Geschwister liegen zusammen auf einem Bett
Gesundes Schlafen

Kleine Vielschläfer – wie Babys und Kleinkinder schlafen

Lesedauer unter 3 Minuten

Redaktion

  • Dr. Hans-Günter Weeß (Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum AdöR)

Qualitätssicherung

  • Daniela Beerens (Gesundheitsinformation, Barmer)

Das Schlaf-Wach-Verhalten der Menschen könnte von der Wiege bis ins hohe Alter nicht verschiedener sein. Dies steht vor allem mit der Tatsache im Zusammenhang, dass Neugeborene sich erst einmal an den Hell-Dunkel-Rhythmus gewöhnen müssen und somit ein völlig anderes Schlafbedürfnis aufweisen als beispielsweise ältere Menschen.

Die verschiedenen Entwicklungsschritte des neuen Erdenbürgers, körperliche Erkrankungen und auch Fehlverhalten seitens der Eltern können das Schlafvermögen von Babys und Kleinkindern beeinflussen – und in Schlafstörungen münden. Letztere sind durch richtiges Verhalten oft vermeidbar.

Schlaf-Wach-Verhalten und Schlafbedarf bei Säuglingen und Kleinkindern

In den ersten Lebensmonaten verbringen Säuglinge und Kleinkinder die meiste Zeit mit Schlafen. Das Gehirn des Neugeborenen muss den Unterschied zwischen Tag und Nacht erst lernen, passt sich aber bereits nach wenigen Tagen dem Taktgeber Tageslicht an und schläft nachts mehr als am Tage. Trotzdem bestimmen in den ersten Lebensmonaten Hunger und Sättigungsgefühle den Schlaf-Wach-Rhythmus des neuen Erdenbürgers.

Um alle anstehenden Aufgaben in Sachen Entwicklung gut erfüllen zu können, hat die Natur Säuglingen das hohe Schlafbedürfnis für den Start ins Leben mitgegeben. Die durchschnittliche Schlafmenge beträgt bis zum dritten Lebensmonat etwa 16 bis18 Stunden je 24 Stunden, welche sich auf ungefähr fünf Schlafphasen verteilt. Mit zunehmender Reifung lernt das Gehirn, den Schlaf-Wach-Rhythmus über den Hell-Dunkel-Rhythmus von Tag und Nacht mit dem körpereigenen Schlafbotenstoff Melatonin zu steuern.

Bis zum sechsten Lebensmonat entwickelt sich meist eine längere zusammenhängende Schlafphase von ungefähr fünf bis sieben Stunden in der Nacht. Eine nächtliche Wachphase zur Nahrungsaufnahme ist aber vor allem bei Stillkindern noch ganz normal.

Im Verlauf des ersten Lebensjahres nimmt die Schlafmenge insgesamt immer weiter ab bis schließlich durchschnittlich 14 Stunden je 24 Stunden. Mit Ende des ersten Lebensjahres schlafen Kinder dann auch überwiegend nachts – und sie schlafen jetzt in der Regel auch durch. Tagsüber haben die Kinder dann noch zwei Schlafphasen.

Kinder im dritten oder vierten Lebensjahr benötigen meist keinen Tagschlaf mehr und dieser entfällt bei einer nächtlichen Gesamtschlafmenge von ungefähr 12 Stunden. Grundschulkinder schlafen bei durchschnittlich 11 Stunden Schlafbedarf in der Regel nachts durch, benötigen abends wenig Zeit zum Einschlafen und wachen morgens früh auf.

Schlafbedarf in den ersten Lebensjahren

0  - 3 Monate

etwa 17 Stunden

3 Monate

etwa 14,5 Stunden

6 - 9 Monate

etwa 14 Stunden

12 Monate

etwa 14 Stunden

18 Monate

etwa 13,5 Stunden

2 Jahre

etwa 13 Stunden

3 Jahre

etwa 12,5 Stunden

4 Jahre

etwa 12 Stunden

5 Jahre

etwa 11,5 Stunden

6 Jahre

etwa 11 Stunden
 

Woher weiß ich, ob mein Kind genug schläft?

Wichtig zu wissen ist, dass Menschen genetisch bedingt ein unterschiedlich großes Schlafbedürfnis haben und auch in ihren Schlafzeiten variieren. Das gilt auch für Neugeborene und Kinder. Die hier angegebene Schlafdauer ist somit eine ungefähre und lediglich zur Orientierung gedacht. 

Das entscheidende Kriterium für die tatsächlich benötigte Schlafmenge ist das Befinden am Tage. Fühlt sich Ihr Sprössling fit, ausgeschlafen und wirkt psychisch ausgeglichen, war es genügend Schlaf in der Nacht.

Lesen Sie hier mehr zu Schlafproblemen von Babys und Schlafproblemen von Kleinkindern und Kindern und was schlaffördernd für Kinder ist.
 

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