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Weißer Hautkrebs

Lesedauer unter 4 Minuten

Autor/in

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Inhaltsverzeichnis

Es gibt verschiedene Arten von weißem Hautkrebs. Sie kommen viel häufiger vor als schwarzer Hautkrebs (Melanom). Weißer Hautkrebs wächst sehr langsam, breitet sich nur selten im Körper aus und kann normalerweise vollständig entfernt werden. Wir informieren über Anzeichen, Verlauf, Früherkennung und Behandlungen.

Was ist Weißer Hautkrebs?

Basalzellkarzinom (Basalzellkrebs, Basaliom) und Plattenepithelkarzinom (Stachelzellkarzinom, Spinaliom oder Plattenepithelkrebs) werden oft unter dem Begriff „weißer Hautkrebs“ zusammengefasst. Mit dieser Beschreibung werden sie vom schwarzen Hautkrebs (Melanom) abgegrenzt, der häufig einem dunklen Muttermal oder Leberfleck ähnelt.

Weißer Hautkrebs ist deutlich häufiger als schwarzer. Die Hautveränderungen können aber meist vollständig entfernt werden und der Krebs breitet sich nur selten im Körper aus.

Welche Symptome können auftreten?

Weißer Hautkrebs kann ganz unterschiedlich aussehen und sich entsprechend unterschiedlich bemerkbar machen: Die betroffene Stelle kann sich schuppen, verfärben oder uneben werden. Deshalb ist es schwer, zwischen einem Hauttumor und anderen Hautveränderungen zu unterscheiden. Weißer Hautkrebs entwickelt sich vorwiegend an Hautstellen, die häufig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind – etwa am Kopf, am Hals oder am Dekolleté.

Manchmal fällt ein weißer Hautkrebs auf, weil die Hautstelle juckt oder anfängt zu bluten. Ansonsten verursacht weißer Hautkrebs lange Zeit keine Beschwerden. Falls er jedoch größer wird, tiefer ins Gewebe eindringt oder sich im Körper ausbreitet, kommt es zu weiteren Symptomen – vor allem Schmerzen.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es bei Weißer Hautkrebs?

Es gibt verschiedene Faktoren, die weißen Hautkrebs begünstigen. Viel Sonne ist der bedeutendste von ihnen, aber auch der Hauttyp oder bestimmte Krankheiten spielen eine Rolle.

Wer ist von Weißer Hautkrebs betroffen?

Das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom zählen zu den häufigsten Krebsarten. Groben Schätzungen zufolge erkrankten in Deutschland im Jahr 2014 etwa 85.400 Männer und etwa 83.700 Frauen an einem Basalzellkarzinom. Ein Plattenepithelkarzinom bekamen in dieser Zeit etwa 29.300 Männer und etwa 20.100 Frauen. Männer erkranken also insgesamt etwas häufiger an weißem Hautkrebs.

Das Risiko für weißen Hautkrebs steigt mit dem Alter. Im Durchschnitt sind Menschen mit einem Basalzellkarzinom um die 60 und Personen mit einem Plattenepithelkarzinom um die 70 Jahre alt.

Wie ist der Krankheitsverlauf?

Ein Basalzellkrebs wächst langsam und bildet in der Regel keine Absiedlungen (Metastasen) in anderen Organen. Er kann aber in tiefere Gewebe eindringen, wenn er lange unerkannt bleibt, und ist dann schwieriger zu behandeln. Von 1000 erkrankten Personen stirbt etwa eine an dem Tumor.

Das Plattenepithelkarzinom ist aggressiver als das Basalzellkarzinom. Es wächst ebenfalls an der Stelle weiter, an der es entstanden ist, und zerstört dabei nach und nach das benachbarte Gewebe. Ohne Behandlung besteht zudem die Gefahr, dass der Krebs streut. Etwa 40 bis 50 von 1000 Erkrankten sterben an dem Tumor.

Insgesamt sterben in Deutschland pro Jahr schätzungsweise 435 Männer und 351 Frauen mit weißem Hautkrebs.

Wie wird die Diagnose Weißer Hautkrebs gestellt?

Ärztinnen und Ärzte erkennen weißen Hautkrebs oft mit bloßem Auge. Um die Stelle genau betrachten zu können, verwenden sie zusätzlich oft ein sogenanntes Dermatoskop. Das Gerät funktioniert wie eine beleuchtete, stark vergrößernde Lupe.

Bei Verdacht auf weißen Hautkrebs wird die Hautveränderung und etwas umgebendes Gewebe entfernt. Manchmal wird vorher geprüft, ob es sich tatsächlich um weißen Hautkrebs handelt. Dazu wird eine Gewebeprobe entnommen und unter dem Mikroskop genau untersucht. Weitere Untersuchungen wie eine Ultraschalluntersuchung der benachbarten Lymphknoten sind meist nur nötig, wenn die Möglichkeit besteht, dass der Krebs bereits gestreut hat.

Welche Früherkennungsuntersuchungen gibt es?

Eine Früherkennung (Hautkrebs-Screening) richtet sich an eine möglichst große Gruppe noch nicht erkrankter Menschen – bei der Hautkrebs-Früherkennung ab einem Alter von 35 Jahren. Die Untersuchung wird alle zwei Jahre angeboten. Sie soll helfen, Krebsvorstufen zu erkennen und einen Tumor zu entdecken, bevor er in umliegendes Gewebe eingewachsen ist oder Metastasen gebildet hat. Das Ziel ist, ihn so besser behandeln und vollständig heilen zu können.

Zur Hautkrebs-Früherkennung sieht sich eine Ärztin oder ein Arzt die Haut von Kopf bis Fuß mit dem bloßen Auge genau an. Für eine sorgfältige Untersuchung müssen auch Hautfalten und Schleimhäute betrachtet werden.

Unabhängig vom Hautkrebs-Screening kann man auch selbst nach Hautveränderungen Ausschau halten und auffällige Stellen ärztlich untersuchen lassen.

Welche Möglichkeiten der Vorbeugung gibt es?

Einen sicheren Schutz vor weißem Hautkrebs gibt es nicht. Generell ist es vernünftig, übermäßige ultraviolette (UV-)Strahlung zu vermeiden. Dies bedeutet vor allem, nicht zu lange ungeschützt in die Sonne zu gehen und auf Solariumbesuche zu verzichten.

Wie wird Weißer Hautkrebs behandelt?

Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom lassen sich vor allem im Frühstadium oft mit einem kleinen Eingriff vollständig entfernen. Wenn ein Hauttumor nicht mehr operiert werden kann, kommen auch eine Bestrahlung oder Arzneimittel infrage. Ist ein Tumor tiefer eingewachsen, sind größere Eingriffe nötig.

Weitere Informationen

Das Plattenepithelkarzinom der Haut und seine Vorstufe – die sogenannte aktinische Keratose – sind seit Anfang 2015 als Berufskrankheit anerkannt. Denn wer sich durch seine Arbeit viel draußen aufhält und dadurch häufig UV-Strahlung ausgesetzt ist, hat ein erhöhtes Risiko, an dieser Form des weißen Hautkrebses zu erkranken.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gibt Hinweise für Nutzerinnen und Nutzer von Solarien.

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

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