Mann schnaubt die Nase

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Erkältung

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  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Inhaltsverzeichnis

Eine Erkältung kündigt sich oft mit Niesen und Kratzen im Hals an. Wenn der Schnupfen dann so richtig blüht, kann man sich schlapp und krank fühlen. Im Gegensatz zur Grippe ist eine Erkältung aber harmlos, und lästige Beschwerden lassen sich gut lindern.

Wann ist es eine Erkältung?

Eine Erkältung ist in der Regel harmlos und verschwindet von selbst wieder. Sie wird auch grippaler Infekt genannt, hat aber nichts mit einer echten Grippe zu tun. Erkältungsbeschwerden wie Husten, Halsschmerzen und eine laufende Nase können sehr lästig sein. Bei einer starken Erkältung fühlt man sich oft auch schlapp und krank.

Meist klingt eine Erkältung nach etwa einer Woche von selbst wieder ab. Manche Beschwerden können aber länger anhalten. Während Halsschmerzen und Schnupfen oft schon nach wenigen Tagen verschwinden, kann es bei einem Husten auch schon mal bis zu drei Wochen dauern, bis er komplett ausgestanden ist.

Eine Behandlung mit Medikamenten ist meist nicht nötig. Sie können allenfalls helfen, die Beschwerden etwas zu lindern. Da Erkältungen in der Regel durch Viren ausgelöst werden, sind auch Antibiotika bei einer einfachen Erkältung nicht sinnvoll. Antibiotika wirken nur gegen Bakterien.

Welche Symptome werden durch eine Erkältung ausgelöst?

„Erkältung“ ist der Oberbegriff für unterschiedliche Symptome, die durch eine Infektion der oberen Atemwege ausgelöst werden. Eine Erkältung entwickelt sich normalerweise über einige Tage. Typische Beschwerden sind ein Schnupfen mit verstopfter oder laufender Nase, Niesen, Husten und Halsschmerzen. Manchmal geht eine Erkältung auch mit leichtem Fieber, Mattigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen einher.

Gelegentlich werden Erkältung und Grippe verwechselt. Eine Grippe verursacht aber normalerweise viel stärkere Beschwerden. Sie wird von ganz anderen Virustypen verursacht und ist seltener als eine einfache Erkältung. Eine Grippe beginnt auch nicht allmählich, sondern meist sehr plötzlich mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskel- und Gliederschmerzen.

Wer ist wie häufig von einer Erkältung betroffen?

Erkältungen sind sehr häufig, insbesondere bei Kindern. Es ist keine Seltenheit, dass ein Kind sechs bis zehn Erkältungen pro Jahr aus der Schule, dem Hort oder Kindergarten mit nach Hause bringt. Erwachsene bekommen im Durchschnitt zwei bis vier Erkältungen pro Jahr, meist in der kalten Jahreszeit.

Wie ist der Krankheitsverlauf bei Erkältung?

Oft beginnt eine Erkältung mit Kratzen im Hals oder Halsschmerzen, bald beginnt dann die Nase zu laufen und schwillt zu. Auch wenn man sich während einer Erkältung manchmal richtig krank fühlen kann, bekämpft das Immunsystem die Infektion normalerweise ohne Probleme von selbst.

Meist ist das Schlimmste innerhalb von einer Woche überstanden. Bis die Symptome ganz verschwunden sind, kann es aber auch schon mal etwas länger dauern. Vor allem Husten kann hartnäckiger sein. Bis er komplett ausgestanden ist, dauert es bei Erwachsenen im Schnitt 18 Tage. Auch bei Kindern kann Husten mitunter drei Wochen lang anhalten.

Welche Krankheitsfolgen können auftreten?

Eine Erkältung ist normalerweise harmlos und heilt ohne Folgen aus. Gelegentlich können sich aber nach der eigentlichen Infektion mit Viren später Bakterien in den Atemwegen ausbreiten. Die Bakterien können dann an unterschiedlichen Stellen stärkere Beschwerden auslösen, beispielsweise in den Nasennebenhöhlen. Wenn die Entzündung den Kehlkopf betrifft, ist Heiserkeit die Folge. Kleinkinder können auch einen sogenannten Pseudokrupp entwickeln. Er verursacht typischerweise einen „bellenden“ Husten, Pfeifgeräusche beim Einatmen und leichte Atemnot.

Bei Babys, Säuglingen und Kleinkindern greift eine Erkältung manchmal auf das Ohr über und führt zu einer Mittelohrentzündung. Eine Bakterieninfektion im Rachen kann Halsschmerzen oder eine Mandelentzündung auslösen.

Eine Infektion der oberen Atemwege führt nur sehr selten zu ernsthaften Komplikationen wie einer Lungenentzündung. Bei hohem Fieber, starken oder sich verstärkenden Symptomen, Schmerzen in der Brust, Luftnot oder Problemen beim Atmen ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen. Das gilt besonders für Menschen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege, wie beispielsweise einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Grafik: Darstellung der oberen und unteren Atemwege - wie im Text beschrieben

Atemwege

Welche Möglichkeiten der Vorbeugung gibt es?

Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Erkältungsviren. Das ist der Grund, warum man nach einer überstandenen Erkältung nicht vor der nächsten geschützt ist. Das Immunsystem muss jedes Mal neu lernen, die Erreger zu bekämpfen. Auch eine Impfung gegen Erkältung ist deshalb nicht in Aussicht.

Die beste Maßnahme gegen Erkältungen ist, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Erkältungsviren verbreiten sich über Tröpfchen: Beim Niesen oder Husten werden viele winzige virushaltige Tröpfchen in die Luft versprüht, die sich auch auf Türklinken, Computer-Tastaturen oder Haltegriffen in der U-Bahn ablagern können. Beim Anfassen gelangen die Viren an die Hände und von dort leicht weiter an Nase oder Mund. Wer es vermeidet, sich ins Gesicht zu fassen, kann sein Erkältungsrisiko deshalb verringern. Sich zusätzlich häufig mit normaler Seife die Hände zu waschen, ist ein sehr guter Schutz gegen Erkältungen.

Erkältungsviren verbreiten sich auch über alles, was mit dem Mund oder der Nase eines erkälteten Menschen in Berührung kommt. Dazu gehören Tassen und Gläser, aus denen eine erkrankte Person getrunken hat, und erst recht gebrauchte Taschentücher. Daher ist es wichtig, benutzte Taschentücher nicht herumliegen zu lassen, sondern sie nach Gebrauch zu entsorgen.

Manchmal wird Vitamin C oder Echinacea (Präparate mit Extrakten aus Sonnenhut) zur Vorbeugung von Erkältungen empfohlen. Manche beginnen bereits ein paar Wochen vor der Erkältungssaison damit, diese Mittel einzunehmen. Ihre schützende Wirkung ist aber sehr begrenzt.

Wie wird eine Erkältung behandelt?

Die Vielzahl der Erkältungsviren ist auch der Grund, weshalb es bisher kein Medikament gibt, das sie gezielt bekämpfen und die Erkrankungsdauer spürbar verkürzen kann. Allerdings gibt es eine Reihe von Mitteln, die einige der Beschwerden etwas lindern können. Dazu gehören Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol sowie abschwellende Nasensprays zum kurzfristigen Einsatz.

Antibiotika helfen normalerweise nicht gegen Erkältungen und sollten wegen möglicher Nebenwirkungen nur bei Komplikationen eingesetzt werden. Präparate mit Zink, Vitamin C oder Echinacea-Extrakten werden oft auch zur Behandlung einer Erkältung empfohlen. Eine zuverlässige Beurteilung der Vor- und Nachteile dieser Mittel ist zurzeit nicht möglich, da teilweise nur wenige Studiendaten vorliegen oder die Studien widersprüchliche Ergebnisse zeigen. Pflanzliche Arzneimittel wie bestimmte Extrakte aus Pelargonienwurzel, Primelwurzel, Thymian, Eukalyptus oder Efeublättern können möglicherweise den Husten etwas lindern.

Quellenangaben

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Webcode: s000680 Letzte Aktualisierung: 12.11.2018
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