Organspendeausweis

Das Transplantationsgesetz – Die gesetzliche Grundlage

Lesedauer unter 2 Minuten
Büroklammern liegen verteilt auf einem Blatt Papier

Autor

almeda GmbH

Qualitätssicherung

Dr. med. Marion Paskuda (Praktische Ärztin)

Seit dem 1. November 2012 gibt es das Transplantationsgesetz, das die "Entscheidungslösung" vorsieht.

Ihre Entscheidung zählt

Das Transplantationsgesetz von 2012 sieht vor, dass alle Krankenkassen ihre Versicherten ab 16 Jahren in regelmäßigen Abständen schriftlich über die Organspende informieren und sie dazu ermuntern, ihre Entscheidung mit einem Organspendeausweis zu dokumentieren.

Den Organspendeausweis bekommen Sie nicht nur von ihrer Krankenkasse ausgehändigt, sondern z.B. auch in den Pass- und Bürgerämtern.

Der Organspendeausweis bietet die Möglichkeiten:

  • der Organ- und/oder Gewebeentnahme grundsätzlich zuzustimmen beziehungsweise ihr zu widersprechen
  • die Entnahme nur bestimmter Organe oder Gewebe zu erlauben oder zu untersagen
  • die Entscheidung einer Vertrauensperson zu überlassen

Die im Organspendeausweis getroffene Wahl soll zu einem späteren Zeitpunkt auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden können.  Aktuell wir die Entscheidung bei keiner Stelle registriert, sondern wenn, dann lediglich im Organspendeausweis und/oder gegebenenfalls der Patientenverfügung dokumentiert.

Erweiterte Zustimmungsregelung

In Deutschland gilt die sogenannte "erweiterte Zustimmungsregelung". Das bedeutet, ohne eine Einverständniserklärung des Spenders ist keine Organentnahme möglich. Der Zusatz "erweitert" meint, dass auch die Angehörigen des Verstorbenen erklären können, dass der Betroffene mit einer Organspende einverstanden wäre, auch wenn kein Spenderausweis vorliegt.

Versicherungsschutz für Lebend-Spender

Seit 2012 soll ein verbesserter Versicherungsschutz für Lebend-Spender deren Spendenbereitschaft erhöhen. So hat jeder von ihnen einen Anspruch gegen die Krankenkasse des Empfängers. Das gilt insbesondere für die Krankenbehandlung, aber auch für Vor- und Nachbetreuung und Krankengeld in Höhe des Nettoverdienstes. Zudem wurde der Versicherungsschutz im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung erweitert.

Transplantationsbeauftragte für jedes Krankenhaus

Eine weitere Neuerung 2012 war die flächendeckende Einführung von Transplantationsbeauftragten in Kliniken mit Intensivstation. Transplantationsbeauftragte sind Ärzte, zu deren Aufgaben es gehört, auf in Frage kommende Organspender aufmerksam zu machen, Gespräche mit deren Angehörigen zu führen und das Klinikpersonal fortzubilden.

Andere Länder, andere Regelungen

In Österreich, Spanien oder Italien gilt die "Widerspruchsregelung". Diese bedeutet, dass zunächst jeder Mensch ein potentieller Organspender ist. Es sei denn, er legt zu Lebzeiten ausdrücklich Widerspruch dagegen ein. In Frankreich und Schweden wiederum wird die "Informationsregelung" praktiziert. Sie geht von der gleichen Grundlage wie die "Widerspruchsregelung" aus und wird durch die Verpflichtung, die Angehörigen von der Organentnahme zu unterrichten, ergänzt. Ein Einspruchsrecht nach dem vermuteten Willen des Verstorbenen oder nach dem eigenen Empfinden steht ihnen jedoch nicht zu. Es gilt ausschließlich der zu Lebzeiten dokumentierte Widerspruch des Patienten.


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