Rückengesundheit

Erkenntnisse zur Rückengesundheit

Lesedauer unter 2 Minuten
Ein Mann macht Übungen auf einem Bürostuhl

Autor

almeda GmbH

Qualitätssicherung

  • PD Dr. Med. Stephan Lorenz (Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin),
  • Dr. med. Ursula Marschall (Fachärztin für Anästhesie),
  • Claudia Tobis (Barmer)

Neun von zehn Menschen klagen mindestens einmal im Leben über Rückenschmerzen. In 90 Prozent verschwindet der Schmerz nach spätestens sechs Wochen. Hält er länger an, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Fehltage durch Rückenschmerzen

Akute Kreuzschmerzen verschwinden in 90 Prozent der Fälle nach spätestens sechs Wochen wieder. Bei manchen Menschen jedoch halten Rückenschmerzen länger an und machen einen Arztbesuch nötig. Das Leiden beeinträchtigt Alltag und Arbeit. Rund ein Viertel aller betrieblichen Fehltage geht auf das Konto des "gemeinen Rückenschmerzes" – keine andere Beschwerde sorgt für so viele Arbeitsausfälle. Bundesweit entfielen im Jahr 2014 auf Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens 192 Fehltage pro 100 Versicherungsjahre. Männer waren dabei häufiger betroffen als Frauen. Bei vielen Rückenschmerzpatienten kehren die Beschwerden nach Abklingen einer Schmerzperiode später manchmal zurück. Außerdem nehmen die Fehlzeiten bei der Arbeit aufgrund von Rückenproblemen mit dem Alter zu, besonders ab 35 Jahre. So mussten in der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen im Jahr 2014 Männer im Schnitt mehr als neun Tage wegen Rückenleiden in der Arbeit fehlen, Frauen knapp acht Tage. 

Neue Erkenntnisse zur Rückengesundheit nutzen

In den letzten Jahren hat sich die Sicht auf unsere "innere Säule" gewandelt. Nicht Verletzungen oder Abnutzungen lösen die meisten Rückenschmerzen aus, sondern Fehlhaltungen, Muskelverspannungen, Bewegungsmangel und psychischer Stress. Nur selten stecken eindeutige körperliche Ursachen hinter den Schmerzen, die mit Röntgen oder andere Diagnosemethoden abgeklärt werden müssen. Aufwendige diagnostische Verfahren wie beispielsweise die Kernspintomografie gelten daher in den meisten Fällen als unnötig und sind nur im seltenen Ausnahmefall erforderlich.

Wenn nicht der Bandscheibenvorfall, das schwere Schleppen, der eingeklemmte Nerv die konkrete Ursache für die Rückenschmerzen ist, wo soll dann die Therapie ansetzen? Die Antwort: im Kopf. Wer erkennt, dass er selbst der beste Therapeut für seine Rückenschmerzen ist, hat schon den ersten wichtigen Schritt getan. Kein Orthopäde, Chirurg oder Physiotherapeut kann Ihren Rücken wieder so ins Lot bringen wie Sie selbst. Entdecken Sie unsere Tipps zur Selbsthilfe bei Rückenschmerzen

Mit Rückenschmerzen richtig umgehen: Gelassen, entspannt und bewegt

Nehmen Sie Rückenschmerzen nicht einfach hin. Je länger der Schmerz anhält, desto stärker "brennt" er sich im Gehirn ein. Vor einigen Jahren haben Forscher entdeckt, dass unser Gehirn ein Schmerzgedächtnis besitzt, das auch dann noch aktiv ist, wenn der Rücken schon lange keine akuten Schmerzsignale mehr aussendet.
Doch auch Menschen, die schon viele Jahre unter Rückenschmerzen leiden, können sich wieder aus dem Schmerzkreislauf befreien. Zum Beispiel mit speziellen Bewegungs- und Entspannungsverfahren.

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