Impfungen

Impfempfehlungen für Babys und Kinder

Lesedauer unter 5 Minuten
Vater mit kleinem Kind auf dem Arm

Autor

  • Birgit Frohn, Diplom-Biologin

Qualitätssicherung

  • Heidi Günther (Apothekerin bei der Barmer)
Inhaltsverzeichnis

Impfungen stehen neben den Vorsorgeuntersuchungen für Säuglinge und Kleinkinder an erster Stelle, wenn es um den Schutz der kindlichen Gesundheit geht. Eine frühzeitige Immunisierung gewährleistet, dass der Nachwuchs einen ausreichenden Immunschutz gegen Infektionserkrankungen aufbauen kann. Für welches Alter welche Impfungen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen werden, zeigt dieser Impffahrplan. 

Beim Start in das Leben steckt auch das körpereigene Abwehrsystem noch in den Kinderschuhen. Denn mit Krankheitserregern und anderen Gefahren war das Neugeborene noch nicht konfrontiert. Entsprechend benötigt sein Immunsystem zur Erhaltung der Gesundheit alsbald Unterstützung. Die beste Möglichkeit dazu bieten Impfungen. Sie schützen den noch „unerfahrenen“ kleinen Organismus, indem sie ihn immun gegen Viren, Bakterien und Co. machen. Auf diese Weise verhindern Impfungen den Ausbruch von zum Teil gefährlichen Krankheiten. Für viele von ihnen gibt es bislang noch keine geeignete Therapie.

Kinder von Barmer Versicherten genießen einen besonderen Vorteil. Sie können kostenfrei bis zum 18. Geburtstag gegen Meningokokken B und gegen Grippe geimpft werden.

Möglichst frühzeitig Impfen

Jedes Neugeborene kommt mit dem sogenannten Nestschutz zur Welt. Dabei handelt es sich um mütterliche Antikörper, die im Blut der Kleinen zirkulieren und sie vor Ansteckungen schützen. In den ersten Lebensmonaten werden die mütterlichen Antikörper allerdings abgebaut. Somit verschwindet der Nestschutz nach und nach. Außerdem erstreckt sich dieser auch nur auf Infektionen, welche die Mutter selbst durchgemacht hat, oder gegen die sie geimpft ist. Deshalb empfiehlt die STIKO, Säuglinge früh zu impfen.

Manche Kinderkrankheiten sind keineswegs harmlos

Was Impfungen im Kindesalter auch so wichtig macht, ist die Tatsache, dass Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps oder Windpocken keineswegs harmlose Bagatellbeschwerden sind. Sie können ganz im Gegenteil überaus gefährlich sein. Denn diese Erkrankungen sind hochansteckend und breiten sich damit sehr schnell aus. Zudem können sie schwere Folgen haben.

Impfschutz im Kombipack
Damit das Kind nicht unnötig oft geimpft wird und die Eltern nicht zu oft zum Arzt mit ihm müssen, stehen mittlerweile sehr gut verträgliche Kombinationsimpfstoffe zur Verfügung – so unter anderem der MMR-Impfstoff, der gegen Mumps, Masern und Röteln zugleich schützt. Durch die Kombinationsimpfung gegen Keuchhusten, Tetanus, Kinderlähmung, Hepatitis B, Diphtherie und Haemophilus influenzae (Hib) können sogar sechs Infektionskrankheiten auf einmal abgedeckt werden.

Ein Impffahrplan für Babys

Für Babys werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) folgende Impfungen empfohlen.

Im Alter von sechs Wochen

Mit Vollendung der sechsten Lebenswoche sollten Säuglinge eine erste Impfung gegen Rotaviren bekommen. 

Im Alter von zwei Monaten

Nun ist die Impfung gegen Keuchhusten, Tetanus, Kinderlähmung, Diphtherie, Hepatitis B und Hib an der Reihe. Diese kann auch mit einem kombinierten Sechsfachimpfstoff erfolgen. Darüber hinaus erhält das Baby jetzt eine erste Impfung gegen Pneumokokken und die zweite Impfung gegen Rotaviren. 

Im Alter von vier Monaten

In diesem Alter bekommen Babys ihre dritte Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B. Zudem ist jetzt eine weitere Impfung gegen Pneumokokken an der Reihe.

Im Alter von elf bis vierzehn Monaten

Nach einer Impfpause erfolgt in diesem Altersabschnitt die vierte und letzte Immunisierung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B. Ebenso steht nun die MMR-Impfung an, die kombinierte Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln, sowie die Einzelimpfung gegen Windpocken. Nach ihrem ersten Geburtstag können die Kleinen zudem auch gegen Meningokokken C geimpft werden. 

Im Alter von fünfzehn bis dreiundzwanzig Monaten

In dieser Phase können Impfungen nachgeholt werden, die bislang versäumt wurden. Außerdem ist nun die zweite Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken an der Reihe. Alle vier Impfungen können dieses Mal mit einem Kombinationsimpfstoff durchgeführt werden. Bei der ersten Impfung wird der Vierfachimpfstoff noch nicht angewendet, um Fieberkrämpfe zu vermeiden.

Ein Impffahrplan für Kleinkinder und Kinder

Für Kleinkinder und Kinder empfiehlt die Ständige Impfkommission die folgenden Impfungen.

Im Alter von zwei bis vier Jahren

Auch jetzt können Impfungen durchgeführt werden, die bislang noch nicht erfolgt sind. Dazu gehören die Impfungen gegen Windpocken und Meningokokken C sowie die MMR-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Weiterhin kann in diesem Altersabschnitt die Sechsfachimpfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B nachgeholt werden. Eine routinemäßige Nachholimpfung gegen Pneumokokken ist ab diesem Alter nicht mehr notwendig.

Im Alter von fünf bis sechs Jahren

Nun stehen die Auffrischimpfungen für Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus auf dem Programm. Bislang versäumte Impfungen können in dieser Zeit ebenso durchgeführt werden. Eine routinemäßige Nachholimpfung gegen Hib empfiehlt die STIKO ab einem Alter von fünf Jahren nicht mehr.

Im Alter von sieben bis acht Jahren

In diesem Alter können Impfungen gegen Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus, Kinderlähmung, Hepatitis B, Meningokokken C, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken nachgeholt werden.

Ein Impffahrplan für Jugendliche

Für Jugendliche werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) folgende Impfungen empfohlen.

Im Alter von neun bis siebzehn Jahren

In diesem Alter kann die zweite Auffrischimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten erfolgen. Auch eine Auffrischimpfung gegen Kinderlähmung steht an.

Mädchen und Jungen sollten zudem möglichst in einem Alter zwischen neun und 14 Jahren gegen Humane Papillomviren, HPV, geimpft werden. Erfolgt die erste Impfung gegen HPV bereits im Alter zwischen neun und 14 Jahren, genügen zwei Impfungen im Abstand von mindestens fünf Monaten. Die Impfung sollte bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. Bei der Nachholimpfung einer ersten HPV-Impfung im Alter von über 14 Jahren sind drei Impfdosen in den Monaten 0, 1 und 6 erforderlich.

Sollten die Jugendlichen noch keinen ausreichenden Impfschutz gegen die Infektionskrankheiten haben, gegen die andere Kinder schon als Säuglinge oder Kinder geimpft wurden, können diese Impfungen jetzt nachgeholt werden. Nachholimpfungen sind bis zum 18. Geburtstag möglich.

Mit dem Impfplaner im digitalen Gesundheitsmanager der Barmer haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, alle Impftermine – auch für Ihre Urlaubsreise – im Blick zu behalten.

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