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Lymphdrüsenkrebs

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Inhaltsverzeichnis

Unter Lymphdrüsenkrebs werden eine Reihe von Erkrankungen der Zellen des lymphatischen Systems zusammengefasst, medizinisch auch Lymphom genannt. Am häufigsten kommt das sogenannte Non-Hodgkin-Lymphom vor.

Unter dem Begriff Lymphdrüsenkrebs wird eine Reihe von Erkrankungen zusammengefasst, bei der sich Zellen des lymphatischen Systems unkontrolliert vermehren. Der medizinische Fachausdruck für diese Art von Krebs ist Lymphom.

Das lymphatische System besteht unter anderem aus Lymphgefäßen und Lymphknoten. Die Lymphgefäße ziehen sich – ähnlich wie die Blutbahnen – durch den gesamten Körper und transportieren die Lymphflüssigkeit (Lymphe). Lymphknoten sind kleine Gewebsknoten, die Keime und andere schädliche Stoffe aus dem Körper herausfiltern. Wenn der Körper eine Infektion bekämpft, schwellen sie manchmal an.

Grafik ganzer Körper mit Lymphbahnen und Lymphknoten

 

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Lymphdrüsenkrebs. Man unterscheidet vor allem zwei Gruppen: Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome.

Das Hodgkin-Lymphom wird auch Morbus Hodgkin oder Lymphogranulomatose genannt. Das gemeinsame Merkmal dieser Lymphome ist das Auftreten einer bestimmten Krebszelle, der nach ihrem Entdecker benannten Hodgkin-Zelle.

Hodgkin-Lymphome lassen sich im Frühstadium sehr gut behandeln: Die Behandlung ist dann bei über 9 von 10 Betroffenen erfolgreich. Auch wenn der Krebs schon weiter fortgeschritten ist, ist er meistens noch gut behandelbar. Bei manchen Menschen tritt der Krebs jedoch später als sogenanntes Rezidiv erneut auf.

Die meisten Betroffenen haben einen Lymphdrüsenkrebs aus der Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome. Darunter werden die Lymphome zusammengefasst, bei denen keine Hodgkin-Zellen gefunden werden. Sie treten meist erst nach dem 60. Lebensjahr auf. Non-Hodgkin-Lymphome können sehr unterschiedlich verlaufen – je nachdem, von welchem Zellentyp der Krebs ausgeht.

Das Hauptanzeichen für ein Lymphom ist eine Vergrößerung der Lymphknoten vor allem im Hals-, Schulter- und Achselbereich. Sie werden durch Schwellungen unter der Haut sichtbar, tun in der Regel aber nicht weh.

Es kann außerdem zu unspezifischen Beschwerden wie Husten, Atembeschwerden, Brustschmerzen und Juckreiz kommen. Ein Lymphom kann auch von Nachtschweiß, Fieber und deutlichem Gewichtsverlust begleitet sein.

Warum manche Menschen an einem Lymphom erkranken, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Forscherinnen und Forscher haben beobachtet, dass Lymphome häufiger bei Personen auftreten, die ein stark geschwächtes Immunsystem haben, zum Beispiel nach einer Organtransplantation oder bei einer Infektion mit bestimmten Viren.

Früher traten Lymphome zum Beispiel vermehrt bei Menschen mit HIV auf. Durch verbesserte Therapiemöglichkeiten für HIV-Patientinnen und -Patienten ist dieses Risiko jedoch deutlich geringer geworden.

Obwohl in Deutschland jedes Jahr Tausende von Menschen an Lymphdrüsenkrebs erkranken, ist das Erkrankungsrisiko für den Einzelnen gering: In Deutschland tritt Lymphdrüsenkrebs bei knapp 2 von 10.000 Menschen im Jahr auf. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Manche Lymphome schreiten sehr schnell voran und können unbehandelt innerhalb einiger Monate zum Tode führen. Gerade diese schnell wachsenden Lymphome sprechen jedoch häufig gut auf eine Behandlung an.

Andere Lymphome wachsen langsam über mehrere Jahre hinweg. Sie lassen sich in der Regel nicht so gut behandeln.

Um herauszufinden, ob die Symptome tatsächlich von einem Lymphom verursacht werden, wenden Ärztinnen und Ärzte eine Reihe von Verfahren an. Beim Verdacht auf einen Lymphdrüsenkrebs tastet die Ärztin oder der Arzt zunächst die Lymphknoten ab, macht eine körperliche Untersuchung und fragt nach den Beschwerden.

Mit einer Blutuntersuchung wird unter anderem die Anzahl der roten und verschiedenen weißen Blutkörperchen festgestellt. Durch eine Gewebeentnahme (Biopsie) aus dem vergrößerten Lymphknoten lässt sich ermitteln, ob es sich um ein Lymphom handelt und wenn ja, zu welchem Typ es gehört.

Bildgebende Verfahren werden eingesetzt, um die Größe und Lage des Tumors zu bestimmen - üblicherweise eine Computertomografie (CT). Seltener kommt auch eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) zum Einsatz.

Zur Behandlung aggressiver Lymphome kommen je nach Erkrankungsstadium unter anderem eine Bestrahlung und Chemotherapie mit Zytostatika infrage. Zytostatika werden eingesetzt, um das Tumorwachstum zu hemmen.

Tritt ein Hodgkin-Lymphom nach zunächst erfolgreicher Therapie erneut auf, wird häufig eine hochdosierte Chemotherapie zusammen mit einer Blutstammzelltransplantation durchgeführt.

Textnachweise

Quelle: Gesundheitsinformation.de

Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Literatur

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Positronenemissionstomographie (PET und PET/CT) bei malignen Lymphomen. Abschlussbericht D06-01A. Version 1.0. Köln: IQWiG. März 2009.

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Webcode: a005610 Letzte Aktualisierung: 11.02.2014
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