Kindernotfall

Ihr Kind hat einen Insektenstich? So können Sie helfen

Lesedauer unter 5 Minuten
Ein Mädchen sprüht ihrem Arm mit einer Sprühflasche ein

Autor/in

Barmer Internetredaktion

Qualitätssicherung

Dr. med. Utta Petzold (Dermatologin, Allergologin, Phlebologin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Stiche von Mücken können an warmen Tagen lästig sein. Der Biss der kleinen Blutsauger ist aber in der Regel nicht gefährlich, auch nicht für die empfindliche Haut Ihres Babys und Kleinkindes. Ein Bienen- oder Wespenstich ist für sie jedoch eine Schrecksituation und, wie für Erwachsene auch, sehr schmerzhaft. Trösten und beruhigen Sie ihr Kind so gut es geht und versorgen Sie dann die Stichwunde. Erfahren Sie, was beim Insektenstich hilft. 

Wie schütze ich mein Kind vorm Insektenstich?

Fenstergitter, Moskitonetze halten uns viele Insekten vom Leib. Bei Ausflügen in den Wald oder in Feuchtgebiete schützt auch die Kleidung vorm Mückenstich, also dünne Shirts mit langen Armen, lange Hosen, eine Kopfbedeckung. Gegen Mücken, Bremsen oder Zecken helfen sogenannte Repellents, mit denen Sie Tochter oder Sohn vorsorglich behandeln können. 

Wie kann man sein Baby oder Kleinkind vor Bienen oder Wespenstichen schützen? Sind Wespe, Biene oder Hornisse im Anflug oder an Ihrem Eis interessiert? Keine Panik. Vermeiden Sie jetzt hastige Bewegungen. Schlagen Sie nicht nach dem Insekt. Und pusten Sie es nicht an. All das macht die Tiere nämlich aggressiv. Beobachten Sie das Tier, und achten darauf, dass Biene oder Wespe nicht auf dem sitzt, was gerade in den kleinen Mund geschoben wird.  Beim Verzehr im Freien hilft es, mit einer Sprühflasche einen Wassernebel in die Richtung von Wespe oder Biene zu sprühen, denn es suggeriert ihnen Regen und sie fliegen davon. Zum gefahrlosen Trinken eignet sich ein Glas mit Deckel und Strohhalm oder eine Trinkflasche. Den Duft von Lavendel, Nelken oder Zitronen hält Wespen, Bienen und Hornissen auf Abstand, denn den mögen sie nicht.

Wie helfe ich, wenn das Insekt gestochen hat?

Ein Mückenstich ist eine minimale Verletzung der Haut, mal wenig spürbar, mal stark. Sichtbar jedoch eine Rötung der Haut und Juckreiz. Bei Stichen von Pferdbremsen oder Mücken kann aus dem Stich auch eine Quaddel werden. Um dies Schwellung und den Juckreiz zu lindern, hilft es, die betroffene Hautstelle um den Stich leicht zu kühlen. Auch ein kühlendes Gel zum Auftragen auf den Mückenstich hilft. Das kann am Abend wichtig sein, wenn das Jucken der Haut von ihrem Kind als sehr stark empfunden wird und es am Einschlafen hindert. 
Schnelle Hilfe ist jedoch wichtig, wenn ein kleiner Mensch von Biene oder Wespe gestochen wird: Trösten und beruhigen Sie es zunächst. Bewahren Sie selbst Ruhe, geben Sie Ihrem Kind Geborgenheit, auch wenn es stark weint und sie selbst dadurch in Stress geraten. Sofern vorhanden, sollten Sie den Stachel mit einer Pinzette oder den Fingernägeln entfernen. Achten Sie dabei darauf, dass der Giftsack nicht noch weiter ausgequetscht wird. Anschließend hilft es, die Einstichstelle mit einem kalten Umschlag oder Coolpack zu kühlen oder mit einer Insektenstich-Salbe zu behandeln. 

Sind Sie in der Natur unterwegs, kann auch ein sauberer Stein oder nasse Erde, eingewickelt in ein sauberes Tuch, für leichte Kühlung der verletzten Haut sorgen und so den Schmerz lindern. Hausmittel wie eine aufgeschnittene rohe Zwiebel oder einen warmen Kaffeelöffel (ungefähr 50 Grad Celsius) auf den Stich legen, sind keine geprüften Behandlungsverfahren. Sie können aber helfen, die Reaktion des Körpers auf das Insektengift zu lindern.
Hat eine Hornisse gestochen erzeugt das großen Schmerz. Die Haut schwillt an und rötet sich. Außerdem kommt es auch hier zu starkem Juckreiz an der betroffenen Stelle. Kratzen der kleine Patient mit schmutzigen Fingern an seinem Bienenstich oder Wespenstich, kann sich dieser entzünden, wenn Bakterien in die Wunde gelangen. Behalten Sie daher die Haut weiter im Blick. Entsteht ein roter Strich, beginnend an der Einstichstelle, so besteht der Verdacht auf eine Lymphgefäßinfektion. Dann sollten Sie unbedingt eine Ärztin oder ein Arzt aufsuchen. 

Was mache ich beim Stich in Hals oder Mund?

Besonders gefährlich sind Bienen-, Wespen- oder Hornissenstiche in Mund- und Hals. Innerhalb kurzer Zeit kann der Mund-Rachen-Raum zuschwellen, sodass die Atemwege versperrt sind. Schwillt die Zunge infolge eines Stiches stark an, hilft Eis oder alternativ ein nasser, kalter, sauberer Waschlappen. 

Hat Ihr Kind das Insekt verschluckt, lagern Sie den Oberkörper hoch und öffnen Sie enge Kleidung an der Brust. Kühlen Sie von außen mit feuchten Tüchern oder Eis (Eiskrawatte). Wickeln Sie den Kühlakku oder das Eis in ein Tuch, so vermeiden Sie Erfrierungen an den gekühlten Hautstellen. Ist der kleine Patient bei Bewusstsein, kann es Eis lutschen oder mit kaltem Wasser gurgeln. Das reduziert die Schwellung. Trinken ist nicht gut, weil es sich daran verschlucken kann. Behalten Sie Ruhe und beruhigen den kleinen Patienten, damit seine Atmung ruhiger wird.

Wie helfe ich einem Kind mit Insektengiftallergie?

Hat das Baby oder Kleinkind nach dem Stich akute Atemnot oder Kreislaufbeschwerden, ist es vermutlich ein anaphylaktischer Schock, ausgelöst durch eine Insektengiftallergie. Symptome dafür sind:  

  • starke Schwellung im Bereich von Hals und Gesicht
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Atemnot

Der anaphylaktische Schock ist ein allergische Reaktion, die für den Patienten gefährlich ist. Betroffene brauchen daher immer schnelle Hilfe eines Arztes. Beginnt er teils mit Kribbeln in den Händen und Quaddeln am Körper, kann die Allergie im Extremfall auch eine Herz-Kreislauf-Stillstand hervorrufen. Daher gilt in diesem Fall immer: Rufen Sie den Notarzt, bewahren Sie Ruhe, beruhigen Sie das Kind, denn besonders Atemnot bewirkt Panik. Zeigt es schwere Symptome, sollte es nach dem Vorfall einige Zeit zur Überwachung in eine Klinik kommen.
Eine Insektengiftallergie haben häufig, aber nicht nur, Menschen in der Jahresmitte, Asthmatiker oder Menschen mit Herz-Kreislauf-Krankheiten. Einer so heftigen Körperreaktion auf einen Insektenstich vorbeugen, kann man nur, indem man Insektenstiche vermeidet. In einem normalen Alltag als Familie aber kaum machbar. Ist Ihnen als Eltern oder Betreuern die Allergie gegen Insektengift bereits bekannt, sollten Sie für das Kind immer ein Notfallset dabei haben. Es enthält: ein Corticosteroid, ein Antihistaminikum sowie Adrenalin zur Selbstinjektion. Schulkinder sollten ein solches Set in die Schule oder zu Ausflügen mitnehmen. Und können es, je nach Alter auch selbst einsetzen, bis die gerufenen Rettungskräfte kommen. Denn: Wer eine Insektengiftallergie hat, ist auf Erste Hilfe anderer angewiesen, ob mit oder ohne Notfallset. Immer gilt: ein Bienenstich oder Wespenstich ist für jedes Kind (und auch für Erwachsene) eine Schrecksituation. Daher brauchen sie in jedem Fall die Hilfe von Eltern oder anderen Erwachsenen. 

Nothelfer rufen

Hat Ihr Kind einen Insektenstich und braucht ärztliche Hilfe? Unter der Rufnummer 116 117, manchmal auch Kindernotfallnummer genannt, erreichen Sie Kinderärzte in Ihrer Nähe, kostenlos und rund um die Uhr. Hat Ihr Kind einen anaphylaktischen Schock, muss es schnell gehen. Dann wählen Sie bitte die Rufnummer 112 und rufen einen Notarzt. Und sagen Sie kurz: was ist passiert? Wo? Wer ist verletzt (Alter des Kindes)? Und warten Sie bitte auf Rückfragen. 

Zeckenbiss

Während Biene und Wespe nicht zu übersehen sind, beißt die Zecke leise und ungesehen. Wir geben Ihnen Infos zu Zeckenschutz und Zeckenbiss. Die Frühsommer-Meningitis ist eine Krankheit, die durch den Biss der Zecke übertragen wird.  

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