Prävention und Pflege

"GESTALT-kompakt" - Mit Bewegung gegen Demenz

Lesedauer unter 3 Minuten
Eine Seniorengruppe spielt im Freien mit einem großen Tuch

Autor

  • Internetredaktion Barmer

Qualitätssicherung

  • Daniela Beerens (Gesundheitsinformation, Barmer),
  • Tobias Fleuren (Department für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)

„GESTALT“ – Gehen, Spielen und Tanzen als lebenslange Tätigkeiten. Das Projekt basiert auf der Erkenntnis, dass regelmäßige Bewegung und ein aktiver Lebensstil vielfältige positive Effekte auf die Gesundheit  haben und unter anderem dazu beitragen, einer Demenzerkrankung vorzubeugen.

„GESTALT-kompakt“ ist ein Präventionsprojekt der Barmer in Kooperation mit dem Department für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Arbeitsbereich Public Health und Bewegung.

Wissenschaftlicher Hintergrund für das "GESTALT"-Projekt

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass Aktivitäten, die körperliche, geistige und seelische Anreize miteinander verbinden, besonders wirksam sind.

Die Projektziele: Menschen ab 60 Jahren zu mehr Bewegung animieren

  • „GESTALT-kompakt“ führt bisher wenig aktive oder inaktive Menschen ab 60 Jahren, bei denen Risikofaktoren an einer Demenz zu erkranken bestehen, an einen aktiven Lebensstil heran.
  • Dabei sollen die älteren Menschen langfristig in Bewegung gebracht und gehalten werden. Verbunden ist damit das Ziel, die kognitive Leistungsfähigkeit dadurch möglichst lange aufrechtzuerhalten.
  • In den Kommunen werden, im Sinne des Präventionsgesetzes, die strukturellen Voraussetzungen für bedarfsgerechte Bewegungsangebote und deren nachhaltige Verankerung sowie für den Aufbau von Gesundheitsförderungsstrukturen geschaffen.
  • Eine bislang schwer erreichbare Bevölkerungsgruppe – insbesondere auch der sozial isolierten und/oder sozial benachteiligten älteren Menschen – wird gezielt angesprochen und eingebunden. Damit wird gesundheitliche Chancengleichheit gefördert.

"GESTALT" ist ein qualitätsgesichertes Programm

Entwickelt wurde „GESTALT“ vom Department für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Erlangen.

Neben dem sechsmonatigen Bewegungsprogramm „GESTALT“ wurde vom Team der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von Prof. Dr. Alfred Rütten in Anlehnung an den Leitfaden Prävention eine 12-wöchige Kurzversion, „GESTALT-kompakt“, entwickelt, erprobt und evaluiert.

Bei GESTALT handelt sich um ein qualitätsgesichertes Programm, das nun gemeinsam mit der Barmer im Format „GESTALT-kompakt“ für eine Umsetzung in ganz Deutschland erprobt wird.

Welche sind die Inhalte des Programms?

Eine Einheit des GESTALT-kompakt-Programms dauert 90 Minuten. Sie umfasst 60 Minuten angeleitete Bewegung und 30 Minuten integrierte, gruppenbasierte Bewegungsberatung. Im Rahmen der Bewegungsberatung werden mit den GESTALT-Teilnehmern Strategien für einen aktiven Lebensstil erarbeitet.

Im weiteren Verlauf unternimmt die Gruppe zudem Exkursionen zu bereits bestehenden Angeboten (aus den Bereichen Gehen, Spielen und Tanzen) im Lebensumfeld der Teilnehmer. Dies soll ihnen das Kennenlernen von individuell passenden Angeboten und die dauerhafte Aufnahme zusätzlicher Aktivitäten erleichtern.

Wie arbeiten die Kommunen mit der Barmer für das Projekt zusammen?

Die Zusammenarbeit zwischen der teilnehmenden Kommune und der Barmer, unterstützt vom Department für Sportwissenschaft und Sport der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, ist zunächst auf 12 Monate angelegt.

Grundlage bei der Durchführung des Projekts in der Kommune ist die kooperative Planung, zu der Vertreter der Zielgruppe sowie aus Kommune und Politik an einem Tisch zusammenkommen. Ziel der kooperativen Planung ist die Implementierung des GESTALT-Programms. Hier werden unter anderem geeignete Strategien zur Ansprache der Zielgruppen, zur Nachhaltigkeitssicherung sowie zur Etablierung gesundheitsfördernder Strukturen erarbeitet.

Die Kommune bringt sich personell und finanziell ein. Vertreter aus Kommune und Politik übernehmen Verantwortung für „GESTALT“. Ältere Menschen aus der Zielgruppe sind – von der Umsetzung des Bewegungsprogramms über die geeignete Ansprache der Zielgruppe bis hin zur Nachhaltigkeitssicherung und Etablierung gesundheitsfördernder Strukturen – beteiligt.

In der Kommune werden Netzwerke zur nachhaltigen Verankerung von „GESTALT“ aufgebaut.

Die Kommune wird mit Arbeitshilfen und Checklisten, aber auch durch individuelle inhaltliche Beratung und Schulung, bei der Umsetzung unterstützt.

Möglichkeiten der Vernetzung und des Austausches zwischen den Kommunen und Akteuren werden geschaffen.

Welchen Nutzen haben die Kommunen durch das "GESTALT"-Programm?

Die Umsetzung von „GESTALT-kompakt“ ist Auftakt zu einem nachhaltig verankerten Angebot im Sinne der Bewegungs- und Gesundheitsförderung in der Kommune.

Mit „GESTALT-kompakt“ gelingt die Einbindung einer bislang nur schwer erreichbaren Bevölkerungsgruppe. Letztlich wird die körperliche, geistige, seelische aber auch soziale Gesundheit von älteren Menschen über Bewegungsaktivitäten gefördert. Bedarfsgerechte, und somit von der Zielgruppe akzeptierte und genutzte (Bewegungs-)Angebote sowie die hierzu notwendigen Strukturen werden geschaffen. Zudem entsteht bei der Zielgruppe Kenntnis über örtliche Bewegungsmöglichkeiten.

Interessierte Kommunen können sich unter www.gestalt-kompetenzzentrum.de informieren. Bei Interesse an den rechtlichen Grundlagen hält der Leitfaden Prävention entsprechende Informationen bereit.

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