Organspende

Organspende: Wie wichtig es ist, eine Entscheidung zu treffen

Lesedauer unter 2 Minuten
Vater und Sohn geben sich einen Handschlag

Autor/in

  • Barmer Internetredaktion
  • almeda GmbH

Qualitätssicherung

  • Daniela Beerens (Gesundheitsinformation, Barmer)
  • Ralf Zindler (Barmer)

Jeder Mensch kann eines Tages plötzlich selbst auf eine Transplantation angewiesen sein oder über die Organspende eines Angehörigen entscheiden müssen.

Für mehr als 9.000 Menschen ist Transplantation die letzte Rettung

In Deutschland warten derzeit mehr als 9.000 Menschen auf ein Spenderorgan, weil ihre eigenen Organe aufgrund lebensbedrohlicher Krankheiten oder eines Unfalls nicht mehr richtig funktionieren. Für sie ist eine Transplantation häufig die letzte Rettung. Im Jahr 2020 starben über 760 Menschen, die auf der Warteliste standen.

Die meisten Menschen, die auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen, warten auf eine Nierentransplantation.

Immer mehr Menschen besitzen einen Organspendeausweis

Im vergangenen Jahr waren es 39 %. Jeder sollte sich zu Lebzeiten mit dem Thema Organspende befassen und eine Entscheidung treffen. Damit der persönliche Wille im Akutfall auch umgesetzt wird, ist es allerdings wichtig, diesen schriftlich, am besten in einem Organspendeausweis, festzuhalten und seine Angehörigen darüber zu informieren. Genau das machen nur wenige.

Mehr als 80 % stehen der Organ- und Gewebespende eher positiv gegenüber, das zeigt eine bundesweite Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2020. Über 60 % haben ihre persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende getroffen. Lediglich 44 % haben allerdings ihre Entscheidung schriftlich auf einem Organspendeausweis oder in einer Patientenverfügung dokumentiert. 18 % der Bevölkerung haben eine Entscheidung getroffen, aber diese nicht dokumentiert.

Der Ausweis entlastet Angehörige im Ernstfall

Nur wer einen Organspendeausweis ausgefüllt oder seine Angehörigen über seinen Willen informiert hat, schützt sie davor, diese Entscheidung stellvertretend treffen zu müssen. Wenn man sich zu Lebzeiten nicht für oder gegen Organspende entschieden hat und am Hirntod verstirbt, dann müssen die Angehörigen über eine Organspende entscheiden. Gerade zu diesem schweren Zeitpunkt ist es für die meisten Menschen aber eine große Belastung, eine solche Entscheidung für den Verstorbenen zu treffen. Das ist sehr gut nachvollziehbar und sollte möglichst jedem erspart bleiben.

In den meisten Fällen sind die Angehörigen bei der Entscheidung auf sich allein gestellt und müssen mit dem Zweifel leben, gegen den Willen des Angehörigen gehandelt zu haben. Organspende ist eine Entscheidung, die selbstbestimmt und aus dem Leben heraus getroffen werden sollte.

Online ausdrucken und einfach ausfüllen

  1. Drucken Sie den Flyer "Ihr persönlicher Organspendeausweis" (PDF, 221 KB) aus.
    Trennen Sie den dort enthaltenen Organspendeausweis an der dafür vorgesehenen Perforation raus, füllen Sie den Organspendeausweis aus und unterschreiben Sie ihn.
  2. Legen Sie den Organspendeausweis zu Ihren persönlichen Papieren (Ausweis, Führerschein etc.) in Ihr Portemonnaie oder Ihre Handtasche. Informieren Sie Ihre Angehörigen oder andere vertraute Personen über Ihre Entscheidung.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet Organspendeausweise in weit über 20 Sprachen zum Herunterladen an.

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