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Osteoporose

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Autor

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Inhaltsverzeichnis

Schwache Knochen, die leichter brechen: So zeigt sich Osteoporose, auch Knochenschwund genannt. Ein Abbau von Knochensubstanz ist mit zunehmendem Alter normal – bei Osteoporose beschleunigt sich dieser Prozess jedoch. Osteoporose kann vor allem für ältere Menschen zum Problem werden, da bei ihnen auch das Sturzrisiko erhöht ist.

Was ist Osteoporose?

Schwache Knochen, die leichter brechen: So zeigt sich Osteoporose, auch Knochenschwund genannt. Ein Abbau von Knochensubstanz ist mit zunehmendem Alter normal – bei Osteoporose beschleunigt sich dieser Prozess jedoch. Osteoporose kann vor allem für ältere Menschen zum Problem werden, weil Knochenbrüche im Alter schlechter ausheilen und meist schwerwiegendere Folgen haben als bei jungen Menschen. Frauen haben insgesamt häufiger Osteoporose als Männer und verlieren oft schon in jüngeren Jahren Knochenmasse.

Älter zu werden bedeutet keineswegs, dass man automatisch eine Osteoporose bekommt. Das Risiko wird mit zunehmendem Alter jedoch höher. Menschen über 70 haben häufiger eine niedrige Knochendichte. Zudem steigt im höheren Alter auch das Sturzrisiko, was die Gefahr von Knochenbrüchen zusätzlich erhöht.

Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Knochen zu schützen und zu kräftigen – auch dann noch, wenn man bereits älter ist.

Welche Symptome können auftreten?

Eine Osteoporose bleibt zunächst oft unbemerkt. Manchmal gibt es auch sichtbare Anzeichen dafür, dass ein Mensch Osteoporose hat – er wird zum Beispiel etwas kleiner und hat eine gebückte Haltung. Oft ist aber der erste Hinweis auf eine Osteoporose ein Knochenbruch, auch ohne äußere Einwirkung. Einen solchen Bruch bezeichnet man als Spontanfraktur.

Welche Ursachen hat Osteoporose?

Das Innere der Knochen besteht aus einem Gerüst aus feinen Knochenbälkchen (Trabekel). Dieses innere Knochengerüst ist wie ein Schwamm aufgebaut und heißt Spongiosa.

Osteoporose entsteht, wenn sich viele Knochenbälkchen zurückbilden: Dann entstehen in der Spongiosa größere Hohlräume und die Knochen werden porös. Ihre Feinstruktur verändert sich und sie werden spröde. Bei manchen Menschen werden die Knochen so brüchig, dass manchmal schon ein Stolpern oder das Heben einer schweren Einkaufstasche zum Bruch eines Wirbelkörpers führt.

Grafik: links gesunder, rechts brüchiger Knochen bei starker Osteoporose - wie im Text beschrieben

 Struktur gesunder und osteoporotischer Knochen im Vergleich

Auch ohne Osteoporose baut sich die Knochensubstanz schon nach dem 30. Lebensjahr allmählich ab. Ungefähr ab 50 beschleunigt sich dieser Prozess, vor allem bei Frauen: Bis zu den Wechseljahren schützt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen die Knochen, denn es verlangsamt ihren Abbau. Wenn der Hormonspiegel sinkt, geht dieser Schutz verloren und der Knochen wird schneller abgebaut.

Wenn keine Ursache für den Knochenabbau festgestellt werden kann, wird dies als primäre Osteoporose bezeichnet. Von einer sekundären Osteoporose spricht man, wenn die Knochen zum Beispiel infolge einer Erkrankung oder durch eine dauerhafte Kortison-Einnahme brüchig geworden sind.

Was sind Risikofaktoren für Osteoporose?

Es gibt verschiedene Faktoren, die das Risiko für eine Osteoporose erhöhen. Einige davon lassen sich beeinflussen, andere nicht. Zu den Hauptrisikofaktoren für Osteoporose zählen:

  • Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Knochendichte ab und das Risiko für Osteoporose steigt. Ein erhöhtes Risiko besteht für Männer über 65 Jahre und Frauen nach den Wechseljahren.
  • Geschlecht: Frauen entwickeln häufiger eine Osteoporose und haben auch ein höheres Risiko für Knochenbrüche als Männer.
  • Geringes Körpergewicht (im Verhältnis zur Körpergröße)
  • Kalziumarme Ernährung
  • Vitamin-D-Mangel
  • Bewegungsmangel
  • Familiäres Risiko: Frauen, deren Mütter oder Väter sich infolge von Osteoporose die Hüfte gebrochen hatten, haben ein erhöhtes Risiko für Osteoporose.
  • Rauchen
  • Sehr hoher Alkoholkonsum
  • Kortison-Einnahme über längere Zeit
  • Die Einnahme anderer Medikamente, unter anderem von bestimmten Antidepressiva (SSRI) und Diabetes-Medikamenten (Glitazone)
  • Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder eine Schilddrüsenüberfunktion

Wer ist von Osteoporose betroffen?

Nach einer Untersuchung des Robert Koch-Instituts geben 8 % der Männer und 13 % der Frauen im Alter von 60 bis 69 Jahren an, eine Osteoporose-Diagnose erhalten zu haben. Wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich Osteoporose haben und wie viele Knochenbrüche dadurch verursacht werden, lässt sich jedoch nicht genau sagen. Zudem zieht längst nicht jede Osteoporose einen Knochenbruch nach sich.

Insbesondere Brüche an den Hüftknochen können jedoch ernsthafte Folgen haben. Hiervon sind fast ausschließlich ältere Menschen betroffen: Pro Jahr brechen sich etwa 6 bis 7 von 1000 Menschen über 65 den Oberschenkelhalsknochen. Die meisten von ihnen sind sogar bereits über 75 Jahre alt.

Wie wird die Diagnose Osteoporose gestellt?

Bei einem Verdacht auf Osteoporose kann die Knochendichte gemessen werden. Bei einer solchen Messung wird bestimmt, wie viel Mineralsalz der Knochen enthält. Dies kann helfen, das Risiko für einen Knochenbruch abzuschätzen. Die Untersuchung wird auch eingesetzt, um eine Behandlung zu planen oder ihren Verlauf zu beobachten.

Das Ergebnis der Knochendichtemessung wird als sogenannter T-Score (englisch für T-Wert) ausgedrückt. Nach den aktuellen Empfehlungen gilt

  • ein T-Score bis -1 als normal,
  • ein T-Score von -1 bis -2,5 als vermindert und
  • ein T-Score gleich oder kleiner als -2,5 als Osteoporose.

Die Knochendichtemessung allein kann das Risiko für Knochenbrüche nur zum Teil vorhersagen. Denn für die Knochengesundheit spielen neben der Knochendichte noch andere Faktoren eine Rolle. Dazu gehören der Aufbau des Knochengerüsts und die Qualität der Knochensubstanz. Außerdem sind die Messungen der Knochendichte nicht 100-prozentig genau. Daher ist es wichtig, auch den allgemeinen Gesundheitszustand, andere Erkrankungen und vorhandene Risikofaktoren zu betrachten.

Neben einer Knochendichtemessung können auch andere Untersuchungen infrage kommen, etwa um andere Erkrankungen als Ursache des Knochenabbaus auszuschließen – zum Beispiel eine Blutuntersuchung.

Welche Möglichkeiten der Vorbeugung gibt es?

Man kann selbst einiges tun, um die Knochen zu schützen und das eigene Osteoporoserisiko zu senken – zum Beispiel sich kalziumreich ernähren, regelmäßig bewegen und aufhören zu rauchen. Auch eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ist wichtig. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, Kalzium und Vitamin D zusätzlich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen.

Besonders Knochenbrüche am Oberschenkelhals können ernsthafte Folgen haben, da sich viele Menschen nicht vollständig davon erholen. Auch wenn Osteoporose zu solchen Brüchen beitragen kann: Der größte Risikofaktor für einen Bruch am Hüftknochen sind Stürze. Gerade für ältere Menschen ist es daher wichtig, Stürzen vorzubeugen. Dazu kann Bewegung beitragen: Körperliche Aktivität macht sicherer und verbessert die Koordination. Wichtig ist auch, Stolperfallen in der häuslichen Umgebung zu beseitigen – zum Beispiel lose Kabel und Teppiche, Türschwellen und ähnliches.

Wie wird Osteoporose behandelt?

Auch für Menschen, die bereits eine Osteoporose haben, ist es wichtig, sich regelmäßig zu bewegen und genügend Kalzium und Vitamin D zu sich zu nehmen. Die Kosten für Kalzium- oder Vitamin-D-Präparate übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen, wenn diese Mittel ärztlich verordnet wurden.

Osteoporose kann auch mit speziellen Medikamenten behandelt werden, die den Knochenabbau bremsen und ihren Aufbau fördern sollen. Dazu gehören sogenannte Bisphosphonate und bestimmte hormonelle oder hormonähnliche Arzneimittel. Solche Medikamente können jedoch verschiedene Nebenwirkungen haben und kommen auch nicht für alle Menschen infrage. Sie werden nur in Betracht gezogen, wenn bereits Knochenbrüche aufgetreten sind oder das Risiko für Knochenbrüche hoch ist: Zum Beispiel, wenn die Knochendichte sehr niedrig ist oder wenn verschiedene Risikofaktoren zusammenkommen, etwa geringes Körpergewicht, hohes Alter und Sturzrisiko.

Hormonpräparate, wie sie auch gegen Wechseljahrsbeschwerden eingesetzt werden, können bei längerer Einnahme das Risiko osteoporosebedingter Brüche verringern. Eine langfristige Hormonbehandlung während oder nach den Wechseljahren erhöht aber das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Brustkrebs. Daher wird sie zur Behandlung von Osteoporose nur noch in Ausnahmefällen empfohlen. Die Vor- und Nachteile einer solchen Behandlung sollten gründlich abgewogen werden.

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Redaktionelle Grundsätze
Webcode: s000679 Letzte Aktualisierung: 20.06.2018
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