Lexikon Krankheiten A-Z

Lesedauer unter 5 Minuten

Sehnenreizung

Lesedauer unter 5 Minuten

Autor/in

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Inhaltsverzeichnis

Wird eine Sehne oft belastet, etwa beim Sport oder im Beruf, kann sie gereizt sein und schmerzen. Sehnenreizungen treten häufig im Bereich der Schulter und Ellenbogen auf, am Bein vor allem am Knie und an der Achillessehne. Wichtig ist es, die Sehne zu schonen und dann mit Dehnübungen wieder an Belastungen zu gewöhnen.

Was ist Sehnenreizung?

Wenn eine Sehne häufig beansprucht wird, kann sie irgendwann überlastet sein und schmerzen. Wichtig ist dann, die gereizte Sehne einige Zeit zu schonen. Danach wird sie oft mit speziellen Dehnübungen allmählich wieder an Belastungen gewöhnt.

Sehnen bestehen aus festem Bindegewebe und verbinden Muskeln und Knochen. Sehnenreizungen treten häufig im Bereich der Schultern und Ellenbogen auf. Am Bein sind vor allem die Sehnen am Knie und die Achillessehne am Unterschenkel betroffen. Ursache sind meist gleichförmige wiederholte Bewegungen, etwa beim Sport.

Wenn eine Sehne durch eine ungewohnt starke Belastung plötzlich ein- oder abreißt, spricht man von einer akuten Sehnenverletzung. Wenn statt der Reizung eher eine Entzündung der Sehne oder des umliegenden Gewebes im Vordergrund steht, kann dies durch andere Erkrankungen verursacht worden sein. Beispiele hierfür sind Gicht, Rheuma oder eine bakterielle Infektion.

Welche Symptome können auftreten?

Eine Sehnenreizung macht sich durch Schmerzen bemerkbar – vor allem, wenn die Sehne gedehnt wird oder man den zugehörigen Muskel anspannt. Zum Beispiel schmerzt die Achillessehne, wenn man sich auf die Zehenspitzen stellt. Die Schmerzen treten oft an der Stelle auf, wo eine Sehne mit dem Knochen verbunden ist (sogenannte Ansatztendinose).

Außerdem kann es schmerzen, wenn man direkt auf die gereizte Sehne drückt. Sie kann aber auch in Ruhe wehtun.

Durch die Schmerzen ist oft die Bewegung eingeschränkt. Zusätzlich kann der gereizte Bereich auch verhärtet oder etwas geschwollen sein.

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es bei Sehnenreizung?

Ursache für eine Sehnenreizung ist meist eine mechanische Überbelastung der Sehne. Es kommt dadurch zu kleinen Verletzungen und verminderter Durchblutung. In der Folge treten Verklebungen und Verkalkungen im Sehnengewebe hinzu.

Zu mechanischen Überbelastungen kommt es, wenn man regelmäßig die gleichen Bewegungen ausführt – etwa beim Sport. Zum Beispiel können die Armschwünge oder -schläge beim Golf oder Tennis auf Dauer die Sehnen am Ellenbogen reizen. Laufen kann zur Überlastung der Achillessehne führen. Sportarten wie Volley- oder Basketball, bei denen viel gesprungen wird, führen oft zu Sehnenbeschwerden im Knie. Zu Überlastungen kann es aber auch durch andere Hobbies oder den Beruf kommen, etwa durch langes Arbeiten mit der Maus am Computer.

Eine Sehnenreizung kann aber auch durch Fehlstellungen der Füße oder ungeeignete Schuhe begünstigt werden. Auch Diabetes, Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis und Arthrose, Autoimmunerkrankungen, die das Sehnengewebe angreifen (Kollagenosen), sowie Rauchen und Übergewicht gelten als Risikofaktoren. Sehr selten können Sehnenreizungen als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten, etwa bestimmten Antibiotika.

Häufigkeit und Verlauf

Sehnenreizungen kommen mit zunehmendem Alter häufiger vor. Bei jüngeren wie älteren Menschen sind vor allem Arme und Schultern betroffen – bei Sportlerinnen und Sportlern sind es insgesamt vor allem Knie und Füße.

Viele Menschen schonen eine gereizte Sehne automatisch, und meist klingen die Beschwerden dann nach einigen Wochen ab. Wird die Sehne danach wieder überstrapaziert, kann die Reizung jedoch erneut auftreten. Wenn man die Sehne nicht lange genug schont, kann sich das gereizte Gewebe nicht erholen. Dann steigt das Risiko, dass die Sehne irgendwann ein- oder abreißt.

 

Grafik: Körperbereiche, an denen Sehnenreizungen häufig auftreten, im Vergleich

Körperbereiche, an denen Sehnenreizungen häufig auftreten, im Vergleich

Wie wird die Diagnose Sehnenreizung gestellt?

Wenn bestimmte Bewegungen immer wieder schmerzen, kann es sich um eine Sehnenreizung handeln. Bei der Untersuchung des betroffenen Bereichs fragt die Ärztin oder der Arzt deshalb auch nach Sportarten, Beruf oder Hobbies, die zu einer Überlastung der Sehne geführt haben könnten. Passen die Beschwerden und häufige Belastungen zusammen, reicht das meist, um die Diagnose zu stellen.

Um sicherzugehen, wird manchmal eine Ultraschalluntersuchung gemacht, um Hinweise für eine Reizung wie etwa kleine Verkalkungen in der Sehne zu finden. Röntgen- oder Kernspinuntersuchungen sind nur nötig, falls eine andere Erkrankung ausgeschlossen werden soll.

Wie wird Sehnenreizung behandelt?

Am wichtigsten ist es zunächst, die gereizte Sehne zu schonen. Um die belastenden Bewegungen zu vermeiden, sind manchmal Schienen oder Verbände sinnvoll. Nach einer etwa 3- bis 6-wöchigen Schonungsphase wird die Sehne in der Regel mit Physiotherapie allmählich wieder an normale Belastungen gewöhnt.

Oft werden zusätzliche Verfahren angewendet, die die Erholung der Sehne fördern und die Beschwerden lindern sollen. Infrage kommen zum Beispiel Ultraschallbehandlungen, Massagen oder Elektrotherapie. Schmerzmedikamente können für begrenzte Zeit sinnvoll sein.

Bessern sich die Beschwerden nicht, kommen auch Kortisonspritzen oder ein chirurgischer Eingriff infrage, bei dem geschädigtes Gewebe entfernt oder Verklebungen gelöst werden. Diese Behandlungen haben allerdings Risiken.

Wie verändert sich der Alltag?

Ein Bein oder einen Arm zu schonen, ist im Alltag oft schwierig. Um Belastungen möglichst gering zu halten, hilft es, Prioritäten zu setzen: So lassen sich anstrengende Tätigkeiten wie Fensterputzen, Gartenarbeit oder der Großeinkauf vielleicht verschieben – oder mit Unterstützung von Familie, Freunden oder Nachbarn erledigen.

Es ist auch wichtig zu wissen, welche Bewegungen genau vermieden werden sollen: Beim Autofahren strengt man sich zwar körperlich kaum an – vielleicht schadet aber gerade das Treten von Kupplung oder Gaspedal. Im Zweifel kann zum Beispiel die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut erklären, welche Bewegungen die Sehne reizen und welche nicht. Im Rahmen einer Ergotherapie können schonendere Bewegungen im beruflichen Alltag erlernt werden.

Sportlerinnen und Sportler, die sich um ihre Kondition sorgen, können auf Sportarten ausweichen, die die angegriffene Sehne weniger belasten als ihr übliches Training. Manchmal lässt sich die Sportart auch etwas schonender ausüben – etwa durch eine weniger belastende Technik. Sportmedizinerinnen oder -mediziner können dazu beraten.

Weitere Informationen

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

Barmer Chat

Chat für Versicherte (geschlossen)

Sind Sie bei Meine Barmer registriert?
Loggen Sie sich vor dem Start des Chats für eine persönliche und datenschutzsichere Beratung ein und profitieren Sie außerdem von unseren erweiterten Chat-Zeiten.

Der Chat ist erreichbar jeweils von Montag - Freitag zwischen:
08:00 - 09:00 Uhr
12:00 - 13:00 Uhr
16:00 - 18:00 Uhr

Chat für Interessenten

Ich habe keine eigene Mitgliedschaft bei der Barmer und bin an den Vorteilen interessiert.

Nutzen Sie unseren Chat für Interessenten im Bereich "Mitglied werden"


E-Mail

Meine Barmer

Nutzen Sie das Online-Postfach bei Meine Barmer zur persönlichen und datenschutzsicheren Kommunikation.

Zum Online-Postfach

Kontaktformular

Noch kein Online-Postfach? Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Zum Kontaktformular

E-Mail an die Barmer

Senden Sie uns eine Nachricht an service@barmer.de

E-Mail für Interessenten

Sie sind noch nicht (selbst) bei der Barmer versichert und haben Interesse an einer Mitgliedschaft bei uns? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an neukunde@barmer.de

Quellenangaben

Zertifizierung

Auf unsere Informationen können Sie sich verlassen. Sie sind hochwertig und zertifiziert. Dafür haben wir Brief und Siegel.

Redaktionelle Grundsätze
Webcode: a005809 Letzte Aktualisierung: 19.11.2020
Nach oben