Lexikon Krankheiten A-Z

Lesedauer unter 3 Minuten

Bakterielle Scheideninfektion

Lesedauer unter 3 Minuten

Autor

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Inhaltsverzeichnis

Bei einer bakteriellen Scheideninfektion siedeln sich vermehrt Bakterien in der Scheide an, die dort normalerweise nur vereinzelt vorkommen. Meist ist diese Veränderung harmlos. Oft bleibt sie unbemerkt, kann aber auch einen auffällig riechenden Ausfluss hervorrufen. Mit Antibiotika ist die Infektion gut behandelbar.

Was ist eine bakterielle Scheideninfektion?

Bei einer bakteriellen Scheideninfektion (Vaginose) siedeln sich vermehrt Bakterien in der Scheide an, die dort normalerweise nur vereinzelt vorkommen.

Meist ist diese Veränderung harmlos, und oft bleibt sie unbemerkt. Sie kann aber auch einen auffällig riechenden Ausfluss hervorrufen und sehr lästig sein. Zudem erhöht sie das Risiko für Scheidenentzündungen. Mit Antibiotika lässt sich eine Vaginose gut behandeln.

Welche Symptome können bei der bakteriellen Scheideninfektion auftreten?

Bei mindestens der Hälfte der Frauen verursacht eine bakterielle Vaginose keine Beschwerden. Wenn sie sich bemerkbar macht, dann meist durch einen dünnflüssigen, grau-weißen Scheidenausfluss, der auffällig „fischig“ riecht und vielen Frauen sehr unangenehm ist. Der Geruch verstärkt sich häufig nach dem Geschlechtsverkehr und während der Menstruation.

Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und Scheidentrockenheit weisen eher auf eine Scheidenentzündung (Vaginitis) hin. Dann ist oft auch der Bereich um den Scheideneingang gerötet und die Scheidenschleimhaut geschwollen. Es können auch Beschwerden beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr auftreten.

Welche Ursachen hat die bakterielle Scheideninfektion?

Die Scheide ist normalerweise überwiegend von Milchsäurebakterien besiedelt. Zusammen mit anderen Keimen bilden sie die sogenannte Scheidenflora und sorgen für ein leicht saures Scheidenmilieu. Ein günstiger Säuregrad (pH-Wert) schützt vor Krankheitserregern. Eine Vaginose entsteht, wenn das saure Scheidenmilieu aus dem Gleichgewicht gerät: Die Zahl der Milchsäurebakterien nimmt ab und es können sich andere Bakterien der Scheidenflora stark vermehren. Bakterielle Vaginosen werden vorwiegend durch sogenannte Gardnerellen verursacht.

Was sind Risikofaktoren für eine bakterielle Scheideninfektion?

Das Risiko für eine Vaginose steigt, wenn Frauen sexuell sehr aktiv sind – zum Beispiel, wenn sie einen neuen Sexualpartner oder eine neue Sexualpartnerin haben oder diese oft wechseln.

Eine übertriebene Intimhygiene oder hormonelle Veränderungen können die Scheidenflora stören und eine Vaginose begünstigen.

Häufigkeit und Verlauf der bakteriellen Scheideninfektion

Die bakterielle Vaginose gehört zu den häufigsten Infektionen der Scheide. Nach Schätzungen sind etwa 5 von 100 Frauen betroffen. Bei ungefähr einem Drittel der Frauen heilt die Infektion von selbst ab. Wenn sie Beschwerden verursacht, ist meist eine Behandlung nötig.

Welche Krankheitsfolgen können bei der bakteriellen Scheideninfektion auftreten?

Wenn das Scheidenmilieu gestört ist, können sich auch andere Keime und Krankheitserreger leichter ansiedeln. Deshalb kann eine Vaginose zu Scheidenentzündungen und in der Folge manchmal zu Infektionen von Gebärmutter und Eileiter führen. Auch das Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken, steigt.

Bei schwangeren Frauen können Scheideninfektionen das Risiko für Komplikationen wie vorzeitige Wehen, Fehl- und Frühgeburten etwas erhöhen.

Wie wird die Diagnose "Bakterielle Scheideninfektion" gestellt?

Anhand der Symptome ist es nicht immer möglich, eine bakterielle Vaginose sicher von anderen Scheideninfektionen zu unterscheiden. Um festzustellen, ob eine Frau eine Vaginose hat, untersucht die Frauenärztin oder der Frauenarzt die Scheide und entnimmt eine Probe des Scheidensekrets. Anhand der Probe (Abstrich) wird der pH-Wert des Scheidensekrets gemessen und bestimmt, welche Bakterienarten es enthält. Bei einer Vaginose finden sich meist zu viele Gardnerella-Bakterien.

Wie wird eine bakterielle Scheideninfektion behandelt?

Eine Vaginose, die Beschwerden verursacht, wird normalerweise mit Antibiotika behandelt, die die Krankheitserreger abtöten. Sie können als Tabletten eingenommen oder als Zäpfchen oder Creme in die Scheide eingeführt werden. Eine Mitbehandlung des Partners oder der Partnerin ist jedoch nicht nötig – sie schützt nicht vor erneuten Infektionen.

Eine andere Behandlungsmöglichkeit sind Zäpfchen oder Kapseln mit lebenden Milchsäurebakterien. Sie sollen die Scheidenflora schützen und ihr Gleichgewicht wiederherstellen. Der Nutzen dieser Mittel ist bislang jedoch nicht ausreichend belegt.

Manche Frauen führen auch zum Beispiel mit Teebaumöl oder Naturjoghurt getränkte Tampons in die Scheide ein, um das Scheidenmilieu anzusäuern. Es ist aber nicht untersucht, ob solche Hausmittel wirksam und sicher sind.

Barmer Chat

Chat für Versicherte 

Sind Sie bei Meine Barmer registriert?
Loggen Sie sich vor dem Start des Chats für eine persönliche und datenschutzsichere Beratung ein und profitieren Sie außerdem von unseren erweiterten Chat-Zeiten.

Zum Chat für Versicherte

Chat für Interessenten

Ich habe keine eigene Mitgliedschaft bei der Barmer und bin an den Vorteilen interessiert.

Zum Chat für Interessenten


E-Mail

Meine Barmer

Nutzen Sie das Online-Postfach bei Meine Barmer zur persönlichen und datenschutzsicheren Kommunikation.

Zum Online-Postfach

Kontaktformular

Noch kein Online-Postfach? Nutzen Sie unser Kontaktformular.

Zum Kontaktformular

E-Mail an die Barmer

Senden Sie uns eine Nachricht an service@barmer.de

E-Mail für Interessenten

Sie sind noch nicht (selbst) bei der Barmer versichert und haben Interesse an einer Mitgliedschaft bei uns? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an neukunde@barmer.de

Quellenangaben

Zertifizierung

Auf unsere Informationen können Sie sich verlassen. Sie sind hochwertig und zertifiziert. Dafür haben wir Brief und Siegel.

Redaktionelle Grundsätze
Webcode: a005778 Letzte Aktualisierung: 30.10.2019
Nach oben