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Hühneraugen

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Autor

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Inhaltsverzeichnis

Hühneraugen entstehen, wenn eine Hautstelle immer wieder Druck und Reibung ausgesetzt ist. Sie bilden sich vor allem an den Zehen und unter der Fußsohle. Wird die Stelle entlastet, bildet sich ein Hühnerauge meist allmählich zurück. Zusätzlich kann man die Hornhaut aufweichen und vorsichtig entfernen.

Was ist ein Hühnerauge?

Hühneraugen entstehen, wenn eine Hautstelle über längere Zeit oder immer wieder Druck und Reibung ausgesetzt ist. Sie bilden sich vor allem an den Zehen und unter der Fußsohle. Dabei verdickt zunächst die Hornschicht und es entsteht eine Schwiele. Lässt der Druck nicht nach, kann sich daraus ein schmerzhaftes Hühnerauge entwickeln.

Fachleute bezeichnen ein Hühnerauge auch als Clavus. Es verschwindet meist von selbst, wenn die Ursache für Druck und Reibung behoben wird – zum Beispiel durch besser passende Schuhe. Es kann zusätzlich helfen, die überschüssige Hornschicht aufzuweichen und vorsichtig zu entfernen.

Welche Symptome können beim Hühnerauge auftreten?

Ein Hühnerauge verursacht häufig Schmerzen, am Fuß vor allem beim Stehen und Gehen. Die Mitte der rundlichen, warzenähnlichen Verhornung ist in der Regel besonders schmerzempfindlich. Dort ist meist ein glasiger Kern zu sehen. Das Aussehen erinnert dadurch an ein Vogelauge – daher der Name „Hühnerauge“.

Es fällt außerdem durch seine erhabene Form und gelblich-beige Farbe der Hornhaut auf. Im Zehenzwischenraum sehen Hühneraugen oft weißlich aus und sind weicher als an anderen Stellen des Fußes. Das liegt an der Feuchtigkeit, die die Hornschicht aufquellen lässt.

 

Grafik: Typisches Vorkommen und Aussehen von Hühneraugen - wie im Text beschrieben

Typisches Vorkommen und Aussehen von Hühneraugen

Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es beim Hühnerauge?

Ein Hühnerauge entsteht durch dauerhaften oder regelmäßig wiederkehrenden Druck und Reibung. Sie führen dazu, dass sich die Zellen in der oberen Hautschicht (Epidermis) häufiger teilen als normal. Die Haut wird dadurch dicker und enthält mehr Hornsubstanz (Keratin): An der Druckstelle bildet sich allmählich eine runde oder ovale Schwiele aus Hornhaut.

Vor allem an Hautstellen, die dicht über Knochen liegen, können leicht Druckstellen entstehen. Deshalb sind Hände und Füße auch anfälliger für Schwielen und Hühneraugen als etwa die Haut am Bauch oder Oberschenkel. Außerdem sind Hände und Füße im Alltag öfter Druck und Reibung ausgesetzt – Hände zum Beispiel durch Werkzeuge, Sportgeräte oder Musikinstrumente. An den Füßen führen vor allem zu enge Schuhe zu Schwielen und Hühneraugen.

Zudem entstehen bei Gelenkerkrankungen und Fehlstellungen der Füße häufiger Hühneraugen, denn dann ist die Fußsohle im Bereich der Ballen oft besonders belastet. Durch Zehenfehlstellungen können die Zehen gegeneinanderdrücken oder ständig oben oder seitlich gegen die Schuhe stoßen. Wer zu trockene Haut hat, bekommt bei Druck und Reibung häufiger Schwielen und Hühneraugen. Menschen mit Gefühlsstörungen in Beinen und Füßen bemerken Druckstellen häufig zunächst nicht. Daher ist es für sie besonders wichtig, aufmerksam zu sein.

Häufigkeit und Verlauf

Hühneraugen sind ein weit verbreitetes Hautproblem, vor allem bei älteren Menschen.

Die Verhornung des Hühnerauges kann weiter zunehmen, wenn der Druck auf die betroffene Hautstelle bestehen bleibt. Die wachsende Hornmasse übt nun selbst zusätzlichen Druck auf das Gewebe aus. Dadurch bildet sich in der Mitte des Hühnerauges immer mehr Horn, das sich verdichtet und wie ein Dorn in tiefere Hautschichten hineindrückt. Das verstärkt die Schmerzen und ruft eine chronische Entzündung hervor.

Manchmal wachsen in den Rand des Hühnerauges auch Blutgefäße und Nervenfasern hinein. Dies kann ebenfalls zu mehr Schmerzen führen.

Wie wird die Diagnose Hühnerauge gestellt?

Ein Hühnerauge lässt sich mit bloßem Auge gut erkennen. Sitzt die Hautveränderung zudem an einer Stelle, die regelmäßig Druck ausgesetzt ist, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Hühnerauge.

Hühneraugen werden zwar manchmal mit ähnlichen Hautveränderungen wie etwa Warzen verwechselt, lassen sich am Aussehen aber leicht von ihnen unterscheiden. So fehlt einer sogenannten Dornwarze zum Beispiel der glasige Hornkern in der Mitte, stattdessen hat sie oft bräunliche Pünktchen. Lässt sich so nicht sicher feststellen, ob es sich um eine Warze oder ein Hühnerauge handelt, kann eine Hautprobe entnommen und untersucht werden.

 

Grafik: Hühnerauge und Dornwarze lassen sich leicht unterscheiden

Hühnerauge und Dornwarze lassen sich leicht unterscheiden

 

Wie wird ein Hühnerauge behandelt?

Um Hühneraugen erfolgreich zu behandeln, ist es am wichtigsten, ihre Ursachen zu beseitigen – sie also von Druck und Reibung zu entlasten. Am Fuß reicht es oft, drückende Schuhe nicht mehr zu tragen und sie durch ausreichend weite, gut passende Schuhe zu ersetzen. Man kann auch zusätzlich Hilfsmittel anwenden, um den Bereich vor Druck zu schützen – etwa kleine ringförmige Polster zum Aufkleben. Unter Umständen können auch Schuheinlagen sinnvoll sein. Sie können Fehlstellungen korrigieren, die zu Druckstellen führen.

Lässt die Druckbelastung nach, bildet sich ein Hühnerauge meist allmählich zurück. Um diesen Prozess zu unterstützen, kann man das Hühnerauge mit regelmäßigen Fuß- oder Handbädern aufweichen und danach jeweils einen Teil der Verhornung vorsichtig entfernen – zum Beispiel mit einem Bimsstein. Wegen der Verletzungsgefahr sind scharfe Messer, Hobel oder Rasierklingen ungeeignet. Wer ansonsten keine Probleme mit der Haut hat, kann die überschüssige Hornschicht zum Beispiel mit Cremes oder speziellen Pflastern, die Harnstoff (Urea) oder Salicylsäure enthalten, versuchen zu lösen.

Menschen, die zum Beispiel aufgrund eines Diabetes ein erhöhtes Risiko für Verletzungen und Probleme mit der Wundheilung an den Füßen haben, verzichten besser auf eine Eigenbehandlung und überlassen die Entfernung von Hornhaut zum Beispiel einer professionellen Fußpflegekraft (Podologin oder Podologe).

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