Pflege Praxistipps

Praxistipps zum Thema Wohnumfeld von Pflegebedürftigen

Lesedauer unter 4 Minuten
Eine Frau küsst einen alten Mann auf die Wange

Autor

Juliane Diekmann (Barmer Pflegekasse)

Qualitätssicherung

Ingrid Drolshagen (Barmer Pflegekasse)
Inhaltsverzeichnis

Die Barmer Pflegekasse unterstützt pflegende Angehörige und andere Pflegepersonen umfassend bei der Pflege. Hier geben wir Ihnen einige Praxistipps, die eine Erleichterung im Alltag bieten können.

Automatische Herdabschaltung

Automatische Herdabschaltungen helfen gefährliche Situationen und Herdbrände zu verhindern. Die Herdüberwachungen messen die Temperatur über den Kochplatten und schalten den Herd bei zu hoher Temperatur oder nach einer individuell eingestellten Zeit ab.

Automatische Herdabschaltungen eignen sich beispielsweise für Personen mit Demenz. Sie vergessen möglicherweise, den Herd nach dem Kochen auszuschalten oder einen Topf auf den Herd zu stellen. Es kommt aber auch vor, dass die Beschriftungen an den Schaltern nicht mehr gelesen werden können und der Herd dadurch falsch bedient wird. Manchmal wird in dieser Situation dann einfach der Herd unbrauchbar gemacht, indem die Stromzufuhr gekappt wird. Dies führt aber zu einer deutlich verringerten Lebensqualität.

Mit der Herdüberwachung können die Betroffenen oft noch lange in ihrer eigenen Wohnung bleiben und ihren gewohnten Herd sicher weiter nutzen. Da die Bedienung des Herdes nicht geändert werden muss, ist die Herdüberwachung auch bei fortgeschrittener Demenz ein häufig eingesetztes Hilfsmittel.

Herdüberwachungen können gekauft oder auch gemietet werden. Um die für Sie richtige Lösung zu finden, lassen Sie sich am besten in einem Fachgeschäft beraten.

Eine Kostenübernahme durch die Barmer kann nicht erfolgen.

Staubsauger-Roboter

Hilfe im Haushalt ist immer willkommen. Staubsauger-Roboter bieten die Möglichkeit, die Grundreinigung der Wohnung teilweise zu übernehmen.

Wenn Staubsauger-Roboter richtig eingesetzt werden, können diese vor allem für ältere und gebrechliche Menschen sehr hilfreich sein. Die kleinen Helfer eignen sich am besten für Wohnungen, die sich auf einer Ebene befinden. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Staubsauger-Roboter in erster Linie für Wohnungen zwischen 40 und 80 Quadratmetern geeignet sind.

Staubsauger-Roboter sind zur Unterstützung gedacht und sorgen für eine dauerhafte Grundreinigung der Wohnung. Der wesentliche Vorteil besteht in der eigenständigen und automatischen Arbeitsweise.

Wie bei allen Produkten gibt es auch bei den Roboterstaubsaugern die guten und die schlechten. Lassen Sie sich deshalb vor dem Kauf unbedingt im Fachgeschäft beraten.

Die Barmer kann die Kosten für diese Haushaltshelfer allerdings nicht übernehmen.

Dusch-WC

Ein Dusch-WC ist eine Kombination aus normaler Toilette und Bidet. Es ermöglicht vor allem älteren und gebrechlichen Personen mehr Selbstständigkeit und Hygiene beim Toilettengang.

Dusch-WCs zeichnen sich dadurch aus, dass die Intimhygiene mit Wasser durchgeführt wird. Es wird unterschieden zwischen kompletten Dusch-WCs und Dusch-WC-Aufsätzen, die auf herkömmlichen WC-Schüsseln montiert werden. Um die für Sie richtige Lösung zu finden, lassen Sie sich am besten in einem Sanitärfachgeschäft beraten.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Barmer die Kosten für Dusch-WC-Aufsätze übernehmen. Möglich ist dies bei Menschen, die entweder keine Hände haben oder die aufgrund einer starken Behinderung der oberen Extremitäten die Intimhygiene trotz anderer Hilfsmittel nicht selbstständig durchführen können.

Bodenbelag

Die Anforderungen an Bodenbeläge sind immer von der individuellen Situation abhängig. So stehen für sturzgefährdete Menschen die Anti-Rutsch-Eigenschaften im Vordergrund. Für körperlich geschwächte Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, ist dagegen ein geringer Rollwiderstand wichtig. 

Durch geeignete Bodenbeläge lassen sich Unfälle im häuslichen Bereich reduzieren. Dabei sollte jeder Bodenbelag möglichst strapazierfähig, hygienisch und leicht zu reinigen sein. Hilfreich können beispielsweise sein:

  • Fliesen mit hoher Rutschhemmungsklasse
  • Rutschfeste Natursteinfliesen
  • Selbstklebender Antirutschbelag für das Bad
  • Selbstklebender Antirutschbelag für die Treppe

Die Barmer kann die Kosten für einen rutschhemmenden Bodenbelag im Rahmen der Anpassung des Wohnraums bei Pflegebedürftigen übernehmen oder bezuschussen.

Anpassung Türanschlag

Türanschläge sollten zum Beispiel im Bad so angebracht sein, dass die Tür nach außen geöffnet werden kann. Im Notfall kann die Tür dann auch geöffnet werden, wenn jemand nach einem Sturz oder Kreislaufzusammenbruch hinter der Tür liegt. Kann der Türanschlag nicht nach außen versetzt werden, sind als Alternative auch Schiebetüren denkbar.

Die Barmer kann im Rahmen der Anpassung des Wohnraums bei Pflegebedürftigen die Veränderung des Türanschlags finanziell bezuschussen. Voraussetzung hierfür ist unter anderem, dass sich dadurch der Zugang zu einzelnen Wohnbereichen erleichtern oder die Bewegungsfläche vergrößern lässt.

Orientierungshilfen

Gerade für Menschen mit Demenz kann es hilfreich sein, wenn Schränke oder Türen mit Schildern beklebt werden, auf denen der Inhalt in einfacher Form dargestellt ist. Dies kann ein Foto der Lieblingsschuhe auf dem Schuhschrank oder einer Badewanne auf der Badezimmertür sein. Als besonders wirkungsvoll haben sich Bilder oder die Darstellung von Gegenständen erwiesen, die einen hohen emotionalen Wiedererkennungswert haben.

Die hierfür entstehenden Kosten können von der Barmer nicht übernommen werden.

Mobile Haltegriffe

Mobile Haltegriffe können bei Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Selbstständigkeit effektiv unterstützen.

Insbesondere das Badezimmer kann leicht zur Sturzfalle werden. Kleine Hilfen tragen dazu bei, dass in Dusche und WC alles bestmöglich gesichert ist. Mobile Haltegriffe müssen nicht mit Hilfe von Schrauben und Dübeln angebracht werden. Eingriffe in die Bausubstanz sind somit nicht erforderlich. Sie werden stattdessen mit extrem starken Vakuum-Saugtellern befestigt. Eine integrierte Sicherheitsanzeige signalisiert, wann die Haltekraft nicht mehr gewährleistet und eine Erhöhung des Vakuums nötig ist. Da diese Griffe nicht fest montiert werden müssen, können sie problemlos auch auf Reisen mitgenommen werden.

Tipp: Achten Sie darauf, dass diese Produkte eine TÜV-Zertifizierung besitzen.

Mobile Haltegriffe können im Sanitätshandel erworben werden. Eine Kostenübernahme durch die Barmer ist jedoch nicht möglich.

Barmer Chat

Chat für Versicherte (geschlossen)

Sind Sie bei Meine Barmer registriert?
Loggen Sie sich vor dem Start des Chats für eine persönliche und datenschutzsichere Beratung ein und profitieren Sie außerdem von unseren erweiterten Chat-Zeiten.

Der Chat ist erreichbar jeweils von Montag - Freitag zwischen:
08:00 - 09:00 Uhr
12:00 - 13:00 Uhr
16:00 - 18:00 Uhr

Chat für Interessenten

Ich habe keine eigene Mitgliedschaft bei der Barmer und bin an den Vorteilen interessiert.

Nutzen Sie unseren Chat für Interessenten im Bereich "Mitglied werden"


E-Mail

Meine Barmer

Nutzen Sie das Online-Postfach bei Meine Barmer zur persönlichen und datenschutzsicheren Kommunikation.

Zum Online-Postfach

Kontaktformular

Noch kein Online-Postfach? Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Zum Kontaktformular

E-Mail an die Barmer

Senden Sie uns eine Nachricht an service@barmer.de

E-Mail für Interessenten

Sie sind noch nicht (selbst) bei der Barmer versichert und haben Interesse an einer Mitgliedschaft bei uns? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an neukunde@barmer.de

Quellenangaben

Webcode: s050090 Letzte Aktualisierung: 08.12.2016
Nach oben