Geburt. Dabei wird die Geburt künstlich in Gang gebracht, beispielsweise mit Medikamenten oder durch Öffnung der Fruchtblase. 

Den Geburtstermin meines Babys verraten oder besser nicht?

Überlegen Sie sich gut, ob Sie den Termin Verwandten und Freunden verraten wollen. Möglicherweise werden Sie dann rund um den Stichtag gelöchert, wie es Ihnen geht und ob es schon so weit ist. Wer keine Lust auf Stress in den Geburtstermin einfach noch mal zwei Wochen dazu und verkünden Sie dieses Datum als Ihren Entbindungstermin.

Wie wirkt sich der berechnete Geburtstermin auf die Mutterschutzfrist aus?

So schön die Geburt eines Kindes ist: Für die Frau sind Schwangerschaft und Entbindung anstrengend. Deshalb gibt es die Mutterschutzfrist. Ein Beschäftigungsverbot für Frauen vor und nach der Geburt, das die Gesundheit von Mutter und Kind schützen soll.

Das sind wichtigsten Regelungen zur Mutterschutzfrist:

  • Die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin und endet acht Wochen nach der Geburt des Kindes.
  • Angestellte Frauen dürfen auf eigenen Wunsch auf die Schutzfrist vor der Geburt verzichten. Nach der Geburt nicht: Dann gilt achtwöchiges Beschäftigungsverbot.
  • Kommt das Kind vor dem errechneten Geburtstermin zur Welt, verlängert sich die Schutzfrist nach der Geburt um die Anzahl an Tagen, die die Mutter vor der Entbindung nicht in Anspruch nehmen konnte.
  • Wenn das Baby später als geplant zur Welt kommt, verlängert sich die Mutterschutzfrist vor der Entbindung um die entsprechende Anzahl von Tagen. Nach der Geburt des Kindes beträgt die Mutterschutzfrist weiterhin mindestens acht Wochen.
  • Bei Mehrlings- oder Frühgeburten verlängert sich die Schutzfrist nach der Geburt von acht auf zwölf Wochen.
  • Wird ein Baby vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche oder mit einem Geburtsgewicht von weniger als 2.500 Gramm geboren, gilt es als Frühgeburt. Dann beträgt der gesamte Mutterschutz im Anschluss an die Entbindung 18 Wochen (12 Wochen für ein frühgeborenes Kind plus 6 Wochen, die von der Mutter vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnten).

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Webcode: s000076 Letzte Aktualisierung: 30.07.2019
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