Rückengesundheit

Wann Sie mit Rückenschmerzen zum Arzt gehen sollten

Lesedauer unter 5 Minuten
Ein Vater macht Liegestütze im Wohnzimmer mit seinem Sohn auf dem Rücken

Autor

Internetredaktion Barmer

Qualitätssicherung

Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Rückenschmerzen können sehr unangenehm sein und teilweise extrem einschränken. Gefährlich sind die Beschwerden zum Glück aber nur selten. Deshalb müssen Sie auch nicht in jedem Fall zum Arzt gehen, wenn der Rücken Probleme macht. Hier erfahren Sie, wann Sie mit Rückenschmerzen zum Arzt gehen sollten, welcher Arzt der Richtige ist und wie Sie sich optimal vorbereiten können, um den Arztbesuch möglichst effektiv zu gestalten.  

Was sind Warnsignale bei Rückenschmerzen?

In Deutschland erhielt 2018 im Durchschnitt jeder Vierte die Diagnose "Rückenschmerzen". Damit war "Rückenschmerzen" nach "Bluthochdruck" die am zweithäufigsten gestellte Diagnose im Rahmen der ambulanten ärztlichen Versorgung.

In den meisten Fällen (80 bis 90 Prozent) sind Rückenbeschwerden medizinisch unkompliziert. Hier liegt also keine ernsthafte Erkrankung als Ursache zugrunde. Aber wie erkennt man, ob die eigenen Beschwerden zu dieser Gruppe gehören? Kann man erst einmal selbst versuchen, die Schmerzen wieder loszuwerden oder sollte man besser direkt zum Arzt gehen? Dafür gibt es einige Anhaltspunkte.

Ein Arzttermin ist angebracht, wenn:

  • die Beschwerden zum ersten Mal auftreten
  • oder wenn sie länger als sechs Wochen anhalten
  • oder wenn die Beschwerden wiederkehren oder schlimmer werden
  • oder wenn Vorbeuge- und Behandlungsratschläge zur Selbsthilfe bei Rückenschmerzen nicht weiterhelfen.

Außerdem gibt es bestimmte Krankheitsumstände und Vorerkrankungen, die als Warnsignale (sogenannte Red Flags) gelten.

So sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn die Rückenschmerzen sehr plötzlich auftreten oder Sie zusätzlich zu den Rückenbeschwerden eins oder mehrere der folgenden Symptome bei sich feststellen:

  • zunehmende Muskelschwäche oder Gefühlsstörungen an Armen, Beinen oder im Genitalbereich
  • keine vollständige Kontrolle über Blase und Darm oder Gefühlsstörungen im Gesäßbereich
  • Fieber oder Schüttelfrost
  • starke Schmerzen in den Beinen, die über das Knie oder den Fuß ausstrahlen und mit Taubheit oder Kribbeln verbunden sind
  • unfreiwilliger Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit
  • starke Schmerzen in der Nacht
  • starkes Schwitzen in der Nacht
  • Krebserkrankung in der Vorgeschichte
  • vorangegangener Sturz oder Unfall (vor allem bei höherem Alter, bekannter Osteoporose oder langfristiger Kortison-Therapie)

Diese Symptome können Hinweise auf mögliche ernsthafte Erkrankungen wie Knochenbrüche, Entzündungen oder Nervenschäden im Bereich der Wirbelsäule sein. Auch eine Krebserkrankung kann in bestimmten Fällen Beschwerden im Rücken verursachen.

Durch eine gründliche Befragung (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung können Ärzte erste Hinweise auf solche seltenen gefährlichen Ursachen von Rückenproblemen erkennen und zielgerichtet weitere Untersuchungen oder Behandlungsschritte einleiten.

Welcher Arzt bei Rückenschmerzen weiterhilft

Wenn klar ist, dass man sich mit seinen Rückenbeschwerden ärztliche Hilfe holen sollte, stellt sich die nächste Frage: Welcher Arzt ist der Richtige? Ganz eindeutig lässt sich diese Frage nicht beantworten. Denn welcher Arzt der ausgewiesene Spezialist für Ihre Rückenprobleme ist, hängt von deren Ursachen ab.

Deshalb ist es grundsätzlich empfehlenswert, mit Rückenbeschwerden zunächst zum Hausarzt zu gehen. Dieser kann im Behandlungsverlauf Ihr fester Ansprechpartner bleiben und Sie je nach Bedarf zum Facharzt überweisen. Wenn Ihre Beschwerden eine unkomplizierte Ursache haben, kann der Hausarzt Ihnen oft auch selbst helfen.

Zu einem anderen Facharzt werden Sie überwiesen, wenn der Hausarzt seine Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft hat oder er die Ursache der Schmerzen selbst nicht eindeutig feststellen kann.

Wenn er vermutet, dass die Schmerzen vom Bewegungsapparat, also von Knochen oder Muskeln, ausgehen, kann Ihr Hausarzt Sie zu einem Orthopäden überweisen. Hängt die Ursache wahrscheinlich mit den Nerven zusammen, ist der zuständige Facharzt ein Neurologe. Liegt die Ursache in einer Einengung des Wirbelkanals, wird in der Regel ein Neurochirurg konsultiert. Wenn eine Entzündung die Rückenbeschwerden verursachen könnte, kann ein Rheumatologe hinzugezogen werden. Auch psychische Faktoren können eine Rolle spielen. Wenn Ihr Hausarzt dies vermutet, kann er zusätzlich eine Überweisung zum Psychotherapeuten in Betracht ziehen.

Gegebenenfalls werden auch Spezialisten anderer Fachrichtungen, wie zum Beispiel Schmerztherapeuten und Rehabilitationsmediziner, hinzugezogen. Auch Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten können das Behandlungsteam ergänzen.

Tipps für das Arzt-Patienten-Gespräch bei Rückenschmerzen

Wenn Sie wegen Ihrer Rückenbeschwerden zum ersten Mal beim Arzt sind, wird dieser Sie zunächst ausführlich befragen. Dieses Gespräch zu Beginn der Untersuchung (Anamnese) ist der erste wichtige Baustein auf der Suche nach den möglichen Ursachen für Ihre Schmerzen. Ihr Arzt wird Sie dabei auch fragen, ob bei Ihnen Risikofaktoren für eine ernsthafte Ursache der Beschwerden vorliegen könnten.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie möglichst genau und offen antworten – auch wenn Sie bei einigen Fragen vielleicht nicht direkt nachvollziehen können, was sie mit Ihren Rückenschmerzen zu tun haben.

Damit Sie sich auf das Gespräch mit Ihrem Arzt vorbereiten können, haben wir hier einige mögliche Fragen für Sie aufgelistet:

  • Wo haben Sie Schmerzen? Strahlen sie aus?
  • Haben Sie Gefühlsstörungen? Haben Sie einen Kraftverlust in Armen oder Beinen?
  • Wann sind Ihre Beschwerden zum ersten Mal aufgetreten?
  • Hatten Sie kürzlich einen Unfall oder Sturz?
  • Hatten Sie schon früher einmal Rückenschmerzen?
  • Wodurch werden die Beschwerden stärker oder schwächer (bei Bewegung oder in Ruhe, bei Wärme- oder Kälteeinwirkung)?
  • Wie ist der zeitliche Verlauf der Schmerzen? Treten sie eher tagsüber oder nachts auf?
  • Haben sich die Schmerzen in den letzten Tagen, Wochen oder Monaten verändert?
  • Wie stark sind die Schmerzen? Schränken sie Sie im Alltag ein?
  • Wie sind Sie bisher behandelt worden?
  • Bewegen Sie sich regelmäßig? Treiben Sie Sport?
  • Nehmen Sie dauerhaft bestimmte Medikamente ein?
  • Leiden Sie an einer psychischen Erkrankung, etwa einer Depression?
  • Haben Sie Stress, Ängste oder fühlen Sie sich häufig angespannt oder überarbeitet?

Bereiten Sie sich auf diese möglichen Fragen schon zu Hause vor. Je genauer Sie im Arzt-Patienten-Gespräch Ihre Beschwerden beschreiben können, desto leichter kann Ihr Arzt die richtige Diagnose stellen und so bald wie möglich die für Sie passende Behandlung einleiten. Vielleicht hilft es Ihnen, sich dazu vorher ein paar Stichworte zu notieren. Das macht es Ihnen auch einfacher, sich auf das Gespräch zu konzentrieren. Wenn Sie Fragen an Ihren Arzt haben, sollten Sie sich auch diese unbedingt vorher aufschreiben, um später im Eifer des Gesprächs nichts Wichtiges zu vergessen.

Dem Anamnese-Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung. Dabei wird Ihr Arzt zum Beispiel Ihre Beweglichkeit prüfen, Ihre Reflexe testen und Ihre Muskeln auf Verspannungen abtasten. Durch diese Kombination aus Befragung und körperlicher Untersuchung lässt sich eine ernsthafte Ursache für die Rückenbeschwerden meistens bereits ausschließen. Oft sind dann zunächst keine weiteren Untersuchungen notwendig. 

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