Medikamente und Arzneimittel

Was kann passieren, wenn ich mehrere Medikamente einnehme?

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Redaktion

  • Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

  • Heidi Günther (Apothekerin bei der Barmer)

Medikamente wirken nicht nur im Körper, sondern auch untereinander. Sie schwächen gegenseitig ihre Wirkungen ab oder verstärken sie. Auch die Patienten selbst sollten daher darauf achten, was sie verschrieben bekommen.


Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antibiotika – 14 Medikamente schluckt der durchschnittliche Kassenpatient im Jahr. Acht davon verschreibt der Arzt, sechs Präparate kauft der Patient sich im Alleingang dazu. Der Mix kann gefährlich werden. Je mehr Medikamente eingenommen werden, desto größer ist die Gefahr für Wechselwirkungen (Interaktionen). Dabei kann die Wirkung eines Medikamentes verstärkt oder abgeschwächt, verlängert oder verkürzt werden.

Häufiges Problem: Die Therapieempfehlungen verschiedener Fachärzte für einzelne Erkrankungen sind oft nicht untereinander abgestimmt. Die meisten Ärzte überblicken bei der Behandlung in der Regel nur ihr Fachgebiet: Der Gastroenterologe behandelt die Gallensteine, der Diabetologe den erhöhten Zucker, der Urologe die vergrößerte Prostata. Ob sich die dabei verordneten Medikamente untereinander vertragen, ist oft zweitrangig. Doch was gut für die Behandlung der einen Krankheit ist, kann andere gesundheitliche Probleme verschlimmern.

Zusätzlich zu den verordneten Medikamenten nehmen Patienten häufig auch noch frei verkäufliche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel ein – auch sie können die Wirkung von Medikamenten verändern. Johanniskraut aktiviert in der Leber Enzyme, die am Abbau vieler Medikamente beteiligt sind. Das betrifft Immunsuppressiva, Gerinnungshemmer, Antibiotika und wahrscheinlich auch die Anti-Baby-Pille, sodass diese nicht mehr ausreichend wirken können. Auch manche Lebensmittel, allen voran Grapefruit, interagieren mit Medikamenten. Wer befürchtet, dass seine Mittel mit anderen Inhaltsstoffen und Arzneien kollidieren, sollte sich vom Apotheker oder Hausarzt beraten lassen.

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