Pflegende Angehörige

Fragen an den Apotheker: Wie lange sind Medikamente nach Anbruch haltbar?

Lesedauer unter 2 Minuten
Menschen stehen in der Warteschlange vor einer Apotheke

Autor/in

Hidajete Gashi (Redakteurin, Bibliomed)

Qualitätssicherung

Juliane Diekmann (Diplom-Pflegewissenschaftlerin, Barmer Pflegekasse)
Inhaltsverzeichnis

Ob ein von einer Ärztin oder einem Arzt verschriebenes oder ein in der Apotheke selbst gekauftes Medikament: Oftmals fragt man sich, wie lange Medikamente nach Anbruch noch haltbar sind. Worauf muss man hier achten? Wo sieht man, wie lange das Medikament noch verwendet werden darf? Diese und weitere Fragen nach der Haltbarkeit beantwortet der Apotheker Thomas Preis. Er ist Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e. V. und leitet eine Apotheke in Köln.

Arzneimittel sind hochempfindliche Produkte. Falsche Lagerung und eine unsachgemäße Entnahme können ihre Qualität negativ beeinträchtigen. Verfallene Arzneimittel verlieren zudem ihre Wirksamkeit. Im Gegensatz zu Lebensmitteln – da spricht man von einer Mindesthaltbarkeit – haben Arzneimittel ein genaues Verwendbarkeitsdatum. Abgelaufene Medikamente sollen aus Gesundheitsgründen grundsätzlich nicht mehr eingenommen werden. 

Wie lange halten sich Medikamente?

Dazu kann man keine pauschalen Aussagen machen. Deshalb schauen Sie immer genau auf die Arzneimittelpackung. Hier ist die Haltbarkeit aufgedruckt. Aber die Verwendbarkeit von Medikamenten nach Anbruch hängt meistens von ihrer Darreichungsform ab. Tabletten, Kapseln und Pillen halten sich meist auch nach Anbruch der Packung bis zum aufgedruckten Datum, während Salben, Cremes und Gele oft nur drei bis sechs Monate und Säfte sogar nur wenige Tage nach Anbruch haltbar sind.

Was ist bei bereits geöffneten Arzneimittelpackungen zu beachten?

Bei Arzneimitteln, die nach dem ersten Öffnen für Bakterien anfällig sind (z. B. Augentropfen), ist auf der Packungsbeilage angegeben, wie lange sie nach der ersten Anwendung noch weiter eingenommen werden dürfen. Um dies nachhalten zu können, ist es ratsam, das Öffnungsdatum auf der Verpackung zu notieren. Die Einzeldosis sollte sorgfältig und unter hygienischen Bedingungen entnommen werden. Bei flüssigen Arzneimitteln ist zudem darauf zu achten, dass Restbestände nach Anbruch möglichst nicht durch Kontakt mit den Händen oder mit Gegenständen verschmutzt werden. Schließen Sie das Behältnis anschließend wieder gut zu. Eventuell sind auch spezielle Hinweise für die Lagerung nach erstem Gebrauch des Medikaments auf der Verpackung und im Beipackzettel aufgeführt.

Woran lassen sich nicht mehr verwendbare Arzneimittel erkennen?

Bei folgenden Anzeichen sollten Sie Arzneimittel grundsätzlich nicht mehr einnehmen oder anwenden:

  • Verflüssigung oder Verfärbung von Gelen, Cremes, Salben und Zäpfchen
  • Verfärbungen oder Risse bei Tabletten
  • Aufgeblähte Verpackungen
  • Geruchsentwicklung
  • Ausflockungen einer Flüssigkeit oder Trübungen

Wichtige Hinweise zur Haltbarkeit und Verwendbarkeit von Arzneimitteln stehen auch im Beipackzettel des Arzneimittels. Wenn Sie ein neues Arzneimittel erhalten, lassen Sie sich am besten direkt in der Apotheke zur Haltbarkeit und zu den verschiedenen Möglichkeiten, angebrochene Packungen aufzubewahren, beraten. Sehr wichtig ist auch, zumindest zweimal im Jahr alle Medikamente in der Hausapotheke auf ihre Haltbarkeit zu überprüfen. 

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Quellenangaben

Webcode: a005842 Letzte Aktualisierung: 08.10.2020
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